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Ära

Von der Klosterschenke in den Hörsaal

Der Abschied von Gabi und Anton Röhrl aus Weltenburg war emotional. Für die Zukunft haben beide ambitionierte Ziele.
Von Heike S. Heindl

Abt Thomas M. Freihart überreichte Anton Röhrl einen Kunstband über den Barock. Der Beschenkte war sichtlich erfreut. Fotos: Heindl
Abt Thomas M. Freihart überreichte Anton Röhrl einen Kunstband über den Barock. Der Beschenkte war sichtlich erfreut. Fotos: Heindl

Weltenburg.Sehr emotional wurde die Verabschiedung von Gabi und Anton Röhrl in Weltenburg gefeiert. Rund 80 Gäste folgten der Einladung des Abts Thomas M. Freihart, des Konvents und Rolf Holthausens und wohnten der Feierlichkeit, der eine Vesper in der Abteikirche vorausgegangen war, bei. Für Anton und Gabi Röhrl hieß es nun, Abschied nehmen und sich auf Neues freuen. Denn für Ruhe, geschweige denn für „Nichtstun“ ist im Leben von Gabi und Anton Röhrl relativ wenig Platz. Zu Beginn des aktiven Ruhestands starten die beiden in eine Zeit mit neuen Zielen.

Gabi Röhrl hat sich schon vor einigen Monaten im Bereich Social Media selbstständig gemacht, während sich Anton Röhrl einen Lebenstraum erfüllt – Kunstgeschichte studieren: „Das wollte ich schon immer machen“, sagte er strahlend. Noch im April wird er das Studium an der Universität in Regensburg starten. Dazu passt auch das Geschenk, das Abt Thomas den Röhrls überreichte. Einen großformatigen, schweren Kunstband über die Kunstepoche des Barock.

„Alles hat seine Zeit“

Auf die Frage, ob sie Weltenburg vermissen werden, antworteten die Röhrls: „Alles hat seine Zeit. Und jetzt ist die Zeit für etwas anderes gekommen.“ Gabi Röhrl hat auch schon konkrete Ziele vor Augen. Im Mai noch wird sie sich mit Kinobesitzerin Gerda Kroiss aus Abensberg auf den Jakobsweg begeben. „900 Kilometer in sechs Wochen, darauf freue ich mich. Und das mit einer guten Freundin, die ich schon 40 Jahre kenne.“ Auf die Frage, wie man das schafft, lacht Gabi Röhrl nur und meint: „Da ist reine Kopfsache.“

Von den Einzelheiten der Feierlichkeiten wussten die beiden vorab nicht viel. Somit war die Überraschung des Abts gelungen – und eine große Freude. Die besinnliche Vesper gegen Abend hielt der Abt. Bevor es zum Dinner in den Gärtnersaal ging, durften sich die Gäste im Innenhof des Klosters über einen Stehempfang mit einem Barock Dunkel und Häppchen freuen. Bei Kerzenschein und in einem Blumenmeer wurde das mehrgängige Essen serviert. Küchenmeister Hans Ruf und sein Team hatten dabei ganze Arbeit geleistet.

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Weltenburger Wirte

  • Auftakt:

  • Im Jahr 1826 wurde in Weltenburg die erste Schankkonzession im damals säkularisierten Kloster beantragt.

  • Mönche:

  • 1846 kauften die Benediktiner die Brauerei und Schenke zurück und führten den Gaststättenbetrieb bis 1877 in Eigenregie.

  • Pächter:

  • Dann wurde die Klosterschenke erstmals an einen Wirt und später an zwei weitere Pächter verpachtet. 1934 übernahm die Familie Röhrl das Pachtverhältnis. Sie bewirtschaftete die Klosterschenke in drei Generationen bis Ende 2016.

  • Aktuell:

  • Seit 2017 ist Rolf Holthausen neuer Pächter.

Abt Thomas M. Freihart bedauerte das Ende der Ära Röhrl und erinnerte daran, wie 1934 in einer Nacht- und Nebelaktion die Schenke an Anton und Franziska Röhrl verpachtet worden war. Der Schenke drohte die Zerstörung, die gerade noch abgewendet werden konnte.

Der Abt richtete großen Dank an die Familie und lobte deren starkes Engagement auch im kulturellen Bereich mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“. Dankesworte und Geschenke gab es auch von Landrat Martin Neumeyer, Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann, Bischofshof-Brauereidirektor Herrmann Goß und der ehemaligen Chefbedienung Mia Trickl.

Der neue Pächter nimmt‘s sportlich

Der neue Pächter Rolf Holthausen sagte, es sei ihm ganz bewusst, in welch große Fußstapfen er trete und verglich das ganze mit seiner Leidenschaft – dem Sport. Hier habe er eine tolle Mannschaft übernommen und müsse sich erst beweisen. Sein Ziel sei es, gemeinsam erfolgreich zu sein und dafür hart zu arbeiten.

Landrat Martin Neumeyer erinnerte an vergangene Zeiten, an die humorvolle Elfriede Röhrl und den etwas strengeren Papa. Mit den Röhrls gingen nicht nur wunderbare Menschen, sondern auch ein Gefühl und viele Emotionen weg. Röhrl und Weltenburg, diese Kombination sei etwas Besonderes.

„Wir haben es genossen und heute endet es. Genießt das Bier, so schön wird es erst wieder im Himmel sein“, sagte Anton Röhrl zum Abschluss seiner Rede.

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