mz_logo

Region Kelheim
Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Natur

Weiteres Becken als Schutz

Mühlhausen ist eines von vier boden:ständig-Projekten im Landkreis Kelheim. In diesem Jahr folgende weitere Maßnahmen.
Von Josef Kastl

Starkregen hat in Mühlhausen zu Überschwemmungen geführt. Dabei wurde auch viel Erdreich auf Straßen und Wege gespült. Foto: Dannenberg
Starkregen hat in Mühlhausen zu Überschwemmungen geführt. Dabei wurde auch viel Erdreich auf Straßen und Wege gespült. Foto: Dannenberg

Mühlhausen.In den boden:ständig-Projektgebieten im Landkreis Kelheim ist im vergangenen Jahr einiges passiert, gute Problemlösungen kann man vielerorts in der Praxis sehen. Bei einer Informationsfahrt durch den Landkreis wurden vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF exemplarische Maßnahmen in Jauchshofen, Elsendorf, Langquaid und Mühlhausen den teilnehmenden Landwirten, Kommunalvertretern und boden:ständig-Aktiven“ vorgestellt. Für vieles, das noch zu tun ist, können die bereits gefundenen Lösungen Anregungen geben.

Neues Rückhaltebecken

Eines der größten boden:ständig-Projekte ist im Neustädter Ortsteil in Mühlhausen entstanden. Am östlichen Ortseingang wurden bei Starkregenereignissen regelrechte Schlammmassen in das Dorf geschwemmt. Neben der Wittmannkapelle, die auf einer leichten Anhöhe steht, hatte sich eine Mulde regelrecht angeboten für ein Regenrückhaltebecken. Durch eine leichte Vertiefung und mit einem Damm, der aus speziellem Lehm angelegt wurde, entstand ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 1200 Kubikmetern.

Teilnehmer der Infofahrt in Mühlhausen Foto: Kastl
Teilnehmer der Infofahrt in Mühlhausen Foto: Kastl

Durch einen neuen circa 30 Zentimeter tiefen, ungefähr 490 Meter langen Graben, einen Sammelschacht und einer Rohrleitung unter einem Feldweg wird das Oberflächenwasser von den umliegenden höher gelegenen landwirtschaftlichen Flächen in das Becken eingeleitet und aufgestaut. Das Abfließen erfolgt kontrolliert mit einem Abflussrohr kleinerer Nennweite. Sollte mehr Wasser zu- als abfließen, wird das überschüssige Wasser über einen eingebauten Notüberlauf gezielt in den nahen Entwässerungsgraben geleitet.

Überschwemmung nach einem Starkregen in Mühlhausen Foto: Neitzert
Überschwemmung nach einem Starkregen in Mühlhausen Foto: Neitzert

Die Maßnahme wurde im Rahmen der Dorferneuerung mit Flurneuordnung angestoßen. Federführend ist dabei der örtliche Beauftragte, Neustadts dritter Bürgermeister Konrad Dichtl. Als unmittelbarer Anrainer ist es ihm immer schon ein Anliegen, gegen die Überschwemmungen was zu unternehmen. Durch seine langjährige Erfahrung als Landwirt, Kreisrat, Stadtrat und 3. Bürgermeister der Stadt Neustadt wusste er, wie das Projekt angegangen werden kann. Gemeinsam mit dem VöF wurden Berechnungen angestellt, das ALE hat die Erosionsschutzberatung, die Fachplanung und die Finanzierung übernommen. Mit Unterstützung des Sprechers des Dorferneuerungs-Arbeitskreises boden:ständig, Konrad Sigl, wurde den Rundfahrt-Teilnehmern mittels Bildern eindrucksvoll aufgezeigt, wie die Situation bei den letzten Starkregenereignissen war.

Gemeinsam

  • In einer abschließenden

    Diskussionsrunde brachten alle Vertreter der Ämter und Behörden ihre Anmerkungen zum Thema Bodenerosion und Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor. Der Ackerboden als das kostbarste Kapital der Landwirte muss auf den Feldern bleiben, bemerkte Thomas Obster (Bayerischer Bauernverband). Das könne nur durch die Reduzierung der Erosion erreicht werden, meinte Klaus Blümlhuber (VöF).

  • Dafür sind Maßnahmen

    erforderlich, die vor allem durch die Landwirte getragen werden müssen. Mit einer Wertschätzung von Natur und Ackerboden und einer entsprechenden Bewusstseinsbildung könne hier viel erreicht werden, stellte Roswitha Heiß-Brenninger vom AELF. Dass dieser Prozess im Landkreis Kelheim doch schon sehr gut funktioniert, zeigen die sieben landwirtschaftlichen Gebiete mit insgesamt acht boden:ständig-Projekten.

Sie wiesen auch auf ein weiteres Projekt hin, das in diesem Jahr 2018 umgesetzt wird und auch eine Besonderheit hat. Im sogenannten Flurbereich „Kreut“ wird die vorhandene Topologie genutzt. So dass ebenfalls nur durch das Bauen eines Dammes und das Höherlegen einer Flurstraße ein Stauraum mit einem Volumen von 3100 Kubikmetern entsteht. Der große Vorteil hierbei ist, dass die im Bedarfsfall überflutete Fläche jederzeit landwirtschaftlich genutzt werden kann. Lediglich im Falle einer Überflutung wird an dem bewirtschaftenden Landwirt eine Entschädigung gezahlt.

Gemeinsam gelingt es

In einer abschließenden Diskussionsrunde brachten alle Vertreter der Ämter und Behörden ihre Anmerkungen zum Thema Bodenerosion und Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor. Der Ackerboden als das kostbarste Kapital der Landwirte muss auf den Feldern bleiben, bemerkte Thomas Obster (Bayerischer Bauernverband). Das könne nur durch die Reduzierung der Erosion erreicht werden, meinte Klaus Blümlhuber (VöF).

Aber auch die sehr gute Resonanz der Informationsfahrt bei den Landwirten zeigt, dass diese sehr offen dem Thema gegenüber stehen. Einige sind sogar bereit, die konventionelle Arbeitsweise zu ändern und auch mal neue Wege zu gehen.

Weitere Berichte aus Neustadt und den Ortsteilen

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht