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Tradition

Toller Markt trotz verlorener Wette

Sonnenschein bescherte den Besuchern des Saaler Herbstmarktes einen Sommertag. Die Wette war so ausgefallen wie noch nie.
Von Roland Kugler

Der Eine schaut heraus, der Andere ist zu klein – Menschen sind keine perfekten Maschinen, doch zusammen schaffen sie Wunderbares. Foto: Roland Kugler
Der Eine schaut heraus, der Andere ist zu klein – Menschen sind keine perfekten Maschinen, doch zusammen schaffen sie Wunderbares. Foto: Roland Kugler

Saal.Der letzte Sonntag im Oktober ist ein wichtiges Datum in der Gemeinde Saal: An diesem Tag ist Herbstmarkt, veranstaltet von der Werbegemeinschaft der Saaler Gewerbetreibenden. Mit verkaufsoffenen Geschäften, zahlreichen Ständen, und vielen Aktionen für Jung und Alt. Und natürlich mit dem Highlight als krönendem Abschluss: die Saal-Wette.

Hier hatten sich die Saaler heuer etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie haben das Wappen der Gemeinde zum Leben erweckt, 13 mal 15 Meter groß, nachgestellt von hunderten Menschen.

Das Wetter macht viel aus

Ende Oktober ist nicht unbedingt eine sichere Bank, was das Wetter angeht. Am Saaler Herbstmarkt hat es schon geregnet, gestürmt und geschneit. Vergangenes Jahr schüttete es wie aus Eimern. „Heuer haben sich deshalb etwas weniger Standbetreiber angemeldet“, sagt Sylke Baumann-Rieger, Vorsitzende der Werbegemeinschaft. „Doch die sind voll zufrieden. Auch die Geschäfte die geöffnet haben.“ Kein Wunder, denn auf Grund des herrlich warmen Spätsommer-Wetters kamen die Besucher in Scharen. Gemütlich bummelten sie durch den Ort, die Hauptstraße war für den Verkehr gesperrt, das Zentrum von Saal verwandelte sich in eine Mischung aus Markt und Straßencafé.

Der Klassiker: Die Tierhilfe mit dem Eierlikör-Stand. Foto: Kugler
Der Klassiker: Die Tierhilfe mit dem Eierlikör-Stand. Foto: Kugler

Die Menschen standen zusammen und unterhielten sich, saßen in der Sonne, oder sahen sich die Stände an. „Es ist echt toll hier“, sagt Christian Blumstein. Er ist vor fünf Jahren aus Nordhessen nach Saal gezogen, und es gefällt ihm gut in der Donaugemeinde. „Bei uns gibt es nur einmal im Jahr eine Kirmes, sonst nichts.“ Begleitet wird er von Robert Fuchs, einem Kameraden aus der Feuerwehr.

Als echter Saaler ist der jedes Jahr auf dem Herbstmarkt, samt Familie. „Man trifft immer Bekannte und ratscht“ sagt er. „Heuer ist es besonders schön. Ich war aber auch schon mit wasserdichtem Mantel hier.“ Auch viele Mitterfeckinger und Einwohner aus anderen Gemeindeteilen schlendern an den Ständen entlang. Selbst aus etwas weiter entfernten Metropolen kommen die Besucher, wie zum Beispiel Landrat Martin Neumeyer und seine Frau aus Abensberg.

Auch Landrat Martin Neumeyer und seine Frau statteten dem beliebten Markt einen Besuch ab. Foto: Kugler
Auch Landrat Martin Neumeyer und seine Frau statteten dem beliebten Markt einen Besuch ab. Foto: Kugler

Sie genießen den schönen Tag, und schauen, was es an den Ständen so gibt. Selbstgemachter Schmuck, Blumengestecke, Kunstobjekte, und jede Menge leckeres zu essen und zu trinken.

Doch nicht nur zu sehen gibt es viel, in den Geschäften kann man sich auch beraten lassen und einkaufen. Oder auch eine Reise buchen, wie in der Reise-Insel bei Uli Lang. „Bei uns ist eine Menge los“, sagt sie. „Wir haben viele Stammkunden. Sie kommen, um sich über die neuesten Trends und Angebote zu informieren, oft mit der ganzen Familie.“ Bei einem Glas Sekt und einem lockeren Plausch in der Sonne macht das noch mehr Spaß. Auch in den anderen Geschäften und Betrieben ist viel los.

Die Besucher genossen den Herbstmarkt. Foto: Kugler
Die Besucher genossen den Herbstmarkt. Foto: Kugler

Vom Sägewerk bis zum Blumengeschäft haben sich die Gewerbetreibenden einiges einfallen lassen. Waren werden angeboten, Geräte und Maschinen werden vorgeführt. Zwei Heizungsbauer zaubern aus Heizungsrohren Dekorationen für den Garten. Für Autofans gibt es gleich mehrere Ausstellungen: die neuesten Modelle ebenso wie Oldtimer, Youngtimer und Sportwagen aus der Zeit. Auch für die jüngsten Gemeindebürger gibt es viele Angebote sich zu vergnügen. Für Kleinkinder und Kinder bieten die Saaler besonders viel Programm, weshalb auch viele Familien und Kinderwagen unterwegs sind.

Hier sehen Sie ein Video zur Saal-Wette:

Ein paar Leute zu wenig

Die Hauptattraktion kommt allerdings erst am Schluss: Nach Geschäftsschluss um 17 Uhr beginnt die Saal-Wette. „Sie soll immer etwas mit Saal zu tun haben, und auch eine Herausforderung sein“, sagt Sylke Baumann-Rieger. „Wir wollen die Menschen her locken, zusammen bringen, und sie sollen Spaß haben.“ Das ist ihnen in den vergangenen Jahren auch stets gelungen. Zusammen wurde schon in Schlafanzügen Zumba getanzt, „Imagine“ von John Lennon gesungen, und bunte Handabdrücke für Offenheit und Toleranz gemacht.

Heuer hatte sich die Werbegemeinschaft eine ganz besondere Choreographie ausgedacht: 438 Menschen sollten, jeder mit einem farbigen und genau passenden Pappschild über dem Kopf, das Saaler Wappen darstellen. Eine tolle Idee, gut geplant und durchgeführt. Tatsächlich standen schon vorher viele Besucher Schlange, um bei der Gemeinschaftsaktion mitzumachen. Allein am Ende fehlten ein paar Dutzend, um alle Tafeln zu besetzen. Dabei standen nicht weit entfernt noch etliche an zwei Ständen.

Egal, alle die dabei waren hatten viel Freude. Kinder, Senioren, oder Frauen die sich als Nummerngirls versuchten. Und das Bild des Saaler Wappens auf dem abendlichen Kirchplatz, hoch oben von einer Hebebühne aus gesehen, bleibt unvergesslich.

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Ein besonderer Tag für Saal

  • Gewerbe: Viele Händler und Unternehmer der Saaler Werbegemeinschaft machen am Herbstmarkt mit. Sie öffnen ihre Geschäfte, bauen Stände auf und zeigen interessante Vorführungen. Ob Schatzsuchen vorm Sägewerk oder Sekt im Reisebüro, von der Schreinerei bis zur Apotheke gibt es viele Attraktionen.

  • Köstlichkeiten: Gutes Essen und Trinken darf am Markt natürlich nicht fehlen. Hier bieten die gut gelaunten Damen von der Tierhilfe Kelheim-Abensberg ihren unübertrefflichen selbst gemachten Eierlikör an.

  • Kinder: Für die jüngsten Gemeindebürgerinnen und Bürger gibt es in Saal immer besonders viel zu erleben: Kinderflohmarkt, Kinderschminken, Kinder Bungee-Trampolin, Hüpfburg mit Fuhrpark, Fußball-Dart, Bälle-Werfen und vieles mehr. Und eine Zuckerwatte erlauben Mama und Papa ausnahmsweise auch mal.

  • Besucher: Zu stöbern, probieren und kaufen gibt es an den Ständen und in den Geschäften jede Menge. Maxi Neumeyer hat wunderschöne Alpenveilchen gefunden, ihr Mann ist heute nicht Landrat, sondern Träger.

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