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Geschichte

Viele Zimmer, aber wohl kein Kerker

Die mittendrin!-Reporter haben Burg Prunn erkundet. Und sie haben nebenbei einiges über Sprich-Wörter erfahren.
Von unseren Mittendrin!-Reportern Philipp, Sabrina und Daniel

So sieht die Küche auf Burg Prunn aus. Der Koch hat einst im Mittel-alter den Topf an Haken („Zähnen“) über die Feuerstelle gehängt. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, hat er einen an einen tieferen Zahn gehängt. Er hat also „einen Zahn zugelegt“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)
So sieht die Küche auf Burg Prunn aus. Der Koch hat einst im Mittel-alter den Topf an Haken („Zähnen“) über die Feuerstelle gehängt. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, hat er einen an einen tieferen Zahn gehängt. Er hat also „einen Zahn zugelegt“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)

Kelheim.Kelheim liegt im Altmühltal und dort gibt es viele tolle Sehenswürdigkeiten: zum Beispiel Höhlen, Burgen und Wander-Wege. Die mittendrin!-Reporter haben so eine Sehenswürdigkeit besucht: die Burg Prunn.

Diese Burg ist auf einen Felsen gebaut worden. Der Felsen ist über dem Ort Prunn. Dass die Burg so hoch droben steht, das hat seinen Grund. So kann man nämlich nur von einer Seite auf die Burg gehen. Also musste man früher auch nur diese eine Seite bewachen.

Burg Prunn ist  auf einem hohen Felsen erbaut. Das war praktisch: Feinde hatten es schwer, die Burg anzugreifen. Foto: re / Archiv
Burg Prunn ist auf einem hohen Felsen erbaut. Das war praktisch: Feinde hatten es schwer, die Burg anzugreifen. Foto: re / Archiv

Denn Burgen wurden einst oft überfallen. Der Zugang liegt auf der Nord-Seite. Dort gab es außerdem eine Zugbrücke. Wenn man die Zug-brücke hochzog, dann konnten Feinde die letzten drei Meter zur Burg nicht gehen.

Wie alt ist die Burg Prunn? Das kann man an der Form der Burg und an den Balken herausfinden. Auf der Burg Prunn sind Eichen als Balken verbaut. Diese Eichenbalken sind 800 Jahre alt. Das haben Wissen-schaftler heraus-gefunden. Im Lauf der Zeit hat sich die Burg Prunn immer wieder verändert. Es wurde zum Beispiel um 1410 eine Art Turm als Anbau gebaut. Dort wohnten die Burgbewohner. Die Zeit, in der Burg Prunn entstand nennt man Mittel-alter.

So sieht die Küche auf Burg Prunn aus. Der Koch hat einst im Mittel-alter den Topf an Haken („Zähnen“) über die Feuerstelle gehängt. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, hat er einen an einen tieferen Zahn gehängt. Er hat also „einen Zahn zugelegt“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)
So sieht die Küche auf Burg Prunn aus. Der Koch hat einst im Mittel-alter den Topf an Haken („Zähnen“) über die Feuerstelle gehängt. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, hat er einen an einen tieferen Zahn gehängt. Er hat also „einen Zahn zugelegt“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)

An einer Stelle kann man sehen wie dick die Mauern sind: bis zu drei Meter! In den Zimmern kann man Malereien bewundern. Früher hatte man keine Farbe. So wurde einfach Ochsenblut als Farbe genommen. Fenster gab es anfangs auch nicht. Daher sind die Mauer-ausschnitte auch klein, damit es innen nicht zu kalt oder zu warm wurde.

Auf Burg Prunn gibt es eine uralte Handschrift vom „Nibelungenlied“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)
Auf Burg Prunn gibt es eine uralte Handschrift vom „Nibelungenlied“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung (www.schloesser.bayern.de)

Da es kleine Fenster-Ausschnitte waren, war es innen aber recht finster. Die Burg hat wohl keinen echten Kerker gehabt. Die Herrscher auf der Burg durften nämlich nur kleinere Sachen bestrafen: zum Beispiel einen Dieb. Der kam nicht ins Gefängnis.

Wissenswertes

  • Tierisch:

    Früher hat man sein Geld in eine Truhe gelegt. Auf den Boden der Truhe war ein Hund gemalt. Der Hund sollte das Geld vor Räubern beschützen. Wenn man sein letztes Geld aus der Truhe geholt hat, war der Hund zu sehen: Man ist also „auf den Hund gekommen“.

  • Erben:

    Im Mittel-alter hat jeder Mensch seinen eigenen Löffel für die Mahlzeiten gehabt. Ist ein Mensch gestorben, dann hat er den Löffel nicht mehr gebraucht. Der Löffel wurde nicht weg-geworfen. Sondern ein anderer Mensch hat ihn bekommen. Der Tote hat also seinen „Löffel abgegeben“.

  • Kochen:

    Die Leute im Mittel-alter haben ihr Essen über einer Feuerstelle gekocht. Dazu waren über Feuer-stelle mehrere Haken in der Wand, in verschiedenen Höhen. Der Koch hat den Kochtopf in einen der Haken eingehängt. Die Haken hießen auch „Zähne“. Wenn das Essen schneller fertig werden sollte, dann hat man den Kochtopf nach unten in den nächsten Zahn gehängt. Man hat also „einen Zahn zugelegt“, damit das Essen schneller fertig wird.

  • Staunen:

    Auf der Burg Prunn gibt es ein sehr wertvolles Schriftstück aus dem Mittelalter: eine Hand-schrift vom „Nibelungen-lied“. Das Nibelungen-lied ist eine sehr alte Sage. Menschen haben immer wieder einmal diese Sage aufgeschrieben. Die Hand-schrift aus Prunn ist aber besonders alt: Es ist die viert-älteste vollständige Hand-schrift des Nibelungen-liedes überhaupt.

  • Hürden:

    Leider ist die Burg innen nicht barrierefrei. Aber man kann bis zum Innenhof mit dem Rollstuhl fahren. Auch gibt es eine barrierefreie Toilette. Im Winter ist die Burg von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am Montag hat sie zu.

Auf der Burg Prunn gibt es noch viel mehr zu entdecken. Man erfährt wie man früher mit Greifvögeln jagte, welche Kleidung Ritter und Kämpfer hatten und noch vieles mehr. Und wer ganz gut aufpasst, entdeckt vielleicht auch den verlorenen Schatz!

Wenn es einem schlecht geht, sagt man auch: „Ich bin auf den Hund gekommen“. Früher war am Boden einer Geldschatulle ein Hund aufgemalt. Er sollte das Geld „bewachen“. Man hat den Hund nur gesehen, wenn die Schatulle leer war. Dann war man also fast pleite. Foto: mittendrin!
Wenn es einem schlecht geht, sagt man auch: „Ich bin auf den Hund gekommen“. Früher war am Boden einer Geldschatulle ein Hund aufgemalt. Er sollte das Geld „bewachen“. Man hat den Hund nur gesehen, wenn die Schatulle leer war. Dann war man also fast pleite. Foto: mittendrin!

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