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Trickbetrüger schlagen mehrfach zu

Eine Riedenburgerin saß zwei angeblichen Handwerkern auf, ein Kelheimer spendete mehr als er wollte für „Taubstumme“.

Wer ebenfalls Bekanntschaft mit den Tätern machte, soll sich bei der Kelheimer Polizei melden.
Wer ebenfalls Bekanntschaft mit den Tätern machte, soll sich bei der Kelheimer Polizei melden. Foto: Breu/Breu

Kelheim.Skrupellose Trickdiebe- und Betrüger haben aktuell augenscheinlich Hochsaison im Landkreis Kelheim. Eine 75-Jährige in Riedenburg wie auch ein 82-Jähriger in Kelheim wurden Opfer solcher Täter. Die Polizei warnt, insbesondere Senioren vor zuviel Gutgläubigkeit gegenüber Fremden.

Im Fall einer 75-jährigen Riedenburgerin ist Schmuck im vierstelligen Bereich futsch. Die Frau war bereits am Mittwoch, 1. Juli, gegen 12 Uhr im Stadtgebiet von einem bislang Unbekannten an ihrem Haus aufgesucht worden. Er gab sich als „Handwerker“ aus und wies die Hausherrin darauf hin, dass die Dachbalken ihres Hauses ganz schief seien. Durch geschickte Überredungskunst brachte der Fremde die Frau so weit, dass er auf den Speicher gelassen wurde.

Hier verschüttete er offensichtlich in einem unbeobachteten Augenblick ein Glas Wasser, um die Tatsache der undichten Dachbalken zu untermauern.

Dann rief der „Handwerker“ seinen „Chef“ an, welcher kurze Zeit später hinzukam. Nun wurde die Rentnerin in ihrer Küche geschickt in ein Angebotsgespräch verwickelt.

Die „Handwerker“ machten ihr glaubhaft, die dringend notwendigen Reparaturen zeitnah auszuführen.

Am Abend musste die gutgläubige Rentnerin dann feststellen, dass ihr mehrere Schmuckstücke aus der Küche entwendet worden waren. Der Beuteschaden bewegt sich laut Kelheimer Polizei im unteren vierstelligen Euro-Bereich.

Handwerker und sein „Chef“ sprachen Bairisch

Die Männer wurden wie folgt beschrieben: 1. Handwerker: Name angeblich „Georg“, ca. 50 Jahre alt, ca. 175cm groß, schlanke Statur, kurze grau melierte Haare, sprach bairischen Dialekt, berufstypische Arbeitskleidung, das rechte Auge wirkte auffällig gerötet, eventuell handelt es sich dabei um eine dauerhafte Erkrankung.

2. Handwerker: „Chef“, ca. 50 Jahre alt, ca. 180cm groß, kräftige Statur, nackenlange, graumelierte Haare, auch er sprach bairischen Dialekt, er war „seriös gekleidet mit einem Anzug, das Sakko von Haute Couture“

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang: Die angeblichen „Handwerker“ sind skrupellose Betrüger, gehen ausschließlich auf Senioren zu und bieten dort ihre zweifelhaften Dienste an. Sie fordern völlig überhöhte Preise für unsachgemäße Arbeiten und nutzen jede sich bietende Gelegenheit, Bargeld und Wertgegenstände zu entwenden.

Spendensammler verschwand mit 100 Euro

Auch ein Kelheimer Rentner wurde geprellt. Zu dem weiteren skrupellosen Vorfall kam es am Freitag, 3. Juli, kurz vor 10 Uhr vor einem Verbrauchermarkt im Donaupark.

Hier wurde ein 82-Jähriger aus Kelheim von einem angeblichen Spendensammler angesprochen. Der Mann wollte Geldspenden für Taubstumme sammeln. Der Rentner war gutgläubig und wollte 10 Euro spenden, hatte aber jedoch nur einen 100 Euro-Schein in seinem Portemonnaie. Der Spendensammler versicherte dem alten Mann, den Schein nur schnell im Geschäft wechseln zu lassen. Der gutgläubige betagte Herr übergab ihm nun den Schein und wartete freilich vergeblich auf die Rückkehr des Spendensammlers…

Der Spendensammler wird wie folgt beschrieben: männlich. ca. 30 Jahre alt, kurze braune Haare, südländische Erscheinung, schlanke Statur, sprach Deutsch mit ausländischem Akzent.

Auf vor solch unbekannten Spendensammlern warnt die Kelheimer Polizei. „Ihre Spenden kommen niemals dort an, wo Sie es vermuten. Außerdem dient die Aktion zur Tarnung von Diebstählen. Wenn Sie etwas spenden wollen, dann suchen Sie sich Hilfsorganisationen aus, die Sie selbst kennen und denen Sie vertrauen. Einzeln auftretende Bettler mit dem Klemmbrett führen meist nichts Gutes im Schilde. Die wollen nur Ihr Bestes – und zwar Ihr Geld!“, heißt es im aktuellen Kelheimer Polizeibericht.

Im Zusammenhang mit den beiden Betrugsmaschen sucht die Polizeiinspektion mögliche weitere Opfer. Wer im relevanten Tatzeitraum ebenfalls Kontakt zu den beschriebenen Männern hatte, soll sich zeitnah bei der Kelheimer Polizei melden: Tel: 09441/5042-0.

Mehr aktuelle Polizeimeldungen aus dem Landkreis Kelheim lesen Sie hier.

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