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Wohin mit der neuen Sporthalle?

Die Grundschule Neustadt soll erweitert werden. Auch eine neue Sporthalle soll es geben. Offen ist, wo die Halle gebaut wird.
Von Jochen Dannenberg

Die beste Zeit ist die Freizeit. Das gilt auch an der Schule (Schulschluss an der Grundschule in Neustadt a.d. Donau).
Die beste Zeit ist die Freizeit. Das gilt auch an der Schule (Schulschluss an der Grundschule in Neustadt a.d. Donau).

Neustadt a.d. Donau.Die Diskussion um eine neue Sporthalle wird um eine neue Variante bereichert. Es geht nicht mehr nur darum, ob Neustadt eine Dreifachhalle oder eine Zweifachhalle braucht. Es geht auch darum, wo die neue Halle gebaut werden soll. Dazu hatte die CSU-Fraktion zuletzt einen ganz neuen Standort ins Spiel gebracht: Die neue Halle solle an der Bahnhofstraße entstehen. CSU-Fraktionssprecher Thomas Memmel begründete dies u.a. mit möglichen Problemen beim Immissionsschutz, insbesondere bei Veranstaltungen am Wochenende, und Parkplatzproblemen.

Die Volksschule in Neustadt a.d. Donau wurde 2006 abgerissen, um Platz für die neue Grundschule (im Hintergrund) zu schaffen.
Die Volksschule in Neustadt a.d. Donau wurde 2006 abgerissen, um Platz für die neue Grundschule (im Hintergrund) zu schaffen.

Der CSU-Vorschlag ist zwar derzeit vom Tisch. Auch sprechen sachliche Argumente gegen eine räumliche Trennung von Sporthalle und Schulen. So wies Eduard Albrecht für die SPD-Fraktion in der Sitzung des Stadtrats am Montagabend darauf hin, dass durch eine Verlagerung an die Bahnhofstraße zusätzliche Wege für die Schulkinder entstehen würden, die zu Lasten der Unterrichtszeit gingen, was sich in einer Reduzierung des Sportunterrichts niederschlagen würde.

Neue Klassenräume für die Grundschule

Das Platzproblem am bisherigen Standort ist damit jedoch nicht gelöst. Es hat sich zuletzt sogar deutlich verschärft, da die Grundschule einen Erweiterungsbau bekommt, bei dem die Stadt mit acht Klassenräumen rechnet. Dieser Erweiterungsbau soll auf der Grundstücksfläche entstehen, auf der sich jetzt noch die alte Turnhalle der früheren Volksschule befindet. Damit verengt sich das Platzangebot im Bereich von Grund- und Mittelschule deutlich. Als neue Fläche für eine Sporthalle böte sich deshalb der Bereich des Hallenbades an, weshalb offen ist, wohin dann das Hallenbad, das auch neu gebaut werden soll, „wandern“ würde.

Die Grundschule Neustadt (mit Busbahnhof) ging 2006 in Betrieb. Inzwischen wird der Platz in der Schule knapp.
Die Grundschule Neustadt (mit Busbahnhof) ging 2006 in Betrieb. Inzwischen wird der Platz in der Schule knapp.

SPD-Stadträtin Helga Weigl fragte deshalb in der Sitzung am Montag: „Können wir unter Umständen mehrere Jahre auf ein Hallenbad verzichten?“ Bürgermeister Thomas Reimer (SPD) räumte ein: „Die Aufgabenstellung ist komplexer geworden.“ Er hält es für denkbar, dass in einem ersten Schritt die Grundschule erweitert und die neue Turnhalle gebaut werden und in einem zweiten Schritt das Hallenbad folgt. Reimer ist sich sicher: „Das wird nicht ohne Reibungsverluste gehen.“ Sicherer ist er, dass nicht auch noch die Mittelschule die Standortwahl von Hallenbad und Sporthalle beeinflussen wird. Bei der Mittelschule gebe es ausreichend räumliche Reserven, beschied er eine Nachfrage der Stadträtin Birgit Wack (WGMG).

„Seit 10, 15 Jahren ein Thema“

Wie es tatsächlich weitergeht, ist auch deshalb noch offen, weil der Bedarf der Vereine nicht geklärt. Darauf wies CSU-Fraktionssprecher Thomas Memmel in der Sitzung hin. Derzeit läuft noch eine Umfrage unter den Vereinen, die soll bis zum 20. November abgeschlossen sein. Memmel betonte, dass es bei der Entscheidung über die Größe der Halle um eine „Festlegung über Generationen“ gehe. Das sagte Sebastian Rosenhammer, Sportreferent des Stadtrats, zwar so nicht, aber er wies daraufhin, dass die Halle „seit 10, 15 Jahren ein Thema“ ist. Zugleich betonte Rosenhammer, dass Neustadt eine „wachsende Stadt“ ist. Nach der Statistik des Landratsamtes Kelheim hatte Neustadt am 30. Juni 14 487 Einwohner, womit die Einwohnerzahl um mehrere Hundert in den letzten Jahren gestiegen ist. Aktuell ist Neustadt die drittgrößte Stadt im Landkreis, größer sind Kelheim mit 16 764 und Mainburg mit 15 199 Einwohnern.

Wie soll das Areal mit Grundschule, Mittelschule, Hallenbad und Turnhalle (Bildmitte) künftig aufgeteilt werden? Das ist eine der wesentlichen Fragen zum Neubau der Sporthalle.
Wie soll das Areal mit Grundschule, Mittelschule, Hallenbad und Turnhalle (Bildmitte) künftig aufgeteilt werden? Das ist eine der wesentlichen Fragen zum Neubau der Sporthalle.

Die Größe der Sporthalle ist zudem vom Geld abhängig. „Für den Schulsport werden bei der Stadt Neustadt drei Halleneinheiten insgesamt gefördert“, stellte der Bürgermeister fest. Er erläuterte: „Eine Halleneinheit wurde bereits bei der Sanierung der Turnhalle an der Mittelschule verbraucht. Somit können für den Schulsport noch zwei Halleneinheiten abgerufen werden.“

Planer soll Standort finden

Am Ende der Diskussion vereinbarten die Stadträte folgende Vorgehensweise: Die Stadt lässt sich den Bedarf der Vereine für eine zwei- bzw. Dreifachturnhalle mitteilen. Daneben soll ein Standort in der Innenstadt ermittelt werden, der einerseits die Bebauung mit einer Dreifachhalle zulässt und andererseits noch die erforderliche Nähe zur Schule aufweist, damit die Halle mit den zwei verbleibenden halleneinheiten gefördert werden kann.

Neubau

  • Ersatz:

  • Die aus den Dreißigerjahren stammende Volksschule und spätere Grundschule wurde 2006 durch einen Neubau ersetzt. Vom Altbau ist die „Zwiebel“ erhalten geblieben, sie ziert heute die Zentrale der Reng-Gruppe in Neustadt.

  • Ideen:

  • Neben der inzwischen abgerissenen früheren Volks- und späteren Grundschule befindet sich eine Turnhalle. Sie ist noch immer in Betrieb. Seit vielen Jahren gibt es Ideen für einen Neubau.

  • Schwimmen:

  • Das Hallenbad wird vor allem für den Schulbetrieb genutzt. Weil es über 25 Meter-Bahnen verfügt, finden hier immer wieder auch Wettkämpfe statt. Zu den „Vielnutzern“ gehört die DLRG Neustadt.

  • Ansicht:

  • Die Silhouette von alter Turnhalle und neuer Grundschule besteht seit einem Dutzend Jahren. Durch den Anbau an der Grundschule könnte sich dieser Anblick ändern, der Anbau dürfte auch das Ende für die alte Turnhalle bedeuten.

Um eine Verzögerung bei der Baumaßnahme, insbesondere beim Erweiterungsbau der Grundschule, zu verhindern, wurde am Montag beschlossen,

ein VGV (Vergabeverordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge)-Verfahren in Auftrag zu geben. Damit soll ein Planer für die Standortanalyse der Bauprojekte gefunden werden.

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