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Wertschätzung soll Corona überdauern

Am internationalen „Tag der Pflege“ fordern Beschäftigte der Kelheimer Goldberg-Klinik bessere Arbeitsbedingungen
Von Martina Hutzler

  • „Wir sind systemrelevant“, haben Beschäftigte der Goldberg-Klinik am „Tag der Pflege“ betont. Foto: Hutzler
  • Krankenschwester Gabi Lange liebt ihren Beruf – gerade deshalb hofft sie auf personelle Verstärkung, um mehr Zeit für die Patienten zu haben. Foto: Hutzler

Kelheim. Lobeshymnen schön und gut – aber das darf’s nicht gewesen sein in und nach der Corona-Krise, finden Beschäftigte der Kelheimer Goldberg-Klinik: Unter dem Motto „Wir sind systemrelevant“ haben sie am Dienstag, 12. Mai – dem „Tag der Pflege“ – eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gefordert.

Betriebsrats-Vorsitzender Hans Kleehaupt, der in Kelheim diese Ver.di-Aktion organisiert hatte, beklagte, dass sich die Situation der Pflegekräfte in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert habe. „Wir müssen uns endlich auf die Hinterfüße stellen“, forderte er mit Blick auf die Tarifverhandlungen, die im Herbst starten. Ohne die Bereitschaft, sich für die eigenen Interessen einzusetzen, werde nach dem Ende der Corona-Krise die derzeitige Wertschätzung schnell wieder vergessen sein, warnte er.

Kundgebung

Landrat und Klinik-Aufsichtsratschef Martin Neumeyer sah in einem Grußwort immerhin eine positive Folge der derzeit immensen Belastung, die Corona für die gesamte Goldberg-Klinik darstelle: Dass das Krankenhaus überflüssig sei, behaupte jetzt niemand mehr, so Neumeyer. Er dankte allen, die die Krise meistern helfen.

„Wir sind systemrelevant“, haben Beschäftigte der Goldberg-Klinik am „Tag der Pflege“ betont. Foto: Hutzler
„Wir sind systemrelevant“, haben Beschäftigte der Goldberg-Klinik am „Tag der Pflege“ betont. Foto: Hutzler

In einer „süßen“ Aktion haben Landkreis-Bürger der Kelheimer Klinik wochenlang ihre Wertschätzung ausgedrückt:

Krankenschwester Gabi Lange empfindet es durchaus als wohltuend, dass die Leistung von Pflegekräften jetzt endlich besser wahrgenommen und anerkannt werde. „Das haben wir auch schon anders erfahren“, sagt sie: „Lange Zeit hat es keinen interessiert, dass man oft am Ende seiner Kräfte war“. Die allermeisten Pflegekräfte seien mit Herzblut bei der Arbeit. „Ich liebe dieses Krankenhaus“, aber für sie und ihre Kollegen sei es eine echte Belastung, wenn für menschliche Nähe zu Patienten zu wenig Zeit bleibt. Deshalb hofft Gabi Lange lange vor allem, dass die Corona-Erkenntnisse zu einer besseren Personalausstattung an den Krankenhäusern führt. „Sonst können wir nicht mehr mit Würde pflegen“.

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