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Denkmal

Vom Schandfleck zum Schmuckstück

Bürgermeister Thomas Reimer ist für die Sanierung des Blauen Hauses in Neustadt vom Kultusministerium ausgezeichnet worden.
Von Jochen Dannenberg

Das Blaue Haus ist aufgrund der Sanierung zu einem Schmuckstück am Kirchplatz geworden. Derzeit beherbergt das Anwesen die Volkshochschule und die Geschäftsstelle des Arbeitskreises Neustädter Wirtschaftsförderung (ANW). Außerdem gibt es im Blauen Haus Informationen für Touristen.
Das Blaue Haus ist aufgrund der Sanierung zu einem Schmuckstück am Kirchplatz geworden. Derzeit beherbergt das Anwesen die Volkshochschule und die Geschäftsstelle des Arbeitskreises Neustädter Wirtschaftsförderung (ANW). Außerdem gibt es im Blauen Haus Informationen für Touristen. Foto: Dannenberg

Neustadt. „Mit der Erhaltung von Denkmälern werden nicht nur Gebäude bewahrt oder Bodendenkmäler geschützt. Die Erhaltung und Pflege von Denkmälern bewirken viel mehr: Sie halten unsere Städte und Dörfer lebenswert!“, stellte Mathias Pfeil, Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, anlässlich der Verleihung der Denkmalschutzmedaille am Freitag in München fest.

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle betonte: „Das großartige Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger ist die beste Werbung für die Denkmalpflege und damit von hoher Bedeutung für die Geschichte Bayerns.“ Schließlich gehe es um die Zeugnisse der gemeinsamen Geschichte der Menschen im Freistaat, um das Gesicht Bayerns, „das durch die von uns erbaute Umwelt und von den archäologischen Denkmälern maßgeblich geprägt wird.“ Nur mit einem geschärften Bewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger bekämen die Denkmäler im Freistaat die nötige Aufmerksamkeit und Pflege.

Leerstand und Vernachlässigung

Bürgermeister Thomas Reimer dürfte sich über diese Worte gefreut haben. Oft hat er sich in der Vergangenheit für den Erhalt des Blauen Haus am Kirchplatz rechtfertigen müssen. Immer wieder wurde er mit falschen Zahlen zu den Kosten und der Größe des Gebäudes konfrontiert. Mühselig versuchte er, ein ums andere Mal die Fakten gerade zu rücken. Deshalb sagt er jetzt: „Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung für den Einsatz um den Erhalt des Blauen Hauses.“ Wobei Reimer hinzufügt, dass die Ehrung – auch wenn nur sein Name in der offiziellen Würdigung genannt wird – nicht allein sein Verdienst ist. „An dem Erfolg haben viele mitgewirkt“, sagt er und denkt dabei u.a. an Stadtbaumeisterin Tanja Staudt und das Architektenbüro Nadler - Sperk - Reif in Landshut, aber auch an das Landratsamt Kelheim.

„Leerstand und bauliche Vernachlässigung waren Ursachen für schweren Schäden an dem Anwesen auf dem Kirchplatz“, erinnert der Bürgermeister. „Die Statik des Hauses musste verbessert werden, die teilweise von Fäulnis befallene Dachkonstruktion bedurfte einer sorgfältigen Reparatur, die Dachdeckung wurde erneuert“, zählt Reimer auf. Weitere Maßnahmen kamen dazu: Die historischen Bohlenbalkendecken blieben erhalten, die Fenster aus dem 18. Jahrhundert wurden, soweit möglich, repariert. Die großenteils verlorenen Fensterläden wurden nach historischem Vorbild erneuert und schmücken heute wieder die Fassade. Die gesamte Elektrik und die Sanitäreinrichtungen mussten neu aufgebaut werden.

Wirtshäuser am Kirchplatz

Diese Arbeiten an dem einst als Schandfleck der Innenstadt bezeichneten Gebäude haben sich auf den gesamten Kirchplatz ausgewirkt, betont der Bürgermeister gerne. „Das Blaue Haus ist für sich genommen bereits ein Schmuckstück. Aber diese Investition strahlt auf die Umgebung aus.“ Andere Anwesen wurden aufgehübscht, der Kirchplatz selbst bekam im Rahmen der Innenstadtsanierung ein neues Pflaster und neuerdings gibt es wieder zwei Wirtshäuser am Kirchplatz. Zuletzt hat nämlich das „Lindo“ das Bürgerhaus verlassen und ist ins frühere „Laurentius-Stüberl“ gezogen. Damit gibt es jetzt auch zwei Freisitze, von denen aus sich bei sommerlichem Wetter die Altstadt genießen lässt. Und mit den bereits fertiggestellten Bereichen der Innenstadtsanierung wie insbesondere der Albrecht-Rindsmaul-Straße und dem Gasthaus Fellner erschließt sich den Bürgern der Stadt ein zuletzt doch etwas vernachlässigtes Viertel neu.

Bummel durch die Altstadt

In Kombination mit den noch ausstehenden Arbeiten am Stadtplatz und der Postgasse sowie den bereits durchgeführten Gebäudesanierungen in diesem Bereich – vor allem der Renovierung und Neugestaltung des ehemaligen Rentamts und dem damit neu entstandenen Restaurants „Phoenix“ – dürfte sich in Kürze wieder der Bummel durch die Altstadt lohnen. Dazu tragen weiteren Maßnahmen wie an der ehemaligen Brauerei in der Herzog-Ludwig-Straße bei. Einen ersten aussagekräftigen Eindruck von den Veränderungen können sich die Bürgerinnen und Bürger beim Altbairischen Stadtfest am zweiten Juli-Wochenende verschaffen.

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