mz_logo

Region Kelheim
Mittwoch, 25. April 2018 22° 3

Justiz

Vergewaltiger muss hinter Gitter

Ein Hotelmitarbeiter aus dem Kreis Kelheim wurde wegen Sextaten zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt.
Von Marion von Boeselager

Weder Geständnis noch eine Schmerzengeldzahlung bewahrten den Angeklagten am Ende vorm Gefängnis. Foto: Bastian Winter

Kelheim.Ein 26-jähriger Hotelmitarbeiter aus dem Landkreis Kelheim, der eine 17-jährige Auszubildende eines Hotels zu sexuellen Handlungen zwang, ist jetzt vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Regensburg zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis wegen Vergewaltigung verurteilt worden.

Wie unsere Zeitung berichtete, hatte der Mann kurz nach Antritt seines neuen Jobs an der Rezeption des Hotels im Mai letzten Jahres die attraktive Auszubildende in einem Café angebaggert, war aber abgeblitzt. Später nahm sie dennoch das Angebot des Mannes an, sie nach Hause zu fahren.

Unterwegs bog der um fast zehn Jahre ältere Kollege jedoch in einen Feldweg ein und überrumpelte sie mit einem Zungenkuss. Das Mädchen wehrte den zudringlichen Mann ab. Doch schon eine Woche später soll er erneut zudringlich geworden sein. Sie erzählte dies einer Kollegin. Als jene das wiederum dem Angeklagten steckte, eskalierte die Situation:

Der 26-Jährige drohte der Auszubildenden mit Strafanzeige wegen „Mobbings“ und „Rufmords“ und forderte ein erneutes Treffen, zwecks „Lösung“ des Problems. Stattdessen wurde der Mann dann aber erneut im Auto zudringlich. Daraufhin ging die Geschädigte in Begleitung einer Freundin zur Polizei und offenbarte die Übergriffe.

Vor Gericht gestand der Angeklagte die Vorwürfe weitgehend. Er habe „den Kopf verloren“, sagte er, und habe selbst um seinen Arbeitsplatz gefürchtet. Er habe seine Tat aber „nicht als Vergewaltigung gesehen“. Die beiden erzwungenen Zungenküsse stellte die Kammer vor dem Hintergrund des dritten, weit gravierenderen Übergriffs ein.

Weder das Geständnis, noch eine Schmerzensgeldzahlung von 5000 Euro, bewahrten den Angeklagten am Ende vor dem Knast. Seine Verteidigerin plädierte zwar auf eine Bewährungsstrafe. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Frank Gaßmann schloss sich aber weitgehend den Argumenten der Staatsanwaltschaft an, die drei Jahre Gefängnis gefordert hatte.

Lesen Sie auch:Sex von Auszubildender erzwungen?

Mehr aktuelle Gerichtsberichte aus der Region lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht