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Naturpark

Viel Kritik an Bauplänen im Biotop

Bürger und Naturschutzverbände, aber auch zwei Fachbehörden wenden sich gegen Riedenburgs Pläne für ein neues Baugebiet.
Von Martina Hutzler

Unter anderem kommt die seltene Schlingnatter im geplanten Baugebiet vor. Foto: Archiv/Niebergall
Unter anderem kommt die seltene Schlingnatter im geplanten Baugebiet vor. Foto: Archiv/Niebergall

Riedenburg.Kritik bei Naturschützern und einigen Fachstellen löst der Plan der Stadt Riedenburg aus, eine etwa 3,8 Hektar große Fläche von einer Naturpark-Schutzzone in ein Baugebiet umzuwandeln. Im dafür nötigen Genehmigungsverfahren gingen etliche negative Stellungnahmen ein, erfuhr der Kreis-Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Nun ist die Stadt Riedenburg am Zug.

Als Großgemeinde ist sie Teil des „Naturparks Altmühltal“, weshalb ein Teil des Gemeindegebiets zur so Schutzzone des Naturparks gehört. Diese Zone ist in einer Naturpark-Verordnung genau definiert. Ein Baugebiet in der Schutzzone neu auszuweisen ist nicht zulässig; für so ein Vorhaben müsste die Verordnung entsprechend geändert werden.

Das dafür nötige Verfahren hat der Kreis-Umweltausschuss auf Antrag Riedenburgs Ende 2017 eingeleitet. Darin können sich sowohl einzelne Bürger zu Wort melden als auch Behörden, Fachstellen und Verbände. Die davon auch Gebrauch machen, wie Abteilungsleiter Sebastian Post zusammenfassend referierte.

Mehrere Bürger wie auch die Naturschutzverbände lehnten die städtische Planung aus Natur- und Artenschutz-Gründen ab. Sie verweisen auf eine Vielzahl stark bedrohter Arten wie Schlingnatter und Orchideen, die auf dem als Biotop kartierten Magerrasen am Gleislhof nachgewiesen sind. Die von der Stadt vorgeschlagenen Ersatzflächen – darunter eine ehemalige Deponie bei Buch – seien naturschutzfachlich keineswegs ein Ersatz für geplante Bauland. So argumentierten sinngemäß Bürger und Flächeneigentümer sowie die regionalen Gruppen von Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Alpenverein und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Skepsis haben auch die Wasserwirtschafter vom Landratsamt und aus Landshut angemeldet: Dem geplanten Baugebiet fehle ein Vorfluter, und es wäre vorab zu klären, ob die Naturpark-Verordnung mit dem Plan für die Deponie-Rekultivierung in Buch in Einklang zu bringen ist. Der Naturpark selbst forderte einen 1:1-Ausgleich der herausgenommenen Fläche, um den Status „Naturpark“ nicht zu gefährden.

Das Landratsamt hat die Stadt Riedenburg aufgefordert, zu all dem Stellung zu nehmen. Erst dann soll eine Beratung im Ausschuss erfolgen.

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