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Kunst

Werke des „neuen Klenze“ zu besichtigen

Künstler Angerer der Ältere verehrt Ludwig I. und hat immer wieder auch Werke mit Motiven der Befreiungshalle geschaffen.

„Canale Grande Kelheim“, auch dieses Werk wird ausgestellt. Foto: Angerer
„Canale Grande Kelheim“, auch dieses Werk wird ausgestellt. Foto: Angerer

Kelheim.Der neue Klenze“, hätten Professoren einst über ihn gesagt, so Angerer der Ältere Der in Biburg lebende Architekt und Künstler erläutert auch, warum er so bezeichnet wurde: „Ich bin weit und breit der einzige Student gewesen, der malen und zeichnen konnte, weil ich das schon von Kindheit an gemacht hab’.“ Leo von Klenze war Architekt, Maler und Schriftsteller. Er war Hofarchitekt von König Ludwig I.. Klenze war neben Friedrich von Gärtner Architekt der Befreiungshalle. Dieses monumentale Bauwerk, das Ludwig I. auf dem Kelheimer Michelsberg schaffen ließ, ist auch in Bildern von Angerer dem Älteren dargestellt.

Könige ließen einiges schaffen

Als einen Aspekt der Ausstellung mit Werken von Angerer dem Älteren, die am Freitagabend in Kelheim in der Kreissparkasse am Ludwigsplatz eröffnet wird, nennt er das bayerische Königshaus. Der Künstler weist darauf hin, was unter den Königen Ludwig I., Ludwig II. und Maximilian II. alles entstanden sei, „da pilgern die Leute heute hin“.Der Künstler, der mit den königlichen Ludwigs eines gemeinsam hat – den Vornamen – zählt Walhalla, die Befreiungshalle, die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee, die Ludwigstraße, die Maximilianstraße und das Maximilianeum in München auf. Angerer der Ältere, eigentlich Ludwig Angerer, kennt auch persönlich Herzog Max in Bayern.

Angerer der Ältere in seinem Atelier  Foto: Angerer
Angerer der Ältere in seinem Atelier Foto: Angerer

Angerer der Ältere ist „natürlich“ ein Verehrer von König Ludwig I., dessen 150. Todestag vor drei Wochen war. Und was schätzt der Künstler an Ludwig I. am meisten? „Ich glaube, dass der unheimliche Drang, der mit dem Altgriechentum vergleichbar ist, etwas Schönes zu machen.“ Er war ja auch sehr griechisch ausgerichtet. Nach Ansicht des Biburger Künstlers, dessen Bilder „weltweit hängen“, „spielt die Befreiungshalle eine große Rolle für Kelheim. Das Bauwerk dominiert Kelheim und die wunderschöne Landschaft.“

„Schöne blaue Donau“ ist der Titel dieses Angerer-Werkes. Foto: Angerer
„Schöne blaue Donau“ ist der Titel dieses Angerer-Werkes. Foto: Angerer

„Fantasie und Schönheit ist eine Botschaft für heute, die der Welt wieder zurückgebracht werden muss“, so der 79-jährige Biburger. Findet er, dass in der heutigen Zeit nichts Schönes mehr entsteht? Angerers Antwort: „Sehr selten.“ Sein Buch, das im vergangenen Jahr im Druckhaus Kastner herauskam, hat den Titel „Die Rückkehr des Menschen in die Kunst“. Die Ansicht von Architekt und Künstler Angerer der Ältere zur heutigen Architektur:

Zur Person

  • Studium

    Angerer der Ältere ist im August 1938 in Bad Reichenhall geborgen. Von 1957 bis 1961 absolvierte er ein Architekturstudium in München. Von 1961 bis 1966 war er an der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Sep Ruf und von 1967 bis 1975 Entwurfsarchitekt bei Freiherr Alexander von Branca.

  • Beruf

    Nach Angaben Angerers wirkte er als Architekt bei der Planung der Pinakothek in München mit. 1989 erhielt er den Bayerischen Filmpreis für die Gestaltung von Endes „Die unendliche Geschichte II“. „Den Architektenberuf habe ich nie aufgegeben.“ Die Zusammenarbeit mit Partnern für Projekte „war jeweils temporär“.

  • Landkreis

    Die Hallertau ist „zur zweiten Heimat“ des Architekten und Künstlers geworden. Das Ehepaar Margit und Ludwig Valentin Angerer lebt im denkmalgeschützten Bauernhof in Biburg. 1997 baute er auf seinem dorten Anwesen eine Erlöserkapelle. Angerer der Ältere hat zahlreiche Kulturpreise erhalten.

„Ist einfach langweilig. Oder kann mir jemand eine Symphonie oder Oper von einem Komponisten nennen, die die Konzertsäle erobern?“ Angerer gibt auch gleich selbst die Antwort: „Nichts mehr ist da, das ist das Schlimme.“ Dafür gebe es viele Komponenten, über die er in seinem Buch geschrieben habe. Als ein Beispiel nennt er die Industrie und sagt: „Wir sind eine Massengesellschaft, eine Industriegesellschaft.“

Entwürfe hängen in Hollywood

Die Idee für die jetzige Ausstellung von Angerer dem Älteren entstand im vorigen Herbst bei einem Ausstellungsbesuch des Künstlers in der Kreissparkasse. Er habe ein Gespräch mit Gebietsdirektor Christian Prasch geführt, dabei sei es darum gegangen, dass die Gemälde zu dem Film „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, die sich im Sparkassensitzungssaal befinden, „einmal der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten“. Wie Angerer der Ältere erwähnt, hängen andere Entwurfe zu dem Film in den Chefetagen von Warner Brothers in Hollywood. Architekt und Künstler Angerer war der Produktionsdesigner für den Film. „Wir haben damals den Bayerischen Filmpreis gekriegt.“

Die „Silberstadt“ aus dem Film „Die unendliche Geschichte II“. Foto: Angerer
Die „Silberstadt“ aus dem Film „Die unendliche Geschichte II“. Foto: Angerer

Hat der bekannte Biburger einen Vorschlag für Kelheim, den er gerne verwirklichen würde? Angerer der Ältere: „Den Donaupark hätte ich nicht so gestaltet.“ Er weist darauf hin, dass es eines der schönsten Areale Bayerns sei. Er hätte dort „was Anspruchsvolleres gemacht, wo der Zauber der Landschaft nicht zerstört, sondern erhöht wird“. Sein Vorschlag vor Jahren war ein Amphitheater zu schaffen im Donaupark mit Blick zur Befreiungshalle. Verantwortliche in der Politik hätten den Vorschlag jedoch nicht aufgegriffen. Der Künstler erwähnt auch, dass er das Landratsamt am alten Standort erweitert hätte mit einer Fassaden-Neugestaltung. Wenn man das Wittelsbacher Schloss künftig nutzen möchte, könnte man es „freistellen oder man antwortet mit einer denkmalpflegerischen, feinfühligen Bebauung im Anschluss des Schlosses, wenn eine Funktion reinkommen sollte, für die das Schloss nicht genügt.“

Das Bild „Agnes mit dem Zauberband“ Foto: Angerer
Das Bild „Agnes mit dem Zauberband“ Foto: Angerer

An die 30 Werke, hauptsächlich Bilder, zeigt Angerer in der Kreissparkasse bis 13. April, die während der Schalteröffnungszeiten zu besichtigen sind. „Der neue Klenze“, wie der mittlerweile 79-Jährige als Student bezeichnet worden war, sagt, derzeit an „einer großen Geschichte“ in der Region dran zu sein. Näheres verriet er aber nicht, „weil’s direkt in der Entstehung ist“. Er trage sich auch mit dem Gedanken ein Aquarell zu schaffen mit einer Idealbebauung des Donauparks mit dem Hintergrund der Befreiungshalle. „Verwirklicht wird das vielleicht in 100 Jahren“, sagt er.

Stadt Kelheim kaufte Gemälde nicht

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