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Digitalziel

Viel erleben auf einen Klick

Bei Quartieren klappt es schon – nun sollen touristische Attraktionen und Events im Kreis Kelheim online buchbar werden.
Von Martina Hutzler

Führungen im Kuchlbauer-Turm und -Kunsthaus in Abensberg sind bereits online buchbar. Für kleinere Touristik-Anbieter will nun der Kreis-Tourismusverband eine gemeinsame Plattform einrichten.  Fotos: Hutzler
Führungen im Kuchlbauer-Turm und -Kunsthaus in Abensberg sind bereits online buchbar. Für kleinere Touristik-Anbieter will nun der Kreis-Tourismusverband eine gemeinsame Plattform einrichten. Fotos: Hutzler

Kelheim.Ob Konzert, Museumsführung oder Sportevent: Fast alle touristischen und Freizeit-Angebote im Landkreis sind bisher nur „klassisch“ buchbar – indem man sich vor Ort oder an Vorverkaufsstellen Tickets besorgt. Das will der Kreis-Tourismusverband ändern. Und gibt die Online-Buchbarkeit als Ziel aus. Doch dafür gibt es etliche Hürden zu überwinden.

Führungen im Kuchlbauer-Turm und -Kunsthaus in Abensberg sind bereits online buchbar. Für kleinere Touristik-Anbieter will nun der Kreis-Tourismusverband eine gemeinsame Plattform einrichten.  Fotos: Hutzler
Führungen im Kuchlbauer-Turm und -Kunsthaus in Abensberg sind bereits online buchbar. Für kleinere Touristik-Anbieter will nun der Kreis-Tourismusverband eine gemeinsame Plattform einrichten. Fotos: Hutzler

Ein Mal aufs Smartphone tippen oder klicken, und schon ist die Eintrittskarte gesichert: Das funktioniert in vielen Ländern schon gut; in Deutschland steigen Anbieter und Nutzer erst allmählich ein. Im Kreis Kelheim bieten beispielsweise die Abensberger Kuchlbauer-Erlebniswelt, die Kelheimer Schifffahrt oder das Schulerloch schon Online-Buchungen an. Aber gerade für kleinere Unternehmen oder Einzelkämpfer wäre es ein großer Aufwand, sich selbst um die EDV-Technik und Logistik im Hintergrund zu kümmern.

Kooperation mit „Regiondo“

Deshalb will der Tourismusverband (TV) im Landkreis zur Schnittstelle werden, kündigte TV-Geschäftsführer Florian Best beim Mitgliedertreff des Verbands in Herrnwahlthann an.

Die Familien Miller (im Bild Daniela und Martin Miller) haben den „Stanglbräu“ in Herrnwahlthann mit enormem Aufwand hergerichtet und stellten Brauereigasthof sowie Hotel den Touristikern vor. Fotos: Hutzler
Die Familien Miller (im Bild Daniela und Martin Miller) haben den „Stanglbräu“ in Herrnwahlthann mit enormem Aufwand hergerichtet und stellten Brauereigasthof sowie Hotel den Touristikern vor. Fotos: Hutzler

Dafür will der Verband mit „Regiondo“ kooperieren, einem technischen Anbieter für Online-Ticketshops speziell im Freizeitbereich. Für Nutzer, die ihr Angebot online buchbar machen wollen, wäre dann der TV der Ansprechpartner vor Ort, etwa für Schulungen oder einfachere Problembehebungen, erklärte Best.

TV-Geschäftsführer Florian Best stellte den Mitgliedern des  Kreis-Tourismusverbands die Pläne zur Online-Buchbarkeit vor.  Fotos: Hutzler
TV-Geschäftsführer Florian Best stellte den Mitgliedern des Kreis-Tourismusverbands die Pläne zur Online-Buchbarkeit vor. Fotos: Hutzler

Einfach wird die Einführung eines solchen Systems nicht, ist dem TV-Geschäftsführer klar. Verglichen mit Übernachtungsangeboten ist im Freizeitbereich die Angebotspalette sehr groß: bezogen darauf, was jemand vermarkten will – Veranstaltungen, Führungen, Eintrittskarten oder Teilnahmebestätigungen – oder auch bezogen auf die Angebotsgestaltung: für Einzelpersonen, für Gruppen; mal regelmäßig oder zu bestimmten Terminen, mal sporadisch.

Immerhin zeigt laut Best die Digitalisierungs-Offensive bei Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen nun Wirkung. Die dicken Bretter sind mittlerweile gebohrt; die Online-Buchbarkeit sei mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau – was ausgerechnet für den Initiator TV zum Bumerang werden könnte.

Denn wer seine Zimmer oder Ferienwohnungen über Online-Portale vermietet bekommt, frage sich womöglich, ob er den Tourismusverband und die Mitgliedschaft bei selbigem überhaupt noch brauche, schilderte Best. Dass die Antwort „ja“ lautet, ist naturgemäß seine Überzeugung. Die unterlegte er vor den anwesenden Vermietern, Mitarbeitern von Tourist-Infos und Bürgermeistern mit einer Studie des ADAC. Der Automobilclub hat untersucht, wie Urlauber ihr Urlaubsziel finden, buchen, vor Ort erkunden und im Nachhinein bewerten.

Auf steigende Übernachtungszahlen im Landkreis konnte Landrat Martin Neumeyer verweisen. 2018 betrug das Plus  3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fotos: Hutzler
Auf steigende Übernachtungszahlen im Landkreis konnte Landrat Martin Neumeyer verweisen. 2018 betrug das Plus 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fotos: Hutzler

Bei den einzelnen Schritten gibt es Unterschiede, aber trotzdem, so Best, gelte für jede Etappe: Online- und „offline“-Quellen werden gleichermaßen zur Entscheidungsfindung herangezogen – der Beitrag im Hochglanz-Magazin ebenso wie die Homepage mit Ausflugstipps beispielsweise. Wichtig sei die Arbeit des Verbands unter anderem deshalb, um die Urlaubsregionen im Landkreis noch besser bekannt zu machen.

Menschen & Themen

  • Abschied:

    Noch bis Oktober ist Josefine Niedermeier die „gute Seele“ in der Geschäftsstelle des Kreis-Tourismusverbands. Namens der Mitglieder sagte der TV-Vorsitzender Reimer Verwaltungsfachfrau jetzt schon Danke und überreichte ihr Blumen.

  • Perspektive:

    In der Debatte um Klimaschutz und die Schädlichkeit von Flügen sieht Landrat Martin Neumeyer eine Chance für die Urlaubsregion Kelheim: Ziele in der Nähe werden wieder attraktiver für Menschen u.a. in den Ballungszentren wie München oder Nürnberg.

  • Investitionen:

    Dass man sich abseits touristischer Highlights etablieren kann, beweisen die Gastgeber des Touristikertreffens, die Familien Miller (im Bild Daniela und Martin) mit ihrem fein herausgeputzten Hotel und Brauereigasthof Stanglbräu.

  • Angebote:

    30 Wander- und Spazierwege im ganzen Landkreis enthält der neue Flyer „Wander[r]auszeit“, den TV-Geschäftsführer Best vorstellte. Er ist beim TV und in Tourist-Infos ebenso kostenlos erhältlich wie der Flyer zur „Herzstück“-Radltour Ingolstadt - Kelheim.

Insbesondere internationale Reiseanbieter haben „Bayerns Herzstück“, so der Landkreis-Slogan, noch nicht so groß am Schirm. Andererseits sind sie laut dem Tourismusmanager immer stärker auf der Suche nach Alternativen zu klassischen Zielen etwa in Oberbayern. Die stoßen angesichts von Besuchermassen und Verkehrsinfarkte allmählich an Grenzen.

Natur in den Tourist-Infos

Das droht den Kelheimer Zielen bislang nicht; hier sorgen steigende Übernachtungszahlen noch weitestgehend für ungetrübte Freude. Wie in den Vorjahren rechnet der Verband heuer mit erneut steigenden Übernachtungszahlen. Parallel dazu geht das Erschließen von Nischen weiter. So wird heuer das Inklusionsprojekt „Naturtourismus für Alle“ abgeschlossen, informierte TV-Vorsitzender Thomas Reimer.

TV-Vorsitzender Thomas Reimer (li.) sagte schon mal ein dickes „Danke“ an Josefine Niedermeier. Die Verwaltungs-Fachfrau des Verbands verabschiedet sich im Oktober. Fotos: Hutzler
TV-Vorsitzender Thomas Reimer (li.) sagte schon mal ein dickes „Danke“ an Josefine Niedermeier. Die Verwaltungs-Fachfrau des Verbands verabschiedet sich im Oktober. Fotos: Hutzler

Das vom Umweltministerium geförderte Modellprojekt will Gästen und Einheimischen mit und ohne Handicap die Naturschätze der Region näherbringen: digital, mit leicht verständlichen Filmen über Naturphänomene wie den Karst. Interessierte können sich ab den Sommerferien die Beiträge auf Laptops in den Tourist-Infos Kelheim, Essing, Riedenburg, Abensberg, Bad Abbach und Bad Gögging anschauen.

Auch das „barrierefreie Reisen“ ist im Kreis Kelheim ein großes Thema: Immer mehr Anbieter lassen sich zertifizieren:

Zertifizierung

Ungehindert unterwegs in den Urlaub

Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen: Viele Menschen schätzen barrierefreies Reisen. Wir waren beim Test in Riedenburg dabei.

Weitere Berichte zu Freizeit und Tourismus in der Region Kelheim lesen Sie hier!

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