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Alarm

Üben gegen die Umwelt-Katastrophe

„Leck in der Mitteleuropäischen Rohöl-Leitung“: Was da zu tun ist, übten am Dienstag 170 Kelheimer und Regensburger FFWler.
Von Martina Hutzler

  • An der B16 bei der Eiermühle errichteten die FFWs Bad Abbach, Lengfeld und Poikam eine der Ölsperren: Im Ernstfall wäre diese Sperre das letzte Bollwerk, das ein Überschwappen des Öls vom Teugner Mühlbach in die Donau zu verhindern. Foto: Hutzler
  • Die Kreis-Einsatzzentrale, die an die Kelheimer Feuerwehr angedockt ist, koordinierte die Aktionen der beteiligten Feuerwehren. Foto: Hutzler

Bad Abbach.Tonnenweise Öl im Teugner Mühlbach und von dort in die Donau: ein Schreckensszenario, wenn die „Mitteleuropäische Rohöl-Leitung“ (Mero) leck schlagen würde – und wenn es nicht Feuerwehren und andere Retter in der Not geben würde, die von den Leitungsbetreibern bei einem Leck sofort alarmiert würden. Solch einen Alarm löste die Leitzentrale der Mero-Betreibergesellschaft am Dienstag Abend aus, zum Glück nur übungshalber. Er mobilisierte 170 Feuerwehrler aus den Kreisen Kelheim und Regensburg.

An der B16 bei der Eiermühle errichteten die FFWs Bad Abbach, Lengfeld und Poikam eine der Ölsperren: Im Ernstfall wäre diese Sperre das letzte Bollwerk, das ein Überschwappen des Öls vom Teugner Mühlbach in die Donau zu verhindern. Foto: Hutzler
An der B16 bei der Eiermühle errichteten die FFWs Bad Abbach, Lengfeld und Poikam eine der Ölsperren: Im Ernstfall wäre diese Sperre das letzte Bollwerk, das ein Überschwappen des Öls vom Teugner Mühlbach in die Donau zu verhindern. Foto: Hutzler

„Leck im Schieberabschnitt B9“ lief kurz nach 18 Uhr über den Piepser: Einsatzbefehl für sechs Kelheimer und sieben Regensburger Feuerwehren entlang des Mero-Abschnittes Teugn - Obertraubling. Fünf suchten den gesamten Trassenabschnitt nach dem Leck ab, acht richteten Ölsperren an Bächen ein. Die Kelheimer Kreis-Einsatzzentrale koordinierte alle Einsätze. Und bekam um 18.46 Uhr von der FFW Saalhaupt gemeldet: Leck gefunden!

Ein Ernstfall würde noch mehr Wehren auf den Plan rufen, aber beispielsweise Spezialkräfte wie die Kelheimer und die Neutraublinger Trupps zur Explosionsgefahr-Abschätzung waren bei dieser Übung nicht auch noch beteiligt, berichtet der Organisator der Übung, der Kelheimer Kreisbrandmeister Wolfgang Weiß. In erster Linie ging es darum, im Gelände zu sehen, ob alle Handgriffe und Abläufe sitzen, ob die Ausrüstung vollständig ist, die eigens in „Mero-Häuschen“ entlang der Leitung vorgehalten wird.

Ölwehr-Vollübung an der Mero-Leitung

Alle drei Jahre steht so ein Szenario an der Mero-Leitung auf dem Plan, jeweils in einem anderen Abschnitt der Leitung. Der Dienstagabend war auch gleich ein Test für die landkreis-übergreifende Zusammenarbeit der Wehren. Dafür und die gesamte Übung zollten die Kreisbrandräte Nikolaus Höfler und Wolfgang Scheuerer sowie Mero-Sicherheitsexperte Thomas Weitzel viel Lob. Ihr Fazit bei der Abschlussbesprechung in Bad Abbach: „Wir sind bereit für den Ernstfall – der hoffentlich nie eintritt!“

Die Mero

  • Durch die

    Mitteleuropäische Rohöl-Leitung, kurz „Mero“, fließt seit 1996 Rohöl von Bayern nach Tschechien.

  • Startpunkt

    ist Vohburg, wo die Mero das Rohöl aus der „Transalpinen Ölleitung“ (TAL) übernimmt, die es wiederum aus dem Hafen Triest via Alpen nach Deutschland pumpt. Mero-Endpunkt ist das zentrale tschechische Rohöl-Tanklager Nelahozeves bei Prag.

  • Die Leitung

    ist 344 Kilometer lang, 179 davon liegen in Bayern und davon 41 im Kreis Kelheim. Pro Jahr können 10 Millionen Tonnen Rohöl transportiert werden.

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