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Musik

Vier Mal Beethoven in Kelheim

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gibt es 2020 vier außergewöhnliche Konzerte an besonderen Orten.
Von Roland Kugler

Dr. Christoph Lickleder mit einem Konterfei von Ludwig van Beethoven. Zum Jubiläum holt er große Musiker nach Kelheim.  Foto: Roland Kugler
Dr. Christoph Lickleder mit einem Konterfei von Ludwig van Beethoven. Zum Jubiläum holt er große Musiker nach Kelheim. Foto: Roland Kugler

Kelheim.Eigentlich wollte Dr. Christoph Lickleder etwas kürzer treten, was seine Arbeit in der Musikvereinigung Kelheim angeht. So hat er es vergangenes Jahr im Jubiläums-Interview gesagt, zu ihrem 50-jährigen Bestehen. In der Tat hat er sich seitdem zurückgenommen, doch zum Beethoven-Jahr 2020 holt er noch einmal ganz große Kunst nach Kelheim.

„Ich habe im Newsletter des deutschen Musikrates zufällig gesehen, dass es für Veranstaltungen zum 250. Geburtstag Beethovens eine Förderung durch das Staatsministerium für Kultur und Medien gibt“ erzählt Lickleder bei einem Gespräch in Kelheim. „Es hat mich so gereizt, in diese Förderung hinein zu kommen“ sagt der Musik-Liebhaber und ehemalige Lehrer.

Lickleder steht seit Jahrzehnten für Musik ein

Seit Jahrzehnten hat Lickleder musikalische Veranstaltungen fast jeder Art in der Kreisstadt organisiert, mit hervorragenden Musikern und großem Erfolg. Also nahm er auch dieses Projekt in Angriff und schrieb eine Bewerbung unter dem Titel „Kelheim feiert Beethoven“ nach Berlin. Ein Bitt-Brief sei das allerdings nicht gewesen: „Innerhalb von 30 Tagen musste ich ein komplettes Programm erstellen – mit Musikern, Veranstaltungsorten, Sponsoren und Finanzierung. Das war Tag und Nacht Arbeit“, erzählt Lickleder, und strahlt, weil er erfolgreich war.

Tag und Nacht Arbeit

„Berlin hat mein Konzept als gelungen bezeichnet“ sagt Lickleder. Somit gibt es ein Drittel der Kosten ersetzt. Ein weiteres Drittel sollen Eintrittsgelder bringen, den Rest Sponsoren. Auch hier ist er sich nicht zu schade, immer wieder Klinken putzen zu gehen, wenn es heißt, Geld für die Kunst aufzutreiben. „Beim Kultusministerium in München haben sie gesagt, ‚gebt’s dem Lickleder a Geld, sonst hört er nicht mehr zu reden auf’“, erzählt er lachend.

Doch vor allem örtliche Unternehmen sind es, die ihn seit Jahren unterstützen. Denn bei aller Begeisterung und Liebe braucht es halt auch Geld, um hochkarätige Konzerte zu veranstalten. Und solche sollen es werden, gleich vier an der Zahl, die sich Lickleder ausgedacht hat, um Beethoven zu feiern. Auf ganz besondere Art, und an ebensolchen Orten: klassisch, kubanisch verjazzt, im Natursteinwerk, und in der Befreiungshalle.

2018 feierte die Musikvereinigung 50. Jubiläum:

Rückblick

50 Jahre „gelebte“ Musik

Kultur für die sogenannte „Provinz“: so lautete bei der Musikvereinigung Kelheim einst ein Festvortrag –und ist Programm.

Den Auftakt macht das Gasteig-Orchester München mit einem Sinfoniekonzert am 6. März 2020 im Weißen Brauhaus. Es spielt die Egmont-Ouvertüre, die 1. Sinfonie C-Dur und die 5. Sinfonie C-Moll. Teils wird das sogar eine Welturaufführung, da sie der ehemalige Konzertmeister Sreten Krstic extra für Streichorchester bearbeitet hat. Am 16. Mai heißt es „Beethoven meets Cuba“. Die Klazz Brothers interpretieren den Meister mit Kuba-Percussion. „Man muss auch für moderne Musik offen und flexibel sein“ sagt Lickleder. „Gute Werke vertragen das, auch Rockversionen – so finden vielleicht auch junge Leute Zugang zum Original.“

Offen für Modernes

Einen Kammermusikabend gibt es am 12. September. Das Clemente Trio und Nicola Birkhan an der Bratsche spielen den Gassenhauer und Klavierquartette mit einem aus der Mozartzeit nachgebauten Hammerklavier und an einem außergewöhnlichen Ort: zwischen Maschinen und Steinsägen, in der Naturstein-Werkhalle in Essing.

Den krönenden Abschluss bildet das vierte Konzert. Es findet am 18. Oktober in der Befreiungshalle unter dem Motto „Beethoven und die Freiheit“ statt, mit einem Vortrag von Kultusminister Sibler. „Beethoven, Napoleon, Ludwig I. – da kam mir sofort die Befreiungshalle in den Sinn. Kein Ort könnte besser passen als unser Freiheitstempel“, schwärmt Lickleder. Es wird nicht nur Musik gemacht, sondern auch gesungen. Das Bayerische Polizeiorchester spielt auf, der Männerchor des Regensburger Renner-Ensembles singt. Gänsehaut garantiert.

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Musikverein Kelheim

  • Geschichte:

    Als Student an der Musikhochschule München hat Christoph Lickleder 1968 die Musikvereinigung gegründet. Anfangs mit professionellen und Laien-Musikern und einem Chor. Unzählige Konzerte mit überregionalem Erfolg gab es seitdem in Kelheim und Bayern.

  • Provinz:

    Hochkarätige Musiker aus dem In- und Ausland hat Lickleder nach Kelheim geholt. „Provinz findet nur im Kopf statt“, sagt er.

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