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Wettbergs Sternstunde in Seligenporten

Karsten Wettberg gilt als erfolgreichster Amateurtrainer Deutschlands. In Seligenporten vollbrachte er 2012 ein Glanzstück.
von Udo Weller

Karsten Wettberg blickt auf eine beeindruckende Karriere. Foto: Weller
Karsten Wettberg blickt auf eine beeindruckende Karriere. Foto: Weller

Mainburg.Karsten Wettberg gilt als erfolgreichster Amateurtrainer Deutschlands. Verbunden ist sein Wirken in der Öffentlichkeit vor allem mit dem TSV 1860 München. Vor acht Jahren erlebte der Elsendorfer aber auch in der Oberpfalz eine Sternstunde.

Es ist Samstag, die Zeiger der Uhren verharren auf Minute 50 dieser 17. Stunde des 23. April 2012. Es ist der Augenblick, als Schiedsrichter Ralf Heisinger das Spiel des SV Seligenporten gegen Großbardorf abpfeift. Obwohl für die Klosterer nur ein 1:1 herausspringt, ist der Jubel groß. Denn es ist ein ganz besonderer Zähler, dieser 51. Saisonpunkt. Ein wahrlich goldener sogar. Gibt er doch die endgültige Gewissheit, dass sich der kleine Oberpfälzer Provinz-Klub für die neue Regionalliga Bayern qualifiziert hat.

Erst Rettung, dann Aufstieg

„Das war eine richtig tolle Sache“, läuft dem damaligen Trainer Karsten Wettberg noch acht Jahre später ein wohliger Schauer über den Rücken. 2009 vom damaligen SVS-Manager Karlheinz Wild geholt, rettete der vielleicht erfolgreichste Amateur-Coach Deutschlands den SVS zunächst vor dem Bayernligaabstieg, um dann mit Weitsicht, Akribie sowie exzellenter Menschenführung ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Dass es im Sommer 2011 mit der Beförderung in die Regionalliga klappte, liegt für den Coach an „der hervorragenden Chemie, die von Beginn an in der Mannschaft herrschte.“

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Nachdem er mit dem als krassen Außenseiter gehandelten SVS mit einer furiosen Hinrunde sämtliche Experten in Erstaunen versetzte und am Ende die Klasse sicherte, schloss Wettberg seine Kabinentür im damals nagelneuen Sportheim für immer. Beim ATSV Kelheim, den er in zwei Jahren von der Kreisklasse in die Bezirksliga führte, verlängerte er seine ohnehin enorme Titelsammlung um zwei weitere Einträge, bevor es ihn zu seinem Heimatverein FC Mainburg zog.

Nach einer kurzen Zeit beim SV Donaustauf (Landesliga) 2017 beendete er seine Karriere. So ganz ohne Fußball kann es der mittlerweile 79-Jährige auch nach zwei Herzoperationen freilich nicht aushalten: „Ich bin kein Mann für die Gartenarbeit.“ Momentan kümmert er sich im Rahmen des Projektes „Weltklasse-Akademie“ um die Ausbildung acht- bis zwölfjähriger Fußballtalente. Außerdem unterstützt er den am pfeifferschen Drüsenfieber erkrankten Ex-Profi Olaf Bodden oder erkundet mit seinem Fahrrad die Gegend. Während der gesamten Wettberg-Ära stets mittendrin, aber ausgerechnet beim SVS-Aufstieg als Spieler nicht dabei, war Florian Schlicker: „Ich war seinerzeit verletzt und musste von außen mitzittern und hoffen.“ Dass es letztlich zum Aufstieg reichen sollte, war auch für „Schlicko“ vor allen Dingen das Resultat gelebten Mannschaftsgeistes: „Wir haben nicht nur auf dem Platz jeder für jeden gekämpft, sondern sind auch privat viel zusammen gewesen.“ Tugenden, an deren positiven Außenwirkungen er selbst als Kapitän erheblich beteiligt war.

Kein Wunder, dass auch sein Trainer Wettberg diese Führungsqualitäten schätzte und Schlicker als Co-Trainer an seine Seite stellte, um ihn schließlich den SVS-Verantwortlichen als seinen Nachfolger zu empfehlen.

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