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Lebenslust

Zehn Jahre – da wird gefeiert

Do schaugsd: Die Sommerfrische Einsiedelei Klösterl ist zehn Jahre alt. Am Sonntag, 16. Juli, wird erinnert.

Diese Postkarte aus dem Jahr 1899 zeigt das Klösterl, das damals als Luftkurort ausgewiesen wurde.
Diese Postkarte aus dem Jahr 1899 zeigt das Klösterl, das damals als Luftkurort ausgewiesen wurde.

Kelheim. Die Sommerfrische Einsiedelei Klösterl feiert ihr zehnjähriges Bestehen: Im Jahr 2001, wo alles im Klösterl begann, erwarb die Familie Riemann mit zwei Freunden das Klösterl. Alsbald wurden Hedi und Hermann Riemann alleinige Eigentümer. Mit Mühe und Aufwand wurde die gesamte Anlage von der Familie Riemann aus privaten Mitteln saniert und für den Erhalt des Klösterls gesorgt. Nach einem Probebetrieb im Jahr 2007 wurde das Klösterl im Sommer 2008 endgültig eröffnet. „Der Klösterlbiergarten, als Sommerfrische, erfreut sich bei den Gästen großer Beliebtheit“, freut sich Familie Riemann.

Das Klösterl – von Kelheim in 15 Minuten zu Fuß im malerischen Donautal zwischen Donaudurchbruch und Befreiungshalle gelegen – ist die ehemalige Einsiedelei, auch „Klösterl Bruderloch“ genannt, ein Ort der Ruhe und Entspannung mit seiner einzigartigen Felsenkirche, umgeben von Wäldern, Felsen, Höhlen und der Donau in ihrer wilden, ursprünglichen Art. Relikte aus der Vergangenheit zeugen von Leben vom Ursprung bis zur Gegenwart. Begonnen hat alles 1450, als der Franziskanerbruder Antonius a septem castris das Klösterl besiedelte. Als Einsiedler nach der Dritten Regel des Ordens des hl. Franziskus führte er nach den Regeln des Franziskanerordens ein gottgefälliges Leben. Hier fand er Höhlen vor, in denen er anfänglich wohnte. Weitere Brüder folgten. Von den Herzögen Albrecht III und Ludwig dem Reichen bekam Antonius das Land für sich und seine Nachfahren geschenkt. Weitere Vermächtnisse und Ablässe erlaubten es ihnen, die bizarre Felsenkirche mit Fresken und Nikolauskapelle und die Gebäude zu errichten.Kaiser Friedrich III sowie die Bischöfe von Freising und Regensburg erlaubten die Nutzung und 1459 erteilte Papst Pius II in einem Breve die Konfirmation zur Errichtung eines Klosters. Später wurde das Klösterl an die Observanten des Franziskanerordens übergeben. Diese bauten später in Oberkelheim ein neues Franziskanerkloster mit der jetzigen Franziskanerkirche.

Bis zur Säkularisierung blieb die Anlage im Besitz des Franziskanerordens und wurde von diesen als Rezesskloster genutzt. Das Klösterl im „Traunthall“ wurde 1802 anlässlich der Säkularisierung von Amts wegen versteigert. Der erste private Eigentümer waren die Harthofbauern Pritschet aus Wipfelsfurth. 1809 erfolgte der Antrag zur Bierschenkkonzession, wie es im Schreiben des Landrichters Joseph Peter von Welz aufgeführt ist: „…in ganz Kelheim existiert ausser der Stadt Kelheim kein Wirtsgarten. Die Ferne des Klösterls beträgt kaum eine Viertelstunde und daher läßt sich leicht denken, dass dieser Ort für die geselligen Ereignisse Kelheims selbst wohltätig ist.“ Von Amts wegen erfolgte die Konzession wie es im Verlauf des Schreibens lautet: „…es vorteilhaft für die Gesundheit, wohltätig einwirkend auf Bildung und Humanität der Bürger Klasse ist, ….. dass diese Wirtschaft selbst als Bedürfnis aufgestellt werden.“. Die reizvolle Lage ließ das Klösterl bald zu einem bekannten Ausflugsort werden, die in der zeitgenössischen Reiseliteratur stets lobend erwähnt wird. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage in einer einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft, seiner eindeutigen Ausrichtung auf die sommerliche Fremdenverkehrssaison, Darstellung als Luftkurort mit ozonreicher und staubfreier Luft, welche bei längerem Aufenthalt bestens zur „Reconvalescens“ geeignet ist und der Ausstattung mit Beherbergungs- und Restaurationsbetrieb, entsprach es den Vorstellungen einer typischen Sommerfrische.

Die Riemanns betonen: „Rückblickend auf zehn Jahre Klösterl kann die Anlage wieder als offenes Denkmal besichtigt werden und lädt nicht nur Tagesreisende aus nah und fern ein, die einzigartige und kulturhistorische gelegene Sommerfrische für ‚Genuss & Kultur‘ zu besuchen und im Wirtshaus und Klösterlbiergarten unter alten Bäumen einzukehren.“ Danke sagt Familie Riemann auch an die vielen Freunde, welche das Klösterl in der Vergangenheit mit Rat und Tat unterstützt haben.

Bei ‚Kultur & Genuss‘ in der Sommerfrische wird am Sonntag, 16. Juli, erinnert. Ab 13.30 Uhr spielt die Musikgruppe „Four Fun“ auf, wobei auch getanzt werden darf. Um 15 Uhr tritt die Kelheimer Tanzgruppe mit einer akrobatischen Tanzeinlage auf. Der Specksteinschnitzer Nussi, der im Klösterl mit seiner Werkstatt angesiedelt ist, feiert sein fünfjähriges Jubiläum und zeigt seine Kunstfertigkeit für groß und klein, wobei Mitmachen erlaubt ist. Wer sich für die historische Seite des Klösterl interessiert, nimmt an einer Klösterlführung teil.

Für die Gaumenfreuden sorgt am Sonntag, 16. Juli, das Klösterl u.a. mit selbst gemachten leckeren Kuchen. Steaks und Würstl gibt es vom Holzkohlengrill, einen frischen Schweinsbraten und vieles mehr an bayerischen Köstlichkeiten wird geboten.

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