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Afrika

Viel Hoffnung für das angelaufene Jahr

Die Kirchmannstiftung aus Abensberg kam 2019 in Westafrika an allen drei Standorten voran. Ausruhen ist aber nicht drin.
Von Wolfgang Abeltshauser

Schüler der im Jugendzentrum von Atar eingerichteten Schule. Foto: Kirchmann
Schüler der im Jugendzentrum von Atar eingerichteten Schule. Foto: Kirchmann

Abensberg.Seit über zehn Jahren engagiert sich die Stiftung „Main dans la Main“ aus Abensberg in Afrika. Es begann damit, mitzuhelfen, in Sabou in Burkina Faso ein Krankenhaus aufzubauen. Längst haben Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann – die Stiftungsgründer – weitere Projekte gefunden. Sie sind seit einigen Jahren auch in Mauretanien und Nigeria aktiv. Wichtig ist ihnen immer die Hilfe zur Selbsthilfe. Hand in Hand bedeutet der französische Stiftungsname auf Deutsch.

Positives aus Mauretanien

Mitten in der Sahara in Atar in Mauretanien steht ein Jugendzentrum der Stiftung. Das muss im kommenden Jahr weiter mit Leben gefüllt werden. Und die jungen Menschen, die dort auch einen Schulabschluss erwerben können, brauchen Perspektiven im eigenen Land. Das weiß Felicitas Kirchmann nur zu gut.

Hilfe

Eine segensreiche Arbeit zeigt Erfolge

Die Kirchmann-Stiftung aus Abensberg kommt in Afrika gut voran. Vor allem gibt es eine Zukunft für viele junge Menschen.

Das Jahr 2019 stand deshalb für die Stiftung unter dem Motto, den Schulabgängern Arbeitsmöglichkeiten zu vermitteln. Es gab eine berufsbegleitende Ausbildung für Schneiderinnen und Konditorinnen, für Köche und rechtzeitig zur Touristensaison eine Ausbildung für die Arbeit als Begleiter auf Trecks durch die Wüste. Immerhin sei Mauretanien das einzige Saharaland, das derzeit keine Sicherheitsprobleme habe.

Tourismus läuft an

Deshalb laufe dort der Tourismus wieder an. Ursprünglich hatte die Stiftung Verträge mit einem großen Tourismusveranstalter zur Übernahme der 23 ausgebildeten jungen Leute in ein Praktikum, mit dem ein, wenn auch bescheidenes, Gehalt verbunden gewesen wäre.

Ende Oktober musste Hanns-Peter Kirchmann allerdings feststellen, dass der von der Deutschen Botschaft empfohlene Veranstalter die Vereinbarung nur teilweise erfüllen konnte. Immerhin hat er sechs der 23 Absolventen übernommen. Mittlerweile habe die Stiftung durch eigene Initiative für weitere zwölf Absolventen ein Praktikum in Fremdenverkehrseinrichtungen gefunden. „Drei davon sind schon fest angestellt“, freut sich Felicitas Kirchmann.

Verständnis für Afrika

  • Reise:

    Das Verständnis für die afrikanische, insbesondere westafrikanische, Kultur in der deutschen Bevölkerung zu fördern, gehört ebenfalls zu den Zielen der Stiftung. Ende Februar werden deshalb 20 Personen eine Solidarreise nach Mauretanien unternehmen.

  • Besuch:

    Sie werden das Projekt in Atar besuchen, Fahrten in die Wüste unternehmen, Chinguetti und Ouadane, die heiligen Städte des Islams besuchen, mit den Mitarbeitern der deutschen Botschaft diskutieren und so eine Woche Mauretanien erleben.

  • Zweck:

    In den Augen von Felicitas Kirchmann sind diese Reisen sehr wichtig. Bereits zweimal fand eine statt. Da ging es unter anderem nach Burkina Faso und in den Benin. Sie sagt: „Wer geben will und wer gibt, muss verstehen, warum er gibt. Wer einmal in Afrika war, weiß sehr schnell, welche Hilfe wirklich hilft.

  • Rätsel:

    Auch in diesem Jahr gab es das Weihnachts- und Neujahrsrätsel der Stiftung. Die Preise stammen natürlich aus Afrika – unter anderem ein Gemälde eines der Künstler, die 2018 in Abensberg waren. Weitere Informationen gibt es unter www.stiftung-kirchmann.de. (wo)

Die Stiftung ist bemüht, weitere Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen. In Mauretanien werden Schuluniformen eingeführt. Die Stiftung hat sich mit den bereits ausgebildeten Schneiderinnen um den Auftrag beworben, diese Uniformen herzustellen. Die Schneiderinnen könnten diese vormittags, wenn die Kinder, die die Schule besuchen, noch nicht da sind, im Zentrum nähen. Ein Klassenraum ist dafür zur Schneiderei umgestaltet worden. Derzeit werden Vorzeigestücke gefertigt. Die Kirchmanns gehen fest davon aus, dass es zum Vertragsabschluss kommt.

Arbeit für die Schulen

Für die Konditorinnen ist nach wie vor die Pausenverköstigung für drei Schulen im Umkreis des Zentrums im Gespräch. Entscheidungen fallen in diesen Tagen. Cheikh Sidi Loudaa, der Vizepräsident der ONG La Porte de l`Espoir in Atar, ist regionaler Schulrat und hat gute Verbindungen. Dabei handelt es sich um eine Partnerorganisation der Stiftung.

Geschenke aus Abensberg für den städtischen Kindergarten in Atar. Foto: Kirchmann
Geschenke aus Abensberg für den städtischen Kindergarten in Atar. Foto: Kirchmann

Unterstützung kommt auch aus Abensberg. Eltern der Kindergruppe Wichtelstube haben gebrauchte Spielsachen gesammelt. Eine große Tasche wurde November beim städtischen Kindergarten in Atar abgegeben, zur Freude der ganzen Kinderschar und der Erzieherinnen.

Geduld für Serekeni

Schwieriger ist die Lage aktuell in Burkina Faso. Im Dorf Sérékéni will die Stiftung die Menschen sensibel für Müllvermeidung machen, ein Müllabfuhr-Projekt starten.

Das ist quasi die Bedingung dafür, dass die Stiftung dort ein Krankenhaus baut. Allerdings macht die Sicherheitslage Probleme. Deshalb habe der Geldgeber der französischen Partner, die eigentlich mit im Boot sitzen, sein Veto eingelegt.

So sieht es derzeit in den drei Projekten aus:

Abensberg: Kirchmannstiftung: Was ist geschehen, w

„Wir lassen aber Burkina Faso nicht im Stich“, betonen die Kirchmanns. Gerade jetzt dürfe man die Menschen nicht alleine lassen. Es gebe Einheimische, die vor Ort die Arbeit leisten könnten. Es müssten keine Menschen aus Europa dorthin. Deshalb habe die Stiftung für sich einen Förderantrag beim Bundesministerium für Entwicklung gestellt. Man müsse abwarten, wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickelt.

Hanns-Peter Kirchmann mit den Patenkindern der Stiftung Foto: Kirchmann
Hanns-Peter Kirchmann mit den Patenkindern der Stiftung Foto: Kirchmann

Gut laufen dafür die Patenschaften in Burkina Faso. Derzeit gibt es acht Patenkinder der Stiftung, einige Patenschaften wurden von Abensberger Gruppierungen übernommen. Hier soll es auf alle Fälle weitergehen.

Auch beim Projekt in Sina Gali in Nigeria ist die Sicherheitslage schwierig. Doch zumindest die Entwicklung ist klar.

Nach dem Bau des Brunnens, der dem Dorf zu Aufschwung verholfen habe, geht es darum, der örtlichen Schule mit 700 Kindern Lehrkräfte zu vermitteln. Die Kinder werden derzeit von zwei ausgebildeten Lehrern unterrichtet – und sonst nur von Hilfslehrern. Europäische Lehrkräfte nach Sina Gali zu entsenden, verbiete sich wegen der Bedrohungslage durch Terroristen.

Der Brunnen in Sinan Gali Foto: Kirchmann
Der Brunnen in Sinan Gali Foto: Kirchmann

Lokale Lehrer zu finden, mit ihnen zu verhandeln, Lehrkonzepte zu entwickeln sowie die Bezahlung zu übernehmen: Das sei als Programm für 2020 vorgesehen.

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