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Uniklinik Regensburg und Goldberg-Klinik Kelheim kooperieren

Die Vertragsunterzeichnung

Der eine macht die Goldberg-Klinik zum Lehrkrankenhaus, an dem Studenten einen Teil ihres „Praktischen Jahres“ absolvieren können. Der andere, ein Kooperationsvertrag, regelt die Überstellung von Patienten zwischen dem Kelheimer Akut-Krankenhaus und dem UKR als Maximalversorger.

Schnelle Verlegung gesichert

Dieser Kooperationsvertrag bezieht sich zunächst auf Kelheims Innere Medizin I (Schwerpunkt Herz-, Lungen- und Gefäßbereich) um Chefarzt Dr. Joachim Berger. Vor allem bei Herzerkrankungen, etwa bestimmten Fällen von Herzinfarkt, ist es nötig, Patienten für Diagnose und Akutbehandlung in ein Haus höchster Versorgungsstufe zu verlegen. Danach kann der Patient zurück nach Kelheim gebracht und dort wohnortnah weiterversorgt werden. Diese Zusammenarbeit gab es schon bisher; dank des Vertrags sei aber die sofortige Übernahme des Patienten in die Maximalversorgung nun sichergestellt, sagte Chefarzt Berger. Mit dem Vertrag werde die Behandlung für beide Häuser effizienter, hob Klaus Fischer, Kaufmännischer Direktor des UKR, hervor. Das UKR habe bereits rund 20 solcher Kooperationsverträge mit Kliniken, Praxen und Reha-Einrichtungen: Ostbayern sei damit „Modellregion für die Vernetzung in horizontaler Richtung“. Dagmar Reich, Geschäftsführerin an der Goldberg-Klinik, bekräftigte, dass ihr Haus auch für weitere Fachbereiche an solchen Kooperationsverträgen interessiert sei.

Der zweite Vertrag betrifft – fürs Erste – die Innere Medizin II (Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts) an der Goldberg-Klinik: Hier können Medizinstudenten des UKR künftig einen der drei viermonatigen Abschnitte ihres „Praktischen Jahrs“ (PJ) absolvieren, erläuterte Professor Dr. Bernhard Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni. Das PJ ist der letzte Abschnitt vor dem zweiten Staatsexamen; die angehenden Mediziner sollen die Arbeit am Patienten vertieft erlernen. Kelheimer Patienten bräuchten aber keine Angst zu haben, „Versuchskaninchen“ für Jung-Mediziner zu sein, versicherte Weber: „Die Studenten arbeiten nicht in Eigenverantwortung, sondern unter Aufsicht“ und üben zum Beispiel die Erfassung des Krankheitsbildes, das Abhören, den Ultraschall, die Endoskopie.

Für ein Lehrkrankenhaus stellt ein „PJ-ler“ eine zusätzliche, wenn auch noch nicht „vollwertige“ Arbeitskraft dar. In der Goldberg-Klinik hofft man aber vor allem, aus den PJ-lern von heute den ärztlichen Nachwuchs von morgen für die Klinik zu generieren. Für Studenten sei ein PJ an einem Akutversorgungs-Haus wichtig, weil kleinere Standard-Eingriffe am UKR teils gar nicht mehr ausgeführt würden, so Dekan Weber. Kelheim ist das siebte Haus, das als Lehrkrankenhaus für das UKR fungiert. Professor Dr. Bettina Zietz, Chefärztin an der Goldberg-Klinik und an der Regensburger Uni in Forschung und Lehre aktiv, hat schon bisher kurzerhand Studenten nach Kelheim geholt und sie dort in der Endokrinologie geschult. Das werde sie nun, vertraglich geregelt, „mit viel Schwung“ ausbauen, sagte sie.

„Verbund statt Konkurrenz“

Angesichts von so viel Kooperation sprach Landrat Dr. Hubert Faltermeier, Aufsichtsratsvorsitzender der Goldberg-Klinik, von einem „tollen Tag“. Wie er sah auch Professor Dr. Günter Riegger, Ärztlicher Direktor des UKR, mit solchen Kooperationen Befürchtungen aus der „Gründerzeit“ der Uniklinik widerlegt, wonach diese die Akuthäuser wie Kelheim existenziell bedrohe: Im Gegenteil sei es ein Verbund, der beste Versorgung gewährleiste, betonten beide.

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