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Freizeit

Wie eine Schnapsidee Realität wird

Das Schimpfen ist nicht ihr Ding: Vier junge Männer aus Kelheim packen an – und sorgen auf dem Volksfest für Abwechslung.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die vier Jungunternehmer sind sehr heimatverbunden und wollen mit dafür sorgen, dass in Kelheim auf dem Volksfest mehr geboten ist.  Foto: Florian Laußer
Die vier Jungunternehmer sind sehr heimatverbunden und wollen mit dafür sorgen, dass in Kelheim auf dem Volksfest mehr geboten ist. Foto: Florian Laußer

Kelheim.Sie sind heimatverbunden, keine Frage, und engagieren sich auch für ihre Heimatstadt Kelheim: Jürgen Pillmeier (40), Hansjörg Hettich (37), Thomas Wutzlhofer (34) und Martin Birkl (32). Erstmals ist das Quartett auf dem Volksfest Donauwiesn mit einer Schirmbar vertreten. Sie scheuen dafür keine Mühen und hoffen, dass ihr Angebot auch Anklang findet.

Für den Namen Donauwiesn Schirmbar waren sicherlich auch die fünf Schirme mit jeweils einem Ausmaß von 3,5 mal 3,5 Metern ausschlaggebend. Im Bild die Schirmbar-Betreiber ( v. l.) Jürgen Pillmeier, Hansjörg Hettich, Martin Birkl und Thomas Wutzlhofer. Letzterer zeichnete in der Redaktion ganz schnell einen Grundriss vom Stand. Foto: eb
Für den Namen Donauwiesn Schirmbar waren sicherlich auch die fünf Schirme mit jeweils einem Ausmaß von 3,5 mal 3,5 Metern ausschlaggebend. Im Bild die Schirmbar-Betreiber ( v. l.) Jürgen Pillmeier, Hansjörg Hettich, Martin Birkl und Thomas Wutzlhofer. Letzterer zeichnete in der Redaktion ganz schnell einen Grundriss vom Stand. Foto: eb

Die vier Kelheimer kommen beruflich nicht aus der Gastronomiebranche, aber haben durchaus Erfahrung im Ausschenken. Jürgen Pillmeier ist Angestellter bei der Stadt Kelheim, Hansjörg Hettich ist Bautechniker, Thomas Wutzlhofer Maschinenbautechniker und Martin Birkl Betriebswirt. Durch ihr sportliches Hobby Fußball sind sie Freunde geworden. Sie haben für den ATSV in der ersten oder zweiten Mannschaft gespielt. Jetzt ist der Großteil noch bei den Alten Herren mit von der Partie.

„Wir schimpfen nicht mit“

Und wer hatte den Einfall für die Schirmbar? Auf die Frage fällt das Wort „Schnapsidee“ als man beim Volksfest im Vorjahr zusammengesessen sei. „Alle schimpfen, dass nichts los ist, beim Volksfest. Wir schimpfen nicht mit, sondern wollen selber mitwirken“, sagt Hansjörg Hettich. Martin Birkl erwähnt, wenn man gemeinsam aufs Volksfest gegangen sei, der Besuch so abgelaufen sei: „Bierzelt, Brotzeit machen, eine Maß Bier trinken und ins Weinzelt.“ „Wir haben uns gedacht, dass die junge Generation Abwechslung will.“ Es sei überlegt worden, womit dafür gesorgt werden könne.

Aus Massivholz  sind vier Stehtische gezimmert worden. Für die Tischplatten wurde im Frühjahr im Wald eines Verwandten der vier Schirmbar-Unternehmer ein Baum gefällt. Tagelang sei in der Werkstatt gearbeitet worden. Martin Birkl: „Wir sind sehr stolz auf unsere Stehtische.“ Jeder Tisch ist zwei Meter lang. Foto: Wutzlhofer
Aus Massivholz sind vier Stehtische gezimmert worden. Für die Tischplatten wurde im Frühjahr im Wald eines Verwandten der vier Schirmbar-Unternehmer ein Baum gefällt. Tagelang sei in der Werkstatt gearbeitet worden. Martin Birkl: „Wir sind sehr stolz auf unsere Stehtische.“ Jeder Tisch ist zwei Meter lang. Foto: Wutzlhofer

Der 32-Jährige betont: „Wir sind Kelheimer, die gerne auf Kelheimer Veranstaltungen gehen.“ Man habe sich von anderen Volksfesten inspirieren lassen. Mit der Initiative möchte man mitwirken, etwas zu verändern. Die Grundidee der Donauwiesn Schirmbar habe gelautet: „Von Kelheimern für Kelheimer.“ Hansjörg Hettich gibt zu bedenken, dass man erreichen wolle, dass die Kelheimer hierblieben und sich hier wohlfühlten. Jürgen Pillmeier betont, dass das Quartett mit dem Angebot „keine Konkurrenz zum Festzelt und Weinzelt sein will“. Am letzten Sommertag im September 2016 „ist fix gemacht worden, dass wir etwas unternehmen“, sagt der 40-Jährige.

Martin Birkl im Interview

In einer Powerpoint-Präsentation wurde das Konzept im Winter Bürgermeister Horst Hartmann, Abteilungsleiterin Barbara Wieben und der städtischen Veranstaltungsreferentin Franziska Ipfelkofer vorgestellt. Wie im Gespräch der Reporterin unseres Medienhauses mit dem Quartett zu hören ist, sei man mit dem Vorschlag der Schirmbar angekommen.

Auch bis Mitternacht gearbeitet

Mittlerweile sind die vier Freunde auch Unternehmer geworden. Sie haben die Donauwiesn GbR gegründet und jeder in diese eine Einlage eingebracht. Auf einer Fläche von circa 100 Quadratmetern (im zweiten Gang auf dem Festplatz) richten die vier Männer ihre Donauwiesn Schirmbar ein. Sowohl die Stehtische aus massivem Holz als auch die Sitzgelegenheiten (Paletten mit Polster) wurden selbst angefertigt.

Das Schirmbar-Quartett scheute für die Ausstattung des Freiluft-Barbetriebs keine Anstrengungen. Die Jungunternehmer identifizieren sich voll mit dem Namen der sechstägigen Großveranstaltung auf dem Kelheimer Festplatz am Pflegerspitz und haben auch auf einen Balken den Schriftzug Donauwiesn eingebrannt. Foto: Wutzlhofer
Das Schirmbar-Quartett scheute für die Ausstattung des Freiluft-Barbetriebs keine Anstrengungen. Die Jungunternehmer identifizieren sich voll mit dem Namen der sechstägigen Großveranstaltung auf dem Kelheimer Festplatz am Pflegerspitz und haben auch auf einen Balken den Schriftzug Donauwiesn eingebrannt. Foto: Wutzlhofer

Der Cousin von Hansjörg Hettich hatte den Freunden dies in seiner Werkstatt ermöglicht. Nach Dienstschluss sei immer abends gearbeitet worden. Es sei auch vorgekommen, dass dies „bis Mitternacht“ der Fall gewesen sei, so Hansjörg Hettich. Aus Teilen der Theke der einstigen Garden Lounge, die man ausbauen habe dürfen, sei eine neue Bar gestaltet worden, die für Longdrinks vorgesehen ist. Außerdem gibt es noch eine Biertheke.

Es gibt eine zweite Budenstrasse

  • Auftakt

    Das Kelheimer Volksfest, das seit heuer Donau-Wiesn heißt, beginnt am Donnerstag. Um 17 Uhr ist ein Standkonzert durch die D‘ Spreißler auf dem Ludwigsplatz und um 18 Uhr ein großer Festzug durch die Innenstadt zum Volksfestplatz. Bürgermeister Horst Hartmann zapft anschließend das erste Fass im Festzelt an. Die Donau-Wiesn dauert bis einschließlich Dienstag, 15. August.

  • Premiere

    Die Holzkegelbahn des Sportkegelclubs Gut Schub Kelheim ist erstmals auf dem Volksfest Donauwiesn. Die Bahn war beim Kreisstadtfest im Juli erstmals im Einsatz und ist laut städtischer Veranstaltungsreferentin Franziska Ipfelkofer „sehr gut“ angekommen. Die Holzkegelbahn wird auf der Festplatz-Nordseite aufgebaut.

  • Feuerwerk

    Nach einjähriger Pause wird die Feuerwerk-Tradition von der Stadt als Donauwiesn-Veranstalter fortgesetzt. Am Dienstag, 15. August, ist die Lichtershow am Kelheimer Himmel zu sehen. Laut Programm beginnt das Brillant-Höhenfeuerwerk gegen 21.30 Uhr. Die Feuerwerkskörper werden im Donauvorland abgebrannt.

  • Angebote

    Zu den Neuerungen auf der Donauwiesn gehört ein kleiner Biergarten beim Weinzelt. Erstmals am Programm steht ein Großboxkampf. Das Angebot auf dem Festplatz ist heuer größer als im Vorjahr. Insgesamt sind dort 30 Schausteller vertreten, so dass gegenüber dem Vorjahr eine zweite Budenstraße eingerichtet wird. (eb)

Die Aufgaben in der Donauwiesn Schirmbar sind bereits verteilt: Thomas Wutzlhofer und Martin Birkl sind die Barkeeper. Gerstensaft schenken Jürgen Pillmeier und Hansjörg Hettich aus. Alle vier haben während der Volksfestzeit Urlaub. Die Frauen der beiden Älteren und Thomas Wutzlhofers Freundin unterstützen das Quartett.

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