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Region Kelheim
Mittwoch, 26. September 2018 18° 1

Gemüse

Tolle, leckere Vitaminbomben

Schüler der Prälat Michael Thaler Schule Abensberg waren dabei beim Projekt „Wissen wie‘s wächst und schmeckt“.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Grundschüler haben ein super Büfett gezaubert. Fotos: Abeltshauser
Die Grundschüler haben ein super Büfett gezaubert. Fotos: Abeltshauser

Abensberg.Leon ist mutig. Der Grundschüler nimmt das Blatt, das ihm Sandra Steinberger vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung vor die Nase hält. Leon steckt es in den Mund. „Na – wie schmeckt es?“, fragt ihn die Fachoberlehrerin. „Tatsächlich wie Radieschen“, antwortet der Junge. Er und seine Mitschüler haben jetzt gelernt, dass man von Radieschen auch die Blätter verzehren kann. Später werden sie auch noch erfahren, dass Gänseblümchen-Blüten auch essbar sind.

Die dritten und vierten Klassen der Prälat-Michael-Thaler-Schule sind dabei beim Projekt „Wissen wie’s wächst und schmeckt“. Das bayernweit über die Ämter für Landwirtschaft und Ernährung angestoßen worden ist. Grundschulkinder sollen mehr über heimisches Gemüse erfahren. Sie sollen wissen, wie es wächst und gedeiht. In unserer Region hat Sandra Steinberger es sich zur Aufgabe gemacht, den Kleinen Appetit auf Gemüse zu machen.

Später am Tag stellt sich heraus: Sie hat es durchaus geschafft. Die Fachfrau aus der Abensberger Behörde war in den vergangenen Wochen mehrmals an der Schule. Die habe sie sich deshalb herausgesucht, weil es dort noch keinen Schulgarten gibt. Solche Aktionen sind in Steinbergers Augen gute Möglichkeiten, den Kleinen Wissen über gesunde Ernährung mitzugeben.

Schnelle Ernte

Heute geht es darum, zu ernten, was die Kinder zuvor gesät und aufgezogen haben. In den kleinen Gemüsebeeten sind Salat, Radieschen und Schnittlauch herangewachsen. Die drei Gemüsearten hat Steinberger bewusst ausgewählt. Es seien schnellwachsende Pflanzen. „Da sehen die Kinder schnell den Erfolg.“ Allerdings ist nicht aus jedem Pflänzchen etwas geworden. Und so gibt es eine kurze Biologiestunde, bevor die Kinder ernten dürfen. Weil es im April wärmer war es gewohnt, habe es nicht jede Pflanze geschafft. Jetzt geht es aber ran an die Beete. Das Gedränge ist groß, alle Schülerinnen und Schüler wollen mitmachen.

Die Grundschüler zaubern aus ihrer Ernte einen leckeren Wrap.

Die Radieschen werden einzeln aus dem Boden gezogen. Für den Salat und den Schnittlauch sind kleine Messer notwendig. Deshalb schauen die Lehrer, die mit dabei sind, den Kleinen genau über die Schulter. „Den Schnittlauch müsst ihr abschneiden wie beim Frisör“, gibt es anschauliche Anweisungen. Es dauert nur einige Minuten, dann ist diese Arbeit auch schon getan. Die mitgebrachten Schüsseln sind voller gesunder, frischer Nahrungsmittel.

Begonnen hat die Aktion vor etwa einem Monat. Da kam Gärtnermeister Alfred Rohrhuber an die Schule. „Wir haben gemeinsam gesät“, erzählt er. Der Fachmann ist angetan vom Engagement der Kleinen. Sie hätten sich von Beginn an interessiert. Und mit große Augen die kleinen Samenkörner begutachtet. Rohrhuber habe nicht lange überlegen müssen, mitzumachen. Er habe früher in Augsburg schon Erfahrungen mit Förderschülern gemacht. Klare Sache, dass er beim Ernten mit dabei war. Der Gärtnermeister nutzte die Gelegenheit, selbst einige Erinnerungsfotos zu schießen.

Projekt "Wissen wie's wächst" an der Thaler-Schule

Die Kinder sind mittlerweile mit ihrer Ernte in der Küche angekommen. In einer Stunde soll das Buffet eröffnet werden. Leckere Wraps mit Gemüse und Putenschinken sind das Ziel. Dazu müssen die Pflanzen gewaschen und geschnitten werden. Die Lehrerinnen Helga Beckenbauer und Tina Treffler haben die Schüler dazu in verschiedene Gruppen eingeteilt. Karel hilft mit, den Salat zu säubern. Sicherlich gehe er zu Hause auch der Mama in der Küche zur Hand. Versichert der kleine Mann.

Kinder sind sehr engagiert

Auch seine Lehrerin Tina Treffler hilft beim Salat. Sie freut sich über die Begeisterung ihrer Schützlinge. Und betont, dass während der vier Wochen alle eifrig dabei waren, sich um die Pflanzen zu kümmern. Da gab es sogar einen Arbeitsplan, damit das Gießen ja nicht vergessen wurde. Ihr gefällt an dem Projekt, dass die Kinder direkt mit dem heimischen Gemüse in Kontakt kommen. Oftmals im Leben habe man ja den Anschein, die Nahrungsmittel kämen nur aus dem Supermarkt.

Justin schnippelt gerade an den Radieschen herum. Sicherlich esse er daheim auch Gemüse. Aber was ist sein Leibgericht? Da redet er nicht um den heißen Brei herum. „Das ist der Schweinebraten.“ Auch Karel hat es – wenn er ehrlich ist – eigentlich nicht so mit Gemüse pur. Er ist gerne Pizza.

Vom Garten bis in den Mund

  • Ernte:

    Beim Projekt machten Dritt- und Viertklässler der Prälat-Michael-Thaler-Schule aus Abensberg mit. Bei der Ernte halfen ihnen ihre Altersgenossen von der Außenstelle Mainburg. Auch bei der Arbeit in der Küche waren die Gäste mit von der Partie.

  • Hygiene:

    Die Kinder hörten von Pädagogin Helga Beckenbauer, dass das Händewaschen vor der Arbeit in der Küche sehr wichtig ist. Nicht nur die Finger sollen da sauber sein. Alles bis zum Ellbogen müsse gereinigt werden. So sagte es ihnen die Fachlehrerin.

  • Schneiden:

    Ganz fein geschnitten musste der Schnittlauch werden. Das ist gar nicht so einfach – und auch nicht ganz ungefährlich für die Finger. Deshalb bekamen die Kleinen einen Tipp: Die Hände abgewinkelt halten wie eine Kralle. Das schütze vor dem Messer.

  • Menü:

    Der Wrap bestand aus einem Weizen-Tortilla-Teig, einigen Radieschen, etwas Schnittlauch, mehreren Salatblättern, Frischkäse, Quark, Putenschinken, Käse sowie Salz und Pfeffer. Und schon war ein gesundes Gericht fertig, das auch die Kleinen überzeugte. (wo)

Jetzt ist die Arbeit getan. Die Schüler haben das Buffet aufgebaut und stellen sich ihre Wraps zusammen. Steinberger gibt ihnen Tipps. Simon gehört zu den ersten, die sich einen Wrap gedreht haben. Mit Genuss beißt er hinein. „Der schmeckt“, freut er sich. Für die Experten der Aktion heißt das: Mission erfüllt.

Damit die Kinder diese Lektion nicht vergessen, bekommen sie Samen und in einem Blumentopf eine Gemüsepflanze mit nach Hause. Denn nicht nur die, die einen großen Garten haben, können von gesunden Pflanzen profitieren. Radieschen oder Schnittlauch gedeiht auch auf der Fensterbank. Und wie das mit dem Ernten funktioniert, wissen die Kinder ja.

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