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Region Kelheim
Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Nachgefragt

Unfall: Bahnübergang ist eine Baustelle

Die Ursache für den Kelheimer Crash zwischen Zug und Pkw ist weiter unklar. Noch bis Ende Juli wird Sicherungsanlage erneuert
Von Beate Weigert

An dem Bahnübergang, wo am Mittwoch ein Pkw von einem Regionalzug erfasst wurde, wird die Sicherungsanlage erneuert. Fotos: Weigert
An dem Bahnübergang, wo am Mittwoch ein Pkw von einem Regionalzug erfasst wurde, wird die Sicherungsanlage erneuert. Fotos: Weigert

Kelheim.Großes Glück hatte am Mittwoch, 30. Mai, bei dem Zugunfall in Kelheim ein 73-jähriger Autofahrer aus dem nördlichen Landkreis Kelheim: Er kam mit „nicht allzu schweren“ Verletzungen davon. Sein Wagen wurde im Frontbereich völlig demoliert. Kelheims Feuerwehrkommandant Georg Sinzenhauser hatte an der Einsatzstelle berichtet, dass der Autofahrer beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte bereits nicht mehr in seinem Fahrzeug saß.

Auch für die Zugsinsassen war der Zusammenstoß mit dem SUV glimpflich aus, verletzt wurde niemand. Der 38-jährige Zugführer des Regionalzugs, der von Ingolstadt nach Regensburg unterwegs war, erlitt einen Schock.

Einige unserer Leser stellten sich nach dem Unfall etwa auf Facebook die Frage, wie dieser so passieren konnte. Wie das Auto zwischen die geschlossenen Schranken geraten konnte. Neue Erkenntnisse zum Crash zwischen Zug und Pkw gab es jedoch am Freitag nicht. „Die Ermittlungen laufen“, so die einzige Auskunft der zuständigen Polizeiinspektion Kelheim. Die Pressestelle der Deutschen Bahn in München verwies bezüglich Ursachenermittlung und mögliche, neue Erkenntnisse an die Polizei.

Seit zwei Wochen wird gebaut

Dass an dem Bahnübergang in der Abensberger Straße bereits seit zwei Wochen Sanierungsarbeiten stattfinden, bestätigte die DB-Pressestelle am Freitag auf Nachfrage unseres Medienhauses. Sowohl die „Innen- als auch Teile der Außenanlage des Bahnübergangs“ würden komplett erneuert. Gebaut würde allein an diesem Übergang, nicht auf weiterer Strecke.

Mehr Bilder vom Einsatz der Retter sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Bahnunfall bei Kelheim-Affecking

Konkret werde in der Abensberger Straße in Kelheim die Bahnübergangssicherungsanlage erneuert. Voraussichtlich bis Ende Juli werde diese Umrüstung dauern.

Während der Arbeiten sei an dem Übergang laut Bahn eine technische Hilfssicherungsanlage aufgebaut. Diese werde manuell von „einem dafür ausgebildeten und geprüften Bahnübergangsposten bedient“. Dies sei ein nach dem Eisenbahn-Regelwerk vorgegebenes und mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmtes Verfahren.

So informiert die Bahn auf ihrer Internetseite zum Thema „Bahnübergänge“ und Sicherheit.

Beim Anschalten der Anlage komme zuerst Gelblicht, dann Rotlicht, dann schließen sich die Halbschranken. Nach der Straßenverkehrsordnung sei dadurch der Bahnübergang für Straßenverkehrsteilnehmer und Fußgänger gesperrt.

Der Kelheimer Übergang ist ein sogenannter höhengleicher Übergang, der links und rechts zudem von Büschen und Grün eingewachsen und schwer einsehbar ist. Aktuell verfolge die Deutsche Bahn keine Pläne, den Bahnübergang „aufzulassen und eine Unter- oder Überführung zu bauen“, heißt es auf unsere Nachfrage weiter.

Anweisung an die Zugführer?

Eine Antwort auf die Frage, ob die Zugführer aktuell angewiesen seien, die Stelle langsam zu passieren, wie am Mittwoch vonseiten der Polizei zu hören war, blieb die DB-Pressestelle am Freitag schuldig. Lediglich, dass Straßenverkehrsteilnehmer ihre Höchstgeschwindigkeit vor dem Übergang auf Tempo 30 zu reduzieren hätten, wurde mitgeteilt.

Auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn war am Mittwoch eingesetzt.
Auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn war am Mittwoch eingesetzt.

Am Mittwoch war auch ein Notfallmanager der DB an der Unfallstelle eingesetzt. Dieser fungiere als Einsatzleiter aufseiten der DB, erklärte die Pressestelle. Er sei die „einzige Verbindungsperson für den Gesamteinsatzleiter der Fremdrettungskräfte“ und für alle Abstimmungen, Regelungen und Maßnahmen Ansprechpartner. Er könne gegebenenfalls auch bahn-interne Fachstellen hinzuziehen. Eine der Hauptaufgaben des Notfallmanagers sei es, die Bahnerdung der Oberleitung durchzuführen. Was auch am Mittwoch notwendig gewesen war.

Der Notfallbezirk des Notfallmanagers sei so festgelegt, dass dieser den örtlichen Feuerwehren in der Regel in maximal 30 Minuten zur Verfügung stehe.

Lesen Sie auch: „Personenzug rammt Pkw bei Kelheim“

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Video: Beate Weigert

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