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Bad Abbach/Kelheim

Über Probleme für Flüchtlinge informiert

Jedes Jahr veranstaltet die Deutsche Friedensgesellschaft Bayern (DFG) Anfang August, um die Zeit der Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki, eine Friedensfahrradtour.

Die Mitglieder der DFG Bayern informierten sich auch. Foto: Manfred Huber
Die Mitglieder der DFG Bayern informierten sich auch. Foto: Manfred Huber

Bad Abbach.2019 führt diese von Ulm nach Weiden entlang verschiedener Standorte der Rüstungsindustrie und der Bundeswehr und durchquerte so auch den Landkreis Kelheim.

Mit der Evangelischen Kirche Kelheim und der SPD Bad Abbach fand die DFG Partner, die mit dem Thema „Krieg und Flucht“ einen Schwerpunkt setzen wollten, heißt es in einer Pressemitteilung von Stefan Killian. Ihren ersten Stopp legte die DFG bei der evangelischen Gemeinde Kelheim ein. Die rund 40 Radfahrer um Sprecher Willi Rester wurden von Pfarrer Julian Scheuerer empfangen.

Die evangelische Kirche hatte schon mehrmals Flüchtlingen Kirchenasyl gewährt. Die Beauftragte für Flüchtlingsarbeit bei der Kirchengemeinde, Michaela Linde, referierte über die Schwierigkeiten und die alltäglichen Problemen während eines Kirchenasyls. Bis zu sechs Monate hätten Flüchtlinge bis vor Kurzem in den Mauern der Kirche ausharren müssen, bis sich Deutschland bereiterklärte, das Asylverfahren zu übernehmen. Mittlerweile habe sich diese Wartezeit auf bis zu 18 Monate verlängert.

Gerade die Einsamkeit der Flüchtlinge während des Asyls sei immer eine harte Probe. Dazu komme, dass die Kirche neben der Unterkunft auch für die medizinische Versorgung und Ernährung aufkommen muss. Auch der jüngst Betroffene aus Syrien war anwesend. Er wäre wiederholt ohne seine Familie nach Italien abgeschoben worden, wenn ihn die Kirche nicht aufgenommen hätte. Nun habe er kürzlich seine dreijährige Anerkennung durch das Bundesamt erhalten. Sichtlich glücklich wirkte der junge Mann, da er jetzt in Kelheim bleiben dürfe.

Tief beeindruckt ging die Fahrt von Kelheim für die Radler weiter zum Etappenziel Bad Abbach. Dort erwartete die DFG der zweite Teil des Themas. Der Ortsvorsitzende der Bad Abbacher SPD, Stefan Killian, der gleichzeitig auch Flüchtlingsberater im Landkreis ist, erklärte den Anwesenden die besondere Rolle des Landkreises.

Aufgrund staatlicher Verteilungsmechanismen seien hierher besonders viele Kriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Somalia und Afghanistan verteilt worden. Noch heute lebten unter anderem an die tausend Anerkannte aus Syrien im Landkreis.

Killian ging auch auf die dramatischen psychischen und physischen Folgen für Flüchtlinge ein, die aus einem Kriegsgebiet fliehen mussten. Das Hauptproblem sei, dass es generell zu wenig Psychiater und Ärzte gebe und darüber hinaus die wenigen kaum Erfahrungen mit Traumatisierten aus Kriegsregionen hätten. Dazu komme noch die sprachliche und kulturelle Barriere, die eine zielführende Hilfe für die leidenden Menschen erschwere. Im Anschluss erzählte ein anerkannter Flüchtling aus Homs in Syrien über seine Erlebnisse im Bürgerkrieg in Syrien und seinerFlucht nach Deutschland.

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