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Gillamoos

Volles Haus bei „Lady Gaga der Politik“

Der „König der Bayern“ watschte im Ottenbräuzelt die Konkurrenz in den anderen Zelten ab. Der „Horst“ Haderthauer und Dobrindt. Die Menge tobte!
Von Beate Weigert

  • Die Sandharlandener huldigen ihrem „König der Bayern“. Rechts neben Wolfgang Krebs alias Edmund Stoiber Bayern-Präsi Franz Handschuh Fotos: Weigert
  • Wolfgang Krebs‘ Liebelings-Alter Ego Edmund Stoiber war der Star im Ottenbräu.
  • Die Fans jubeln dem Ex-Ministerpräsidenten zu.
  • Zuvor hatte „Blechfeez“ den „Edmund Stoiber“ standesgemäß ins Zelt gespielt. Der Edi ließ sich von seinen Fans feiern.
  • Der „Horst“ war auch dabei.
  • Der Edmund ist ganz in seinem Element.
  • Die 3200 Sitzplätze im Ottenbräu waren voll. Auch an den Eingängen drängten sich die Zuhörer.

Abensberg.Schon um Fünf nach Acht ließ sich der „Bayern-Präsident“ an einem Biertisch in der ersten Reihe im Ottenbräu nieder. Nein, Uli Hoeneß war nicht auf dem Gillamoos. Der sitzt ja aktuell in Starnberg in einer Privatklinik ein, wie Kabarettist Wolfgang Krebs zweieinhalb Stunden später sein Parade-Alter-Ego Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber frotzeln lässt.

Der Bayern-Präsi war in diesem Fall, Franz Handschuh aus Sandharlanden, seines Zeichens Chef der „Sandhas’n 97“, dem FC Bayern-Fanclub aus Sandharlanden. Gut, dass er nichts dem Zufall überlassen hatte, denn im Gegensatz zu den anderen Zelten, war das Otten schon lange vor der Rede des Kabarettisten rappelvoll.

Die größte Unverschämtheit

Als der Edi kurz nach 10.30 Uhr standesgemäß von „Blechfeez“ ins Zelt gespielt wurde, erhoben sich die Massen und huldigten ihrem „Edi“ – mit Applaus, gezückten Handys und frenetischem Jubel. Der inoffizielle „Edi Stoiber“-Fanclub von Franz Handschuh und seinen Leuten entrollte ein Transparent: „Edmund, König der Bayern“ war darauf zu lesen. Das war Balsam für die Seele des Krebschen Lieblings-Alter Egos, der ja offiziell nicht mehr groß etwas zu sagen hat.

Ihn schmerzt so einiges. Dass der Seehofer gleich zwei Päpste in einer Stunde getroffen hat, stößt dem Edi mächtig auf. Wenn es in seiner Amtszeit zwei Päpste gegeben hätte, hätte er die „in zehn Minuten getroffen“, bricht es aus ihm heraus. Die allergrößte Unverschämtheit hätten sich jedoch die Amerikaner geleistet. „Dass der Obama die Merkel abgehört hat und nicht mich“, will ihm gar nicht eingehen.

Bei gefühlten „50 Grad“ machte der Parodist als Stoiber seiner Seele Luft. Schließlich war er am Montag auf dem Gillamoos „das letzte Schwergewicht“ neben all den „abgehalfterten B- und C-Promis“, die nicht einmal im Dschungelcamp Einlass finden würden. SPD-Redner Thorsten Schäfer-Gümbel bezeichnete er als den „Chef der hässlichen, äh hessischen SPD“, Toni Hofreiter von den Grünen als „Ötzi der Grünen. Der schaue aus, wie eine Grüne, die man vor 30 Jahren eingefroren hat und jetzt wieder auftaut“. Den Edi-Fans im Zelt gefällt’s. Immer wieder branden Edi-, Edi-Rufe auf. FDP-Generalin Nicola Beer brachte den Stoiber vollends zur Verzweiflung. „Die Partei von Hans Dietrich Genscher hat niemanden mehr aufzubieten außer einer Frau Beer?“ Die Hauptrednerin der Freien Wähler, Ulrike Müller, war gar nicht erst eine Erwähnung wert. Und der Aiwanger spreche einen Dialekt, den kein Bayer, auch kein Niederbayer und kein Rottenburger spricht. „Den spricht man nur auf dem Hof, aus dem er kommt.“

Den „Bundes-verkehrt-Minister“ überließ der Stoiber seinem amtierenden Ministerpräsidenten-Kollegen Horst Seehofer. Und auch Christine Haderthauer durfte dieser ordentlich einschenken. Er hätte sie ja gerne behalten, wegen ihrem Unterhaltungswert, sagt der Horst. Aber „es gibt Dinge, die tut man nicht. Man lässt nicht in einem bayerischen Gefängnis einen bayerischen Mörder Modellautos bauen, und raus kommt ein Mercedes! Ein baden-württembergisches Rentnerfahrzeug!“ Dass Haderthauer vor der Presse die Geschäfte als ein „von Idealismus getragenes finanzielles Engagement“ bezeichnet hat, sei gewagt gewesen. Als Nervenarztgattin hätte sie doch wissen müssen, „dass öffentlich vorgetragener Wahnsinn in Bayern leicht mit Zwangseinweisung enden kann. Da war mir klar, die Christine ist nicht zu halten.“

Edmund fordert eine Preißn-Maut

Flugs reißt sich Krebs die Perücke vom Kopf und stülpt sich die erste wieder auf. Schon stoibert es wieder und das ist so richtig nach dem Geschmack der Zuhörer. „Was macht der Dobrindt, der führt ein Pickerl ein, dass die Österreicher kaufen müssen, das ist die falsche Richtung! Wenn schon eine Ausländermaut, dann sollen die richtigen Ausländer zahlen!“ Wer wohl, die Preißn natürlich. „Ab sofort 100 Euro an der Mautstation Aschaffenburg. Das ist eine Ausländermaut, die ihren Namen verdient hat“. Die Edi-Fans schlagen sich auf die Schenkel und lachen Tränen. Der Edi ist gerührt. Denn er ist doch noch immer noch „die Lady Gaga der bayerischen Politik“. Und deshalb kommt er 2015 wieder!

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