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Kunst

Unbehindert mit Stift und Papier

Alltagsszenen und detailreiche Einblicke in die Heimatstadt: Das bringt zwei Abensbergern eine Prämierung ein.
Von Renate Beck

Lena Klingshirn und Ernst Seufzer freuen sich über ihre Platzierungen beim „Kunst.Preis“. Foto: Beck
Lena Klingshirn und Ernst Seufzer freuen sich über ihre Platzierungen beim „Kunst.Preis“. Foto: Beck

Ihrlerstein.Zwei Abensberger Hobbykünstler gehören zu den Preisträgern beim diesjährigen „Kunst.Preis für Menschen mit geistiger Behinderung in Niederbayern und der Oberpfalz“. Dieser Wettbewerb wird von der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) und dem Kunst- und Gewerbeverein Regensburg ausgeschrieben, heuer zum mittlerweile fünften Mal.

180 Künstlerinnen und Künstler reichten dazu insgesamt 530 Arbeiten ein. Aus Platzgründen wählte eine Jury aus, welche 110 Kunstwerke davon in die Ausstellung kommen. Die besten drei Kunstwerke erhielten einen Kunstpreis in Höhe von 1000 Euro, 500 Euro und 300 Euro. Neben dem 1. Preis an Peter Zellner aus Eggenfelden ging der 2. Preis an Lena Klingshirn und der 3. Preis an Ernst Seufzer (beide aus Abensberg).

Beim Pressegespräch im Atelier Fochler in Ihrlerstein zeigen die zwei Abensberger eine kleine Auswahl ihrer Kunstwerke. Die beiden Preisträger sind seit 2005, also von Anfang an in der Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung in Ihrlerstein aktiv. Die von Horst Fochler begleitete Arbeit mit Gleichgesinnten macht ihnen sichtlich Spaß. Die aus elf Teilnehmern bestehende Gruppe nahm zum fünften Mal am Wettbewerb teil. Bisher ohne Sieger. Umso mehr freuten sie sich über die diesjährigen zwei Titel.

Lena Klingshirn und Ernst Seufzer freuen sich über ihre Platzierungen beim „Kunst.Preis“. Foto: Beck
Lena Klingshirn und Ernst Seufzer freuen sich über ihre Platzierungen beim „Kunst.Preis“. Foto: Beck

Die 36-jährige Lena Klingshirn entwickelt klare und einfache Formen, die durch die gewählte Farbgebung betont werden. Ihre Bilder überraschen durch Leichtigkeit und Humor. Gerne malt sie Alltagssituationen wie den Blumeneinkauf, der im Auto nach Hause transportiert wird und besondere Ereignisse wie den Arztbesuch.

Vieles entsteht aus dem Gedächtnis. „In der Gruppenstunde erzählen und besprechen wir Geschichten, die die Künstler ins Bild umsetzen“, schildert Horst Fochler.

Ernst Seufzer verwendet unterschiedliche Techniken. Bei seinem Siegerbild fügte er mehrere Bilder zu einer Einheit aneinander. Er möchte „herzeigen, was es in Abensberg gibt“ und bringt viele kleine Details in seine Bilder ein. Zuhause zeichnet der 41-jährige gerne beim Fernsehen und Radio hören. „Nur zu heiß darf es nicht sein“ fügte er lächelnd dazu.

An warmen Sommertagen nimmt er seine Malutensilien deshalb lieber im kühlen Haus zur Hand. Auch wenn Beide gerne zuhause Bilder auf Papier bringen – auf die Treffen in Ihrlerstein mit geselligem Zusammensitzen unter gleichgesinnten Freunden freuen sie sich ganz besonders.

„Andere Leute sollen die Bilder sehen“, findet Lena Kingshirn. Die Ausstellungen machen den Künstlern viel Freude und bringen Anerkennung. So manches fertig gerahmte Bild findet wegen seiner guten Qualität laut Fochler einen neuen Besitzer unter den Ausstellungsbesuchern.

Beide Künstler arbeiten hauptberuflich in den Landshuter Werkstätten in Kelheim. Wenn sie nicht gerade zeichnen und malen machen sie das, was auch andere gerne tun: Radfahren, Einkaufen, Trampolin springen und Fernsehen.

Der Kunst.Preis

  • Preis

    : Der „Kunst.Preis“ wird ausgelobt für Menschen mit geistiger Behinderung in Niederbayern und der Oberpfalz.

  • Ausstellung 1:

    Einhergehend mit dem Wettbewerb „Kunst.Preis“ findet eine gleichnamige Ausstellung in Regensburg statt. Sie ist noch bis zum 10. Juni zu sehen beim Kunst- und Gewerbeverein Regensburg, in der Ludwigstraße 6 Regensburg. Der Eintritt zu dieser Ausstellung ist frei. Ein barrierefreier Zugang ist vorhanden.

  • Ausstellung 2

    : Vom 14. Juni bis 15. Juli ist die Ausstellung im Abensberger Herzogskasten zu sehen (Stadtmuseum), in der Dollingerstraße 18.

  • Meinung:

    Eva Demski, Patin des Kunst.Preises: „Diese Kunst lehrt einen anders sehen – unvoreingenommener, neugieriger, mutiger.“

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