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Abwasser

Viele Millionen unter die Erde

Abensberg muss investieren, um das Kanalsystem zukunftssicher zu machen. Das hörten die Stadträte aus Expertenmund.
Von Wolfgang Abeltshauser

Arbeiten am Kanalsystem sind in Abensberg in den kommenden Jahren nötig. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Arbeiten am Kanalsystem sind in Abensberg in den kommenden Jahren nötig. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Abensberg.Knapp sechs Millionen Euro muss die Kommune mindestens investieren, um in den kommenden Jahren das Abwassersystem auf Vordermann zu bringen. Das ist das Ergebnis des Generalentwässerungsplans, den Fachmann Enno Scholz dem Stadtrat am Donnerstagabend vorstellte. Vor allem im Süden der Stadt sind Maßnahmen unumgänglich.

So ein Plan muss in regelmäßigen Abstand erstellt werden, um Schwachstellen im Kanalsystem aufzuspüren. Das erklärte der Fachmann. Er sei notwendig, um auch in Zukunft Wasser in die Abens einleiten zu dürfen. Die Genehmigung dazu erteilt das Wasserwirtschaftsamt. Mit dem habe es schon Gespräche gegeben, wie Bürgermeister Dr. Uwe Brandl mitteilte. Die Berechnungen, denen das Maßnahmenpaket zugrunde liegt, gehen von einer Einwohnerzahl von 20 000 aus. Seien also auf die Zukunft ausgerichtet. Denn derzeit leben rund 14 000 Menschen in der Stadt. Entsprechend lautete dann die Antwort auf eine Frage von Josef Weber (Freie Wähler). Der wollte wissen, ob denn mögliche künftige Bauprojekte in die Analyse eingeflossen seien.

Wie bereits von unserem Medienhaus berichtet, wird eine der Hauptmaßnahmen sein, im Bereich des Roten Platzes ein größeres Regenrückhaltebecken zu errichten. Scholz geht von einem Volumen von 600 Kubikmetern aus. Allein dafür werde der Kämmerer einige Millionen auf den Tisch legen müssen. Im Süden – entlang der Abens – sind weitere Arbeiten notwendig. Der Fachmann kündigte an, dass im Bereich Aunkofen eine zusätzliche Druckleitung zum Klärwerk nötig ist. Dafür werde auch ein neues Pumpwerk gebaut. Außerdem stellte sich heraus, dass bei der Straubinger Straße ein größerer Sammler gebaut werden muss.

Überirdisch ändert sich nichts

Bastian Bohn (CSU) wollte wissen, ob denn für diese neuen Bauwerke in der Stadt überhaupt Platz sei. Scholz erwiderte, dass ja alles unterirdisch gefertigt werde. Über der Erde ändere sich nichts.

Im Norden der Stadt seien keine größeren Arbeiten notwendig. Denn dort sei das Kanalsystem noch nicht so alt. Außerdem helfe die Geografie – das natürliche Gefälle. Auch in den meisten Ortsteilen gebe es keinen Grund zur Sorge. Allerdings sind in Sandharlanden Arbeiten notwendig. Ziel sei es, das Wasser aus dem dortigen Becken noch gedrosselter in den Graben ablaufen zu lassen.

Die Liste der vorgeschlagenen Maßnahmen ist damit noch nicht zu Ende. Allerdings haben die genannten Arbeiten absolute Priorität. Sie müssen laut Scholz innerhalb der kommenden zehn Jahre verwirklicht sein. Bürgermeister Brandl kündigte an, eines dieser Projekte im kommenden Jahr anpacken zu wollen.

Langfristig müsse die Kommune laut Scholz die Bodenversiegelung vermindern. Möglich wäre in seinen Augen etwa, die großen Parkplätze – etwa bei der Schule oder in den Gewerbegebieten – so zu gestalten, dass mehr Wasser versickern kann. Das würde den Kanal entlasten.

Bürger wohl nicht beteiligt

Wenn die Abensberger in den kommenden 20 Jahren alles umsetzen, was ihnen Scholz ins Aufgabenheft geschrieben hat, kostet das weit über zehn Millionen Euro. Der Bürgermeister betonte dazu, dass es wohl nicht möglich sei, die Bürger mit speziellen Beiträgen an den Kosten zu beteiligen. Debattiert wurde im Gremium über die einzelnen Maßnahmen nicht. Jedoch müssen sie alle noch einzeln von den Politikern abgesegnet werden.

Beschlossen ist eine neue Hausordnung für das Freibad. Dort ist festgehalten, dass Spielen mit harten Bällen – also zum Beispiel Fußbällen aus Leder – nicht mehr erlaubt ist. Daran hatte es im schon in der jüngsten Werkausschuss-Sitzung Kritik gegeben. In der Ratssitzung war es ebenso. Die Kinder würden eben gerne kicken.

Brandl betonte, dass das mit Bällen aus Plastik für die Kleinen auch weiterhin möglich ist. Mit richtigen Fußbällen gehe es aber nicht mehr. Es habe Beschwerden von anderen Badegästen deshalb gegeben.

Hier finden Sie weitere Artikel über Abensberg.

Wieder Sonnenenergie aus Abensberg

  • Projekt:

    Auf dem Gebiet der Kommune soll bald eine weitere Photovoltaikanlage auf freier Fläche stehen. Vorgesehen dafür ist das Areal Rotäcker bei Arnhofen.

  • Plan:

    Der Stadtrat hat jetzt beschlossen, die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes in die Wege zu leiten. Eine Debatte über den Tagesordnungspunkt kam im Gremium keine mehr auf. (wo)

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