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Region Kelheim
Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Verkehr

Weitere Zweifel an der Bahnbrücke

Die Gegner des geplanten neuen Bahnübergangs in Neustadt richten sich auf eine längere Auseinandersetzung ein.
Von Jochen Dannenberg

Gegner der geplanten Bahnüberführung an der Staatsstraße 2144 mit einem Plan der Maßnahme: von links Josef Karrer, Albert Wagner, Hermann Werle und Robert Zinner Foto: Dannenberg
Gegner der geplanten Bahnüberführung an der Staatsstraße 2144 mit einem Plan der Maßnahme: von links Josef Karrer, Albert Wagner, Hermann Werle und Robert Zinner Foto: Dannenberg

Neustadt.Die Gegner der Neugestaltung des Bahnübergangs an der Staatsstraße 2144 erhöhen den Druck auf die Behörden. „Wir haben eine Bürgerinitiative gegründet“, sagt Albert Wagner, einer der Wortführer unter den Kritikern. Ihr Name ist Programm – „BI gegen Monsterüberführung am Bahnübergang Neustadt Donau“. Wie berichtet, gibt es erhebliche Kritik von Grundstückseigentümern, Landwirten und Anwohnern am Umbau des Bahnübergangs an der Staatsstraße 2144 in Neustadt. Der bisher höhengleiche Bahnübergang, so sieht es die Planung des Staatlichen Bauamts Landshut vor, soll durch eine Brücke ersetzt werden.

Die Gründung der Bürgerinitiative kann als Reaktion auf das baurechtliche Verfahren, das dem Baubeginn vorangeht, verstanden werden. Danach sind die Beteiligungsrechte der Bürger weitgehend auf Einwendungen beschränkt und die Abwägung der Argumente obliegt den zuständigen Behörden. Außerdem ist die Frist für Einwendungen gegen die geplante Brücke über das Gleis zwischen den Ortsteilen Ulrain und Heiligenstadt, bereits ausgelaufen. Zudem zeigte die jüngste Stadtratssitzung, dass auch der Stadt Neustadt bei diesem Projekt „die Hände gebunden“ sind. Auch sie kann nur Einwendungen vorbringen. Immerhin hat der Stadtrat inzwischen erkennen lassen, dass er die Argumente der Kritiker ernst nimmt und sich für die von den Gegnern favorisierte Lösung – den Bau einer Unterführung – ausgesprochen.

Kritik am Flächenverbrauch

Mit der Gründung der Bürgerinitiative verschafft sich die Gruppe der Gegner mehr Gehör bei Ämtern und Behörden, ohne ein Verein mit seinen Regularien zu sein. Zugleich bedeutet es, dass sich die Gegner der geplanten Brücke, die den bisherigen höhengleichen Übergang ersetzen soll, auf eine länger dauernde Auseinandersetzung einrichten.

Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative (BI) sind Johann Dichtl, Karl Dollinger, Erich Eichschmid, Josef Karrer, Otto Lehner, Erich Liedl, Martin Schalk, Albert Wagner, Hermann Werle und Robert Zinner. Hermann Werle und Robert Zinner wurden zu Sprechern der BI gewählt.

Sie sagen: „Wir sind aus folgenden Gründen davon überzeugt, dass wir keine Überführung am Bahnübergang Neustadt-Ost (Richtung Abensberg) brauchen: Das Monster-Bauwerk verschandelt die Landschaft und das Ortsbild von Heiligenstadt, Niederulrain und Neustadt.“ Die Unfallhäufungen auf der Staatsstraße 2144 zwischen dem Vogelpark und dem Bahnübergang würden durch die Überführung nicht beseitigt, da die Unfälle nicht bei der Bahnüberquerung, sondern an der S-Kurve deutlich vor dem Übergang und an den Einmündungen der Gemeindeverbindungsstraßen Niederulrain und Heiligenstadt passiert sind. Ferner betonen die Brückengegner: „Wir wollen keine ‚Hochgeschwindigkeits-Strecke‘ vor den Toren von Neustadt – eine geplante Erhöhung der Reisegeschwindigkeit vor dem Ortsschild Neustadt ist für die Sicherheit kontraproduktiv.“ Und: „Die geplante Trasse benötigt 42000 Quadratmeter wertvolles Ackerland.“

Wagner: An Radfahrer denken

Außerdem führen die Gegner des Brückenbaus ins Feld, dass eine Unterführung für Radfahrer angenehmer sei. So weist Albert Wagner darauf hin, dass die Radfahrer bei einer Unterführung einen geringeren Höhenunterschied als bei einer Brücke zu bewältigen hätten. Bei der Überführung kämen sie auf eine Höhendifferenz von zehn Metern, bei einer Unterführung wäre es deutlich weniger. Eine Höhendifferenz von 4,50 Meter sei denkbar, betont Albert Wagner.

Mehr Infos unter bi-gegen-monsterueberfueh.jimdo.com

Weitere Berichte aus Neustadt

Schreiben

  • Eine der

    ersten Taten der neuen Bürgerinitiative war ein „Offener Brief“, in dem die Kritik an dem geplanten Bauwerk vorgebracht wurde.

  • Der Brief

    ging an den Bürgermeister und die Stadträte von Neustadt, die Ortssprecher von Eining, Geibenstetten und Ulrain, den Bayerischen Bauernverband, das Landratsamt Kelheim, die Regierung von Niederbayern und das bayerische Innenministerium.

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