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Umweltausschuss

Verhindert Vogel Windräder bei Painten?

Verwirrung um die 10H-Regelung, Proteste – und nun ein Greifvogel. Im Paintner Forst ist ein unerwarteter Gegner heimisch.
Von Beate Weigert

Unser Bild zeigt ein Wespen-Bussard-Küken
Unser Bild zeigt ein Wespen-Bussard-Küken Foto: Jens Büttner/dpa

Kelheim.So sehen sie aus die Küken des Wespenbussards. Der Greifvogel ist wohl im Paintner Forst zuhause. Just da, wo der Markt Painten über Windräder nachdenkt. Der Wepsenbussard ist streng geschützt und durch Windkraftanlagen schlaggefährdet. Die unerwartete Neuigkeit gab Nicole Eberl, Sachgebietsleiterin Naturschutz im Landratsamt, im Kreisumweltausschuss am Dienstag bekannt.

Im Nachgang einer ursprünglich „ausgesprochen schlechten artenschutzrechtlichen Prüfung“ des Investors Ostwind, sei das herausgekommen. Wie bedeutsam sich die neue Erkenntnis auswirke, sei aktuell nicht zu sagen, so Eberl.

Auf Nachfrage von Grünen-Kreisrat Richard Zieglmeier hieß es weiter, dass sich das Thema Windpark nicht auf der Agenda der Kreistagssitzung im Dezember finden werde, weil für die Weiterverfolgung des Zonierungskonzepts die Teilflächennutzungsplanung des Markts Painten vorliegen müsse. Diese sei frühestens im März 2016 abgeschlossen.

Viel Platz für neuen Bauschutt: Das Areal sollte die kommenden fünf bis acht Jahre reichen.
Viel Platz für neuen Bauschutt: Das Areal sollte die kommenden fünf bis acht Jahre reichen. Foto: Weigert

In Haunsbach ist viel Platz für Bauschutt

Im Schnitt werden jährlich 4500 bis 5000 Kubikmeter Bauschutt im Landkreis angeliefert. Konkret in den Deponien in Rohr-Asbach oder in Haunsbach bei Elsendorf. Zwei Drittel werden in Letzterer angeliefert. Und deren Erweiterung ist nun abgeschlossen. Davon überzeugten sich die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses am Dienstag vor Ort.

Nach lange währenden Arbeiten mit einigen unliebsamen Überraschungen im Untergrund und damit einhergehendem Kostenplus von 400 000 Euro sind die Arbeiten auf der Bauschuttdeponie Haunsbach abgeschlossen. Davon überzeugten sich die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses am Dienstagnachmittag vor Ort. Tiefbauexperte Andreas Fischer und sein Kollege Heinz Pirthauer vom Abfallressort in der Kreisbehörde erläuterten die Arbeiten.

Heinz Pirthauer erläutert beim Ortstermin die Erweiterung der Bauschutt-Deponie Haunsbach.
Heinz Pirthauer erläutert beim Ortstermin die Erweiterung der Bauschutt-Deponie Haunsbach. Foto: Weigert

Unter anderem wurde eine Ring-Drainage eingebaut, eine Tonschicht fungiert als Filter. Dort werde das Wasser aufgestaut. Regelmäßige Analysen werden zeigen, ob alles unproblematisch ist. Die Kontrollintervalle könnten dann peu à peu vergrößert werden.

Blick auf das mögliche Erweiterungsareal in dem derzeit noch mindestens für ein Jahr Kies abgebaut wird.
Blick auf das mögliche Erweiterungsareal in dem derzeit noch mindestens für ein Jahr Kies abgebaut wird. Foto: Weigert

Das Areal reiche nun für die kommenden fünf bis acht Jahre, schätzt Pirthauer. In Rohr könne ebenfalls noch an die fünf Jahre Bauschutt eingebaut werden. Der Sachgebietsleiter zeigte Landrat Dr. Hubert Faltermeier und den Kreisräten auch das künftig mögliche Erweiterungs-Areal auf der gegenüberliegenden Seite der Deponie. Dort werde aber mindestens noch ein Jahr lang Kies abgebaut wird. Ende 2016 müsse man sich dann überlegen, wie man weiterverfahre.

Bürger wandte sich an Gerichtshof

Weiter ging die Sitzung im Wirtshaus Baumeister in Haunsbach. Landratsamts-Juristin Astrid Heuberger informierte die Ausschuss-Mitglieder über den Normenkontrollantrag den ein Landkreis-Bürger gegen die im Januar 2015 in Kraft getretene Abfall-Gebührensatzung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht hatte. Inhaltlich gab es nicht wirklich Neues zu verkünden. Nur so viel: Der Landkreis habe inzwischen eine erste Stellungnahme bei Gericht abgegeben, aber bis dato noch keine Rückmeldung erhalten. Aus einem ersten Antwortschreiben ließe sich dann ablesen, ob das Gericht Probleme sehe oder nicht.

Michaela Kaltenegger informierte, dass der Landkreis zum Jahresende die Sammlung von Kork einstelle. Jährlich fielen in etwa 0,3 Tonnen an. Der Aufwand einen Verwerter zu finden, der die Korkreste auch zentral abhole, stehe in keinem Verhältnis. Eine gemeinnützige Organisation, die bislang abholte, stellte den Service wegen zu weiter Entfernung im August ein.

Kaum Resonanz auf Angebote

  • Brotzeitboxen:

    In der ersten Schulwoche wurden wieder mehr als 1000 Brotzeit-Boxen verteilt. Weitere 3000 Stück hat man für die nächsten zwei Jahre auf Lager, informierte Heinz Pirthauer.

  • Wertstoffhof-Führungen:

    Über die Gemeinden werden für Schulklassen Führungen über die Wertstoff-Höfe im Landkreis angeboten. Dabei wird auch Werbematerial verteilt.

  • Puppentheater:

    Mit dem Stück „Bert, eine Brechbohnenbüchse, sucht seinen Weg“ will der Landkreis die Grundschulkinder für Mülltrennung und Co. sensibilisieren. Die Rückmeldungen seien äußerst positiv. Nur leider sei das Echo der Schulen ziemlich mager. Gerade einmal acht Einrichtungen buchten die Puppenspieler im vergangenen Schuljahr.

  • Belohnung:

    Auch Schulhof-Säuberungsaktionen scheinen kaum noch stattzufinden. Gerade mal zwei Schulen mit insgesamt neun Klassen meldeten sich zwecks vom Kreis ausgelobter Belohnung. Trotz Aufstockung des Betrags von 50 auf 100 Euro.

  • Entsorgungsplan: Der Müllkalender 2016 wird Ende November verteilt. Die interaktive App ist bereits jetzt freigeschaltet. (re)

Müllverbrennungsanlage sagt Nein

Carbon-Teile werden künftig ebenfalls nicht mehr in den Wertstoffhöfen im Landkreis angenommen, so Pirthauer. Hintergrund: Die Müllverbrennungsanlage Ingolstadt informierte, dass durch Carbonteile technische Probleme auftreten können. Daher werde man künftig keine kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffe mehr annehmen. Für den Landkreis bedeutet dies, dass er künftig Anlieferer auf Privatentsorger verweisen müsse.

Den Anträgen der VG Langquaid und der Stadt Kelheim zu geänderten Öffnungszeiten der Wertstoffzentren stimmten die Ausschussmitglieder zu.

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