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Wahlporträt

Vom Gefühl her ein Mut-Macher

„Es hat sich richtig angefühlt“, erklärt der Riedenburger Fabian Helmich, warum er in der Partei „mut“ Direktkandidat wurde.
Von Martina Hutzler

Kulturpolitik interessiert den Fotodesigner und Verleger Fabian Helmich besonders. Auch dort hält der „mut“-Direktkandidat die humanistische Grundeinstellung seiner Partei für folgerichtig. Foto: Heike S. Heindl
Kulturpolitik interessiert den Fotodesigner und Verleger Fabian Helmich besonders. Auch dort hält der „mut“-Direktkandidat die humanistische Grundeinstellung seiner Partei für folgerichtig. Foto: Heike S. Heindl

Kelheim. Politisch interessiert ist er seit Jugendjahren. Aber Politiker sein? Diese Option hatte Fabian Helmich gar nicht am Schirm. Es brauchte schon eine neu gegründete Partei namens „mut“, um aus dem Riedenburger Fotografen und frischgebackenen Familienvater einen Landtags-Direktkandidaten zu machen: Woanders „habe ich keine politische Heimat gefunden“, sagt der 42-Jährige.

Landtagskandidat MUT Fabian Helmich
Landtagskandidat MUT Fabian Helmich

Hinter ihm liegt ein Herzschlag-Finale: Bis zum letzten Frist-Tag musste die Mitte 2017 gegründete Partei beglaubigte Unterschriften sammeln, um zur Landtagswahl zugelassen zu werden. 935 Signaturen waren im Wahlkreis Niederbayern nötig – „das war am Ende schon etwas hektisch“, erinnert sich Fabian Helmich. „Diese Form von Verantwortung war neu für mich.“ Er findet es durchaus reizvoll, dass nicht nur er die politische Basisarbeit erst mal erlernen muss, sondern fast die ganze Partei. Mal abgesehen von der Gründerin.

Überzeugt von Ex-Grünen-Politikerin Stamm

Claudia Stamm, Tochter von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), ist 2009 in den Landtag eingezogen, hat aber 2017 ihre damalige Fraktion und Partei verlassen: Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, Natur- und Umweltschutz, dafür standen ihr die Grünen nicht mehr überzeugend ein. Als parteilose Abgeordnete gründete die 47-Jährige deshalb „mut“. Und traf mit dem Ansatz, Humanismus zur Basis ihrer politischen Arbeit zu machen, bei Fabian Helmich einen Nerv.

Familienleben ist zweigeteilt

Dem war das Wählen immer schwerer gefallen – überzeugt habe ihn keine Partei so richtig. Er kontaktierte Stamm, war bei der ersten Klausurtagung der Partei im Oktober 2017 dabei – und kehrte als eine Art Wahlbeauftragter für Niederbayern heim.

Zur Person

  • In Kürze:

    Fabian Helmich, 1976 in Erding geboren, wuchs in Riedenburg auf. Hier und in München lebt der Fotodesigner und Verleger mit seiner Lebensgefährtin und Töchterchen Cosima. Zur „mut“-Partei stieß er kurz nach deren Gründung im vorigen Jahr.

  • In Kontakt:

    Per Mail (fabian.helmich@mut-bayern.de) und via Facebook (@mutparteibayern)

„Es hat sich richtig angefühlt. Obwohl ich’s, rational betrachtet, gar nicht hätte machen dürfen“: Seine Lebensgefährtin war damals hochschwanger mit Töchterchen Cosima; und das Leben, heute zu dritt, gestaltet sich organisatorisch eh schon aufwändig. „Ich hab’ zwei Zahnbürstln, in München und Riedenburg“, beschreibt Helmich. In der Landeshauptstadt arbeitete er zehn Jahre als pädagogische Hilfskraft und machte sich 2007 als studierter Fotodesigner selbständig.


Fotograf und Verleger

Aber seit fünf Jahren hat er auch wieder ein Standbein im heimatlichen Riedenburg, wo er ein Atelier eröffnete und 2014 einen eigenen Verlag namens „entlegenes“ gründete. Deshalb sei ihm wichtig, dass auch seine politische Arbeit nun in der Heimat, im Kreis Kelheim stattfindet.

Schneller Kandidaten-Check gefällig? „Fünf Fragen - Fünf Antworten“!

„Die ländliche Entwicklung ist schon zentral für uns“, sagt Fabian Helmich und nennt Pendler, Digitalisierung, Wohnraum-Verfügbarkeit als Stichworte. Dies in konkrete mut-Ziele auf Orts- und Kreisebene zu übersetzen, fällt ihm aber schwer: In vielen Punkten sei das Parteiprogramm noch nicht detailliert genug, räumt er ein. „Aber es stellt dar, was wir mit unserem Handeln bewirken und wie wir im Kleinen die Themen anders angehen wollen.“ Ihm selbst sei zum Beispiel wichtig, für eine Kulturpolitik erst mal zu hinterfragen, „was Kultur überhaupt ist. Nämlich definitiv nicht nur Museen und ähnliche Einrichtungen“, sondern auch die Arbeit kultur-schaffender Bürger.

„Unser Ziel ist, dass zum Beispiel ökologisches Handeln als ,cool’ rüberkommt – und nicht als Zwang.“

Ihnen und den Kommunen wieder mehr Verantwortung zu geben, sei in allen Belangen ein Ziel der Partei. Damit, hofft Helmich, würde zum Beispiel „ökologisches Handeln als ,cool’ rüberkommen, und nicht als Zwang“. Ob sich freilich völlig zwanglos auch Lösungen für unliebsame Dinge vor Ort finden lassen – der Standort für eine neue Müllverbrennungsanlage etwa? Nein, dafür brauche es schon auch landespolitische Vorgaben, antwortet der Riedenburger. Und räumt ein, er sei „noch unerfahren, was auf welcher politischen Ebene geregelt wird.“

Vielen der rund 400 Parteimitglieder geht es kaum anders. Aber in der Parteistruktur erhofft sich der 42-Jährige auch einen Vorteil: Viele jünger als 40, Frauen in der Mehrheit – das sei für jüngere Wähler attraktiv. Weshalb die Partei, neben klassischen Infoständen und Flyern, auch stark auf Online- und Social Media-Kanäle setzt.

Machen Sie sich selbst ein Bild: Fabian Helmich im Video

Politisches und Privates von Mut-Kandidat Fabian Helmich Video: Heike S. Heindl & Martina Hutzler

Als Humanisten sind Facebook & Co. aber nicht grade bekannt? Ja, darüber habe man innerparteilich diskutiert, antwortet der Direktkandidat. Als Mitteilungs-Kanal nutzen, aber kein Geld für Werbung dort ausgeben, mit dieser Haltung kann Fabian Helmich leben – wobei das Werbe-Budget von mut sowieso äußerst schmal sei, ergänzt er.

Noch passt das Programm zu 100 Prozent

Es werde noch viele weitere Kontroversen geben, bei denen die Parteilinie zu definieren sein wird: Das sei ihm klar, und auch, dass es in der Folge wohl nicht bei seiner bisher „100-prozentigen Übereinstimmung“ mit dem gesamten Parteiprogramm bleiben wird. „Das ist Demokratie“; Hauptsache, man redet miteinander. Wofür die Bayern eine wunderschöne gesprächsfördernde Geste erfunden haben, findet Fabian Helmich: „jemand Anderem ein Bier auszugeben!“

Kulturpolitik interessiert den Fotodesigner und Verleger Fabian Helmich besonders. Auch dort hält der „mut“-Direktkandidat die humanistische Grundeinstellung seiner Partei für folgerichtig. Foto: Heike S. Heindl
Kulturpolitik interessiert den Fotodesigner und Verleger Fabian Helmich besonders. Auch dort hält der „mut“-Direktkandidat die humanistische Grundeinstellung seiner Partei für folgerichtig. Foto: Heike S. Heindl

Alle Porträts der zehn Kelheimer Direktkandidaten und weitere Infos zur Landtagswahl veröffentlichen wir hier!

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