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Hallenfussball

Zehn Sekunden vor Schluss kippt Finale

Alex Bauer schießt Ihrlerstein mit einem Neunmeter gegen Abensberg zum ATSV-Turniersieg. Gastgeber scheitert im Halbfinale.
Von Alexander Roloff, Julia Weidner und Martin Rutrecht

Ihrlersteins Kapitän Andreas Meier (Nummer 7) bejubelt mit seiner Mannschaft den Titelgewinn beim Kelheimer Turnier. Die Kicker vom TSV Abensberg präsentieren sich als faire Verlierer. Fotos: Dr. Christian Kahler
Ihrlersteins Kapitän Andreas Meier (Nummer 7) bejubelt mit seiner Mannschaft den Titelgewinn beim Kelheimer Turnier. Die Kicker vom TSV Abensberg präsentieren sich als faire Verlierer. Fotos: Dr. Christian Kahler

Kelheim.An Spannung und Dramatik war die Finalentscheidung zwischen dem SV Ihrlerstein und dem TSV Abensberg kaum zu überbieten. Beide Seiten lieferten sich einen Kampf auf Augenhöhe, ehe Ihrlersteins Alexander Bauer zehn Sekunden vor Schluss zum entscheidenden Schlag ansetzte: Die Brandler bekamen einen Neunmeter zugesprochen – Abensbergs David Babic hatte zuvor für seinen geschlagenen Torhüter den Ball kurz vor der Linie mit der Hand abgewehrt – und Bauer hämmerte den Ball zum 5:4 in den rechten oberen Torwinkel.

„Unser Triumph ist ein Traum.“

Ralf Graßl

Bauers 15. Turniertreffer bescherte den Brandlern wenig später den Turniersieg und brachte dem Torschützen zudem gemeinsam mit ATSV-Torjäger Dominik Berkmüller die Torjägerkrone ein. „Das war ein wahnsinniges Finale. Zwei gleichwertige Teams sind sich auf Top-Niveau begegnet. Unser Triumph ist ein Traum“, war Ihrlersteins Abteilungsleiter Ralf Graßl ganz ergriffen von der spannenden Auseinandersetzung. „Unsere Mannschaft hat nach dem 1:3-Rückstand großen Charakter bewiesen. Am Ende hat dann, so glaube ich, die beste Mannschaft des Turniers gewonnen“, so Graßl. Abensbergs Coach Andrè Kleinknecht zeigte sich als guter Verlierer: „Über das gesamte Turnier gesehen ist Ihrlerstein der verdiente Gewinner.“

Hier finden Sie unseren Live-Ticker samt Videosequenzen zum Nachlesen.

Entscheidender Knackpunkt im Finale war aus Kleinknechts Sicht, dass bei der 4:3-Führung für Abensberg ein unberechtigter Freistoß gegen die Babonen verhängt wurde. Markus Chrubasik hatte den Ball anschließend zum 4:4 in die Maschen bugsiert und damit kurz vor Schluss den Weg für den Ihrlersteiner Triumph geebnet. „Wir sind mit 1:3 unglücklich aus den Startlöchern gekommen. Die Mannschaft hat dank großer Moral den Rückstand aufgeholt und das Blatt zum besseren Ende gewendet“, freute sich Ihrlersteins Spielertrainer Markus Englert über den Erfolg.

Hier ein Video zum packenden Endspiel:

SV Ihrlerstein gewinnt packendes Finale

Die Spieler vom TSV Abensberg waren nach der Niederlage enttäuscht. Großen Frust ließ Abteilungsleiter Sebastian Kneitinger nicht aufkommen. „Mit dem Turnierverlauf bin ich zufrieden. Die Niederlage schmerzt, aber junge Spieler haben sich gut im zweiten Block präsentiert.“ Mehr drin war für Bezirksligist TSV Abensberg allemal: Die Babonen führten acht Minuten vor der Schlusssirene nach zwei Treffern von Samuel Lahky und einem Treffer von Michael Keil – den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Alex Bauer markiert – mit 3:1.

Babonen werfen ATSV raus

Nun drückte Ihrlerstein aufs Tempo und glich mit Treffern von Bauer und Englert zum 3:3 aus. Knapp zwei Minuten vor Schluss brachte Daniel Nutz die Abensberger erneut in Führung. Dann kippten der Freistoßtreffer von Chrubasik und der Neunmeter von Bauer die Partie endgültig und die Ihrlersteiner durften den Siegerpokal in die Höhe stemmen.

Es waren Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage im Finale den Ausschlag gaben. Bereits im Halbfinale bekam Titelverteidiger ATSV Kelheim zu spüren, dass es Nuancen sind, die im Turnierverlauf über Wohl und Wehe entscheiden. Gegner TSV Abensberg verbuchte mit 4:3 das bessere Ende für sich. „Wir wussten genau über Abensberg Bescheid, haben aber die angesprochenen Dinge verkehrt gemacht und die Partie leider knapp verloren“, sagte ATSV-Coach Richard Ott nach dem unglücklichen Aus in der Vorschlussrunde. „Die Enttäuschung ist groß. Auf diesem Niveau entscheiden eben Kleinigkeiten. Wir haben den Fehler gemacht und spielen nur noch um Platz drei.“

Akrobatisch, aber vergeblich: Der FC Kelheim (schwarz) unterlag Ihrlerstein im Halbfinale mit 2:9.
Akrobatisch, aber vergeblich: Der FC Kelheim (schwarz) unterlag Ihrlerstein im Halbfinale mit 2:9.

Die Babonen führten zunächst zwei Mal. Der ATSV kippte mit einem Zwischenspurt die Partie und war auf dem Weg ins Finale. Allerdings hebelte eine schöne Kombination über Tobias Treitinger und Keil die Kelheimer Hintermannschaft aus und Keil markierte den Ausgleich. Während Berkmüller kurz vor Schluss das 4:3 für Kelheim verpasste, jagte Abensbergs Daniel Nutz in letzter Minute den Ball zum Siegtreffer für die Babonen ins ATSV-Gehäuse. Kurz vor der Schlusssirene verpasste Kelheim mit einer Dreifachchance den Ausgleich.

Die Tore der Halbfinals sehen Sie hier auf Video:

Die Halbfinals des ATSV-Hallenturniers 2019

Während sich die Gastgeber mit dem kleinen Finale abfinden mussten, rückte Abensberg ins Finale vor. „Wir hatten einfach mehr Glück im Abschluss“, urteilte Babone Tobias Treitinger über den knappen Sieg. Er wusste, dass im Endspiel ein zäher Gegner auf den TSV wartet. „Wir sind als Bezirksligist der nominelle Favorit, aber Ihrlerstein begegnet uns aufgrund der bisherigen Leistungen auf Augenhöhe“, so Treitinger. Der spätere Champion von der Brand hatte sich im Halbfinale mit 9:2 deutlich gegen den FC Kelheim durchgesetzt. „Der Finaleinzug ist toll. Wir sind nicht zwingend Favorit, gehören aber zu den besten Teams des Turniers. Den Pott können wir durchaus holen“, glaubte Ihrlersteins Abteilungsleiter Graßl an den Triumph.

Burak Corakcioglu vom FC Kelheim ging sportlich mit der deutlichen Niederlage um. „Bis zum 2:4 haben wir gehofft, dass noch etwas geht. Dann sind aber die Dämme gebrochen.“ Die FC-Kicker waren mit dem Erreichten zufrieden: „Wir haben ein gutes Turnier gespielt. Mit dem SV Ihrlerstein sind wir am Favoriten gescheitert. Das Halbfinale war für uns bereits der Jackpot.“

Ein Schmankerl des Hallenfußballs

Im Spiel um Platz drei war der FC Kelheim gegen Ausrichter ATSV Kelheim in eine denkwürdige Partie verwickelt. Der ATSV schaffte es, den Vorsprung Zug um Zug auszubauen. Letztlich waren der 10:6-Sieg und Platz drei für die Gastgeber notiert. „Ein Schmankerl des Hallenfußballs“, würdigte Hallensprecher Martin Birkl die Leistungen beider Teams im Spiel um Platz drei. Außergewöhnlich waren die fünf Treffer von ATSV-Angreifer Dominik Berkmüller im kleinen Finale. Damit verbesserte sich Berkmüller in der Torjägerliste auf 15 Treffer, die ihm gemeinsam mit Alex Bauer den Pokal als bester Torschütze einbrachten.

Der ATSV (r.) unterlag Abensberg im Halbfinale mit 3:4.
Der ATSV (r.) unterlag Abensberg im Halbfinale mit 3:4.

Nicht erst die Halbfinals und Platzierungsspiele hatten K.o-Charakter, bereits in drei der vier abschließenden Grupppenpartien zu Beginn des zweiten Endrundentags stand für die beteiligten Mannschaften der Einzug ins Halbfinale auf dem Spiel. Lediglich Ihrlerstein konnte in der Auftaktpartie gegen den SV Saal Kräfte (4:1) schonen. Der ATSV Kelheim setzte sich in einer spannenden Partie mit 2:1 gegen Spfr. Essing durch. Essings Spielertrainer Lukas Schinn zog sich dabei eine Knöchelverletzung zu. „Wir hatten ohnehin drei verletzte Spieler, das konnten wir gegen den ATSV nicht mehr auffangen“, erklärte Essings Co-Spielertrainer Matthias Schlauderer.

43. ATSV-Hallenturnier - der Finaltag

In Gruppe zwei wollte Kelheimwinzer nach einem starken ersten Endrundentag ins Halbfinale. „Letzte Woche haben wir sehr gut gespielt. Heute war der FC Kelheim besser“, sagte Kelheimwinzers Spielertrainer Alex Sommer nach dem 2:3 gegen FC Kelheim. „Es ist schade, wir hätten gerne im Halbfinale gekickt. Über das gesamte Turnier hinweg sind aber viele kleine Entscheidungen gegen uns gefallen. Das ist zermürbend.“

Kelheimwinzer holte sich mit 4:1 gegen die Spfr. Essing den fünften Platz. A-Klassist SpVgg Weltenburg musste sich mit Rang acht hinter SV Saal begnügen. Das letzte Gruppenspiel hatte Weltenburg mit 2:5 gegen Abensberg verloren und damit den möglichen Einzug ins Halbfinale verpasst.

Der Endrundentag

Abschließende Gruppenspiele, Gruppe 1: SV Saal – SV Ihrlerstein 1:4, Sportfreunde Essing – ATSV Kelheim 1:2; Tabelle: 1. SV Ihrlerstein 15:4 Tore, 9 Punkte; 2. ATSV Kelheim 16:6, 6; 3. Spfr. Essing 5:10, 3; 4. SV Saal 3:19, 0.

Gruppe 2: SpVgg Weltenburg – TSV Abensberg 2:5, FC Kelheim – SV Kelheimwinzer 3:2; Tabelle: TSV Abensberg 12:9, 5; 2. FC Kelheim 8:9; 4; 3. SV Kelheimwinzer 13:10, 4; 4. SpVgg Weltenburg 9:14, 3;

Halbfinale: SV Ihrlerstein – FC Kelheim 9:2, TSV Abensberg – ATSV Kelheim 4:3; Spiel um Platz 7: SV Saal – SpVgg Weltenburg 4:2 (1:1) nach Neunmeterschießen; Spiel um Platz 5: Spfr. Essing – SV Kelheimwinzer 1:4; Spiel um Platz 3: FC Kelheim – ATSV Kelheim 6:10;
Finale: SV Ihrlerstein –TSV Abensberg 5:4.

Bester Torhüter: Matthias Barbknecht (SV Saal);
Bester Spieler: Stephan Ipfelkofer (SV Ihrlerstein);
Torschützenkönig: Dominik Berkmüller (ATSV Kelheim) und Alexander Bauer (SV Ihrlerstein) mit je 15 Treffern.

Schiedsrichter: Markus Kluge (SV Großmuß) und Matthias Prantl (SC Kirchdorf)

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