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Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Erfolg

Wenn die Prominenz beichtet

Das Maibockfest der Neustädter CSU bot beste Unterhaltung. Günter Schweiger und die „Neustädter Sünder“ waren Höhepunkte.

Neustadt Prominenz musste zur Beichte antreten. Neben dem Pfarrer gehörte dazu auch Werner Reichl. Foto: zpi
Neustadt Prominenz musste zur Beichte antreten. Neben dem Pfarrer gehörte dazu auch Werner Reichl. Foto: zpi

Neustadt.Es war eine der gelungendsten Veranstaltungen im Neustädter Bürgersaal seit langem. Bereits eine halbe Stunde vor dem Beginn des CSU-Maibockfestes spielte die Kapelle „Spreißler“ vor dem Eingang zum Bürgerhaus zur Freude der Gäste. Der Bürgersaal selbst war komplett besetzt. Die CSU-Stadträte und Initiatoren des Festes, Werner Reichl und Thomas Memmel, freuten sich über den guten Besuch und konnten neben Landrat Martin Neumeyer, Bezirksrätin Hannelore Langwieser, Landtagskandidatin Petra Högl auch alle drei Bürgermeister der Stadt Neustadt, die Geistlichkeit und sämtliche Fraktionsvorsitzenden des Neustädter Stadtratsgremium begrüßen.

„Kurz und Schluss“ im Einsatz

Die Blasmusik der „Spreißler“ leitete zu den einzelnen Programmpunkten über. Das Programm mit einem Sketch. Zwei Handwerker, Wacke und Gutti von der Firma „Kurz und Schluss“, führten humorvoll einen öffentlichen Auftrag der Stadt Neustadt zum „Glühbirnenwechsel“ aus. Dabei entdeckten die beiden Handwerker, dargestellt von Sebastian Mayer und Stefan Guttenberger, die man auch aus zahlreichen Aufführungen von Charlie Wagners der Theaterbühne kennt, so manches Hindernis.

Sünder und andere

  • Initiatoren:

    Die CSU-Stadträte Werner Reichl und Thomas Memmel waren die Initiatoren des Maibockfestes der CSU.

  • Drehbuch:

    Für die Rede und das Bühnenstück „Neustädter Sünder“ sorgte Günter Schweiger.

  • Bühne:

    Mitwirkende bei den „Sündern“ waren Eva Maria Widmann, Stefan Guttenberger, Sebastian Mayer) und Werner Reichl.

  • Applaus:

    Weitere Mitwirkende waren die „Spreißler“ und 400 Besucher, die viel applaudierten.

Erstes Highlight des Abends war die Festrede von Günter Schweiger, der die große und kleine Politik aufs Korn nahm. Schweiger, selbst CSU-Mitglied und viele Jahre Redner beim Grenzlandstarkbierfest der Dorfbühne in Schwaig war damit erstmals seit mehreren Jahren wieder auf der Bühne zu erleben – und ganz in seinem Element. Andere Menschen unterhalten und die, die sich für wichtig halten, zu derblecken – und zwar so, dass die auch über sich selbst lachen können – ist eine Kunst, auf die er sich versteht. Schweiger sparte dabei jedoch nicht mit deutlichen Worten.

Günter Schweiger hielt die Festrede.  Foto: zpi
Günter Schweiger hielt die Festrede. Foto: zpi

So traf er die Stimmung der Besucher, was die mit großem Beifall quittierten, als er mit Bezug zur jüngsten „Kreuz-Debatte“ sagte: „Meine Damen und Herren, das Ausräumen von Kreuzen in Schulen, Gerichten Kindergärten usw. gab es durch die Jakobiner in der Französischen Revolution, durch die Kommunisten in der Sowjetunion und durch die Nazis in Deutschland. Wir lassen das nicht zu!“

SPD beim Morgengebet

Zu Neustadt fiel ihm ein: „Dass die St. Anna-Kirche renoviert wurde, ist für mich ein besonderes Highlight. Man kann direkt vom Rathaus in die Kapelle gehen. Unsere zwei SPD-Bürgermeister wissen das sehr zu schätzen. Jeden Tag in der Früh‘ um acht Uhr marschiert die Führungsspitze in der Hoffnung auf die Auferstehung der SPD in Bayern zum Morgengebet.“

„Kurz und Schluss“ beim Glühbirnenwechsel  Foto: zpi
„Kurz und Schluss“ beim Glühbirnenwechsel Foto: zpi

Auch an das kommunale Dauerthema, den Neubau des Baumarktes an der Donaustraße erinnerte Schweiger beim CSU-Starkbierfest, ebenso an die bevorstehende Kommunalwahl. Sein Tipp: Weil die SPD bisher keinen Kandidaten hat, solle doch die CSU den Sozis einen Kandidaten zur Verfügung stellen. Das waren die Gags, die beim Publikum ankamen, und bei denen auch die Derbleckten lachen konnten.

Der Bürgersaal war voll besetzt, auch die Geistlichkeit ließ sich das Maibockfest nicht entgehen.  Foto: zpi
Der Bürgersaal war voll besetzt, auch die Geistlichkeit ließ sich das Maibockfest nicht entgehen. Foto: zpi

Zwischen den Redebeiträgen und dazu passend gab es die Vorträge der Singgruppe um den Organisten Joachim Schreiber, der diesmal am Piano saß und gesanglich von Isabel Kirchhammer, Alexandra Vogl, Elena Deschle sowie Beatrice Walser und Antonia Mayer begleitet wurde. Sie berichteten über die „neuen Sachen“ in Neustadt, schwärmten in nostalgischen Erinnerungen („So schön, schön war Zeit“) und wurden mit lauter interessanten Geschichten mit dem Dichten nicht fertig. Allgemeinen Anklang fanden daneben immer wieder die musikalischen Beiträge der Spreißler, die mal nicht auf der Bühne, sondern abwechselnd zwischen den Besuchern spielte.

Beichtstuhl auf der Bühne

Ein Höhepunkt des Abends, für viele war es der unbestrittene Höhepunkt, war ein kleines Theaterstück, das sich ebenfalls Günter Schweiger ausgedacht hatte – die „Neustädter Sünder“. Sie mussten zum Beichten antreten.

Vor dem Beichtstuhl, in dem Günter Schweiger die Stimme Papst Benedikt lieh, gab es wiederholt Gedränge, weil jeder der Sündigen zuerst dran sein wollte.

Die „Spreißler“ mischten sich  unters Publikum.  Foto: zpi
Die „Spreißler“ mischten sich unters Publikum. Foto: zpi

Lachstürme waren angesagt, als Ursula Brandlmeier (gespielt von Eva Maria Widmann), Karl Zettl (Stefan Guttenberger), Monsignore Hofmann (Sebastian Mayer) und Werner Reichl (er spielte sich selbst) im Gespräch mit Papst Benedikt waren. Jeder wollte beim anderen bei der Beichte mithören und so gab es stets ein Gedränge.

400 Besucher im Bürgersaal

Der gutmütige Papst verhängte nur eine Buße für Karl Zettl, der für seinen Umgang mit Geld gerügt wurde und einen goldenen Nepomuk an der früheren Rialtobrücke anbringen muss. Die Buße für Werner Reichl entfiel, „Du bist dir selbst eine Buße“, meinte der Papst. Reichl alias Reichl nutzte die Gelegenheit und fragte den Papst nach dem Vorhandensein von Ruinen und alten Häusern in Rom.

Die Mitwirkenden und der Landrat  Foto: zpi
Die Mitwirkenden und der Landrat Foto: zpi

Werner Reichl und Thomas Memmel baten am Schluss alle Mitwirkenden auf die Bühne, überreichten den Damen Blumen und bedankten sich für die Unterstützung. Der Riesenbeifall der rund 400 Gäste bezeugte, dass es allen gefallen hatte. (zpi)

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