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Corona-Virus

Zahl der Infizierten steigt auf drei

Die Infektion eines Patienten wirkt sich jetzt auch auf das Krankenhaus in Mainburg aus. Unterrichtsausfall weitet sich aus
Von Martina Hutzler

Derzeit stehen 37 Menschen im Landkreis unter Quarantäne und dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Symbolfoto: Jens Kalaene, dpa
Derzeit stehen 37 Menschen im Landkreis unter Quarantäne und dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Symbolfoto: Jens Kalaene, dpa

Kelheim.Im Kreis Kelheim liegt die Zahl der Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, weiterhin bei drei. Das meldet das Landratsamt am Donnerstag, 12. März. Alle drei stammen demnach aus dem Raum Mainburg; alle drei haben „minimale Beschwerden“ und kurieren sich zuhause aus. Insgesamt 37 Menschen stehen derzeit unter Quarantäne. Außerdem hat die bestätigte Infektion einer Patientin des Mainburger Krankenhauses Auswirkungen auf den Betrieb dort.

Wie das Kelheimer Landratsamt am Mittwoch mitteilte, wurde die Frau am späten Dienstagabend positiv auf das Coronavirus getestet. „Zwischenzeitlich wurde die Patienten ins Klinikum Freising weiterverlegt, da sie im Landkreis Freising wohnhaft ist.“

Klinikpersonal wird getestet

Um den Betrieb des Krankenhauses Mainburg sicherzustellen, wurden alle Mitarbeiter, die in Bezug auf die Patientin als Kontaktpersonen identifiziert wurden, ebenfalls auf eine Corona-Infektion getestet, so das Landratsamt weiter; sie befänden sich derzeit zu Hause. Es werde aber keine generelle Quarantäne über diese Klinikmitarbeiter verhängt: „Sofern der Test negativ ausfällt und der Mitarbeiter keine Symptome zeigt, wird im Einzelfall entschieden. Nur so kann die medizinische Versorgung im Krankenhaus aufrechterhalten werden“, erklärt die Kreisverwaltung; „dieses Vorgehen ist mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt“ und orientiere sich am Vorgehen anderer Kliniken.

Unterdessen mehren sich allerorten die Veranstaltungsabsagen. So wurde am Mittwochvormittag bekannt, dass die für den Abend geplante Podiumsdiskussion in Bad Abbach abgesagt ist. Bei der Diskussionsrunde mit den drei Bürgermeister-Kandidaten wären im Kurhaus rund 400 Menschen erwartet worden; um sie nicht zu gefährden, habe man sich zur Absage entschlossen, sagte der als Moderator vorgesehene Heiner Bruckmüller.

Auch der Frühjahrsmarkt mit Messe, der am 5. April in Abensberg hätte stattfinden sollen, wurde vom Veranstalter „MiA bewegt e.V.“ abgesagt, teilt die Stadt Abensberg mit.

Einen Überblick über Veranstaltungsabsagen lesen Sie hier:

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Zahl der Infizierten steigt auf drei

Die Infektion eines Patienten wirkt sich jetzt auch auf das Krankenhaus in Mainburg aus. Unterrichtsausfall weitet sich aus

Die 37 Personen, die im Landkreis unter Quarantäne stehen, dürfen laut Landratsamt-Mitteilung „die eigene Wohnung für mindestens 14 Tage nach dem letzten Kontakt zu einem Infizierten nicht verlassen“. Zu den drei Infizierten heißt es ergänzend, dass keiner von ihnen ein Rückkehrer aus einem der Risikogebiete sei.

Derzeit stehen 37 Menschen im Landkreis unter Quarantäne und dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Symbolfoto: Jens Kalaene, dpa
Derzeit stehen 37 Menschen im Landkreis unter Quarantäne und dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Symbolfoto: Jens Kalaene, dpa

Das Landratsamt setzt ferner die Vorgaben der Staatsregierung um und untersagt ab sofort bis zunächst 19. April alle Veranstaltungen, zu denen mehr als 1000 erwartet werden. Entsprechende Empfehlungen gab das Robert-Koch-Institut, um die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie zu bremsen. Entsprechend fordert das Landratsamt bei Veranstaltungen von 500 bis 1000 Besuchern zu „größter Zurückhaltung“ auf. Die Bürger sollten „das eigene Bewusstsein schärfen und die Notwendigkeit einer Teilnahme an einer größeren Veranstaltung in Frage stellen“.

Landrat Martin Neumeyer wird mit den Worten zitiert, „die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen hat nun oberste Priorität. Dies verschafft uns wichtige Zeit im Kampf gegen die Epidemie, denn der Schutz der Bevölkerung steht an erster Stelle. Gelingt uns dies, werden wir auch die Folgen für unser Gesundheitssystem wesentlich besser in den Griff bekommen.“

Wahlen finden wie geplant statt

Keine Beeinträchtigung erwartet die Kreisverwaltung bei der am Sonntag anstehenden Kommunalwahl; sie verweist auf die Aussagen von Innen- und Gesundheitsministerium, wonach die „bei der Wahl die üblichen Hygieneempfehlungen wie Handhygiene, Abstandhalten sowie Husten- und Schnupfenhygiene ausreichend schützen“. In den Wahllokalen werden gut sichtbar Aushänge mit den Verhaltensmaßregeln zum Schutz vor Infektionskrankheiten“ angebracht. In den Toiletten bei den Wahllokalen müsse „ausreichend Handreinigungsmittel“ vorrätig sein. Und: „Wählerinnen und Wähler können bei der Stimmabgabe im Wahllokal eigene Schreibstifte verwenden“, heißt es in der Landratsamts-Mitteilung.

Briefwahl-Antrag bis Freitag

Wer lieber noch kurzfristig auf Briefwahl umschwenkt, „sollte den Antrag am besten mündlich bei der Gemeinde stellen – die Unterlagen werden dann sofort ausgehändigt“, empfiehlt das Landratsamt. Es gilt weiterhin die reguläre Antragsfrist für die Beantragung von Briefwahlunterlagen: Sie endet am Freitag, 13. März, um 15 Uhr.

Weitere Schulen betroffen

Mit der Grundschule Kelheim-Hohenpfahl ist nun eine dritte Schule im Landkreis von einem vorsorglichem Unterrichtsausfall wegen des Corona-Virus‘ betroffen. In Hohenpfahl entfällt die Schule bis auf Weiteres für die Klasse 1/2c (flexible Grundschulklasse); für alle anderen Klassen findet der Unterricht regulär statt.

Ferner ist die Klasse 8c des Donau-Gymnasiums in Kelheim wegen eines Verdachtsfalls „bis auf Weiteres“ von vorsorglichem Unterrichtsausfall betroffen. Dies teilten Schülereltern der MZ mit.

Dieselbe Regelung gilt nach wie vor für die Grundschule Bad Abbach, wo für die Klassen 2b und 4c der Unterricht „bis auf Weiteres“ entfällt, sowie die Grundschule Aiglsbach. Hier wurde die (komplette) Schließung „bis auf Weiteres“ verlängert.

Vorgaben für Schulen

Für die Schulen gelten, wie berichtet, ebenfalls genaue Vorgaben zum Umgang mit dem Virus und der von ihm ausgelösten Krankheit „Covid-19“. Besteht demnach bei einem Schüler der Verdacht auf eine Infektion, dann muss die gesamte Schulklasse zunächst zwei Tage lang zuhause bleiben. Ein Verdachtsfall liegt vor zum Beispiel bei Erkältungssymptomen oder dem Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tage.

Aktuell sind zwei Schulen im Landkreis von Unterrichtsausfall betroffen. Foto: Alessandro Crinari/KEYSTONE/Ti-Press/dpa
Aktuell sind zwei Schulen im Landkreis von Unterrichtsausfall betroffen. Foto: Alessandro Crinari/KEYSTONE/Ti-Press/dpa

Wird Covid-19 bei einem Schüler bestätigt, hat die gesamte Klasse 14 Tage lang Zwangsferien; das entspricht der Inkubationszeit des Coronavirus’. Schulleiter und Gesundheitsamt können dann auch entscheiden, diese Maßnahme auszuweiten, bis hin zur kompletten Schulschließung. „Das Ziel dieser Maßnahme ist das Durchbrechen möglicher Ansteckungsketten“, so das Landratsamt.

Ferner gibt die Kreisverwaltung nun Vorgaben für Kindertageseinrichtungen bekannt. Kinder dürfen demnach eine Kitag in folgenden Fällen nicht betreten:

  • Das Kind hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Das Kind hatte Kontakt zu einem bestätigt am Coronavirus Erkrankten.
  • Das Kind hat sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten
  • Treten keine Symptome auf, ist ein Besuch der Einrichtung ab dem 15. Tag seit der Rückkehr aus dem Risikogebiet wieder möglich.

In Alten- und Pflegeheimen gelten keine besonderen Vorgaben, sondern die allgemeinen Hygienevorschriften, so das Landratsamt.

Allgemeine Hygienetipps

  • Abstand

    halten und engen Kontakt mit Personen, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind, meiden

  • Händewaschen

    möglichst häufig

  • Niesen/ Husten:

    Mund und Nase mit der Armbeuge abdecken

  • Händeschütteln vermeiden

  • Einmal-Taschentücher

    verwenden und ordentlich entsorgen

  • Menschenansammlungen

    meiden

  • Reisen:

    Notwendigkeit von Reisen in Risikogebiete sorgfältig abwägen

An der Behörde sei die Koordinierungsstelle installiert, heißt es ergänzend. „Das Landratsamt mit den zuständigen Fachabteilungen stehen sowohl auf Landkreisebene, als auch mit den übergeordneten Staatsbehörden im täglichen Austausch über die aktuelle Lage. Die medizinische Versorgung im Landkreis ist gewährleistet, für Maßnahmen im Falle einer weiteren Verbreitung des Coronavirus stehen auch die Hilfsdienste bereit.“

In den kreiseigenen Krankenhäusern werden die Besuche von Patienten eineschränkt. Foto: Fabian Sommer/dpa
In den kreiseigenen Krankenhäusern werden die Besuche von Patienten eineschränkt. Foto: Fabian Sommer/dpa

Umfassende Vorsichtsmaßnahmen hat die Ilmtal-Klinik Pfaffenhofen/Mainburg ergriffen: Um Patienten und Personal zu schützen, dürfen nur noch engste Familienangehörige Patienten besuchen; maximal zu zweit und nur von 15 bis 19 Uhr, möglichst ohne Kinder. Alle Personen, die die Klinik betreten, werden in Listen registriert. Wer „Symptome einer Infektion wie Fieber, Husten, Erkältungszeichen oder Durchfall“ zeigt, dürfe gar nicht in die Kliniken, heißt es in einer Mitteilung der Ilmtalklinik weiter.

Kliniken schränken Besuche ein

Bei einschlägigen Symptomen werden auch Besucher der Kelheimer Goldberg-Klinik auf Schildern „sehr deutlich gebeten“ draußenzubleiben, berichtet Prokurist Franz Kellner. Man setze bislang auf Appelle, Besuche aufs Nötigste zu beschränken. In der Notaufnahme der GBK gilt zudem für Besucher und Personal Mundschutz-Pflicht.

Generell raten Kliniken, bei Verdacht auf Covid-19 keinesfalls direkt ins Krankenhaus zu fahren, sondern den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) anzurufen

Alle Infos zum Corona-Virus finden Sie hier

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