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Zeitreise im Klösterl im Donaudurchbruch

Eingerahmt von Felsen, Höhlen und Wald begaben sich Mittelalterfans auf Zeitreise. Handwerk und kulinarische Genüsse lockten.
Von Renate Beck

Bereits zum achten Mal öffnete das Klösterl sein Tor für die Zeitreise ins Mittelalter Foto: Renate Beck
Bereits zum achten Mal öffnete das Klösterl sein Tor für die Zeitreise ins Mittelalter Foto: Renate Beck

Kelheim.Hereinspaziert zur „Zeitreise Klösterl“ hieß es am Vatertagwochenende in der Einsiedelei Klösterl. Die Felsenkirche, Nikolauskapelle und die Wohnhöhlen „Bruderloch“ und „Goldofen“ boten ein besonderes Ambiente zu dem mittelalterlichen Spektakel. Mönche, Ritter, Händler, viele Akteure mit Lagerleben und Handwerk, eine Feuershow und die Mittelaltergruppe Musica Immortalis zogen Besucher aus allen Altersgruppen an. Die Auftritte von orientalischen und mittelalterlichen Tanzgruppen wurden mit viel Applaus begleitet.

Donau blieb draußen

Klösterl-Chef Hermann Riemann atmete angesichts des jüngsten Hochwassers der anliegenden Donau auf: „Obwohl die Zufahrt nicht möglich war haben wir die Zeitreise organisiert. Jetzt werden wird bedankt dafür.“ Sein Blick über das Klösterlgelände zeigte ihm „viele liebe Gäste aus der Mittelalterszene und viele interessierte Gäste“. Die Teilnehmer des Spektakulums kamen aus dem Raum Nürnberg, München, Augsburg und auch aus dem Großraum Kelheim.

Einsiedelei Klösterl

  • Klösterl:

    Wirtshaus und Klösterlgarten. Frühes Franziskanerkloster anno 1454

  • Besitzer:

    Hedi und Hermann Riemann

  • Zeitreise:

    Die Veranstaltung fand zum 8. Mal statt.

  • Besonderheit:

    Historischer Ort im Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge“.

Viele von ihnen begaben sich nicht das erste Mal auf Zeitreise ins Klösterl. Thomas Dorsch, der Schmied für historische Metallgestaltung, war einer davon. Mit seinem offenen Feuer und seiner traditionellen Handwerkskunst faszinierte der Kelheimer auch dieses Jahr wieder Klein und Groß. Vertraute Gesichter sah man am Handwerksstand des Specksteinschnitzers Bernhard Nußhardt. „Mach ma a Loch rein? Dann kannst sie gleich um den Hals hängen“ sagte Silke Weihrauch zur jungen Specksteinschnitzerin Jana. Kräuterpädagogin Elfi Schöberl schlüpfte in die Rolle der Marktfrau und bot den Besuchern Senf, Essig und Likör an. Wohl kaum ein Erwachsener mit Kind an der Hand kam am liebevoll gestalteten Streichelzoo von Karo Kremsreiter vorbei.

 Bettelmönch und Kartenlegerin Foto: Renate Beck
Bettelmönch und Kartenlegerin Foto: Renate Beck

Mit ruhigen Schritten wandelten Gesine und Michl Böttcher durch den schattigen Biergarten. Mittelalterlich gewandet und mit ihren beiden Buntfalken Franzl und Daisy auf den Händen zogen sie viel Aufmerksamkeit an. Ausbrechen aus dem Alltag, in eine andere Rolle schlüpfen, gemeinsam am Feuer sitzen, dabei essen, trinken und musizieren – das gefällt den Mittelalterfans. Verbunden mit einem Ausflug unter sonnigem Himmel tauchten auch viele Familien unter den Besuchern in das mittelalterliche Geschehen ein.

Lagerleben verbindet

Heike Guderlei wohnt in der Nähe von Amberg. Die Kartenlegerin blieb wie viele ihrer Gleichgesinnten über Nacht im Klösterl und gewährte einen Einblick in ihr Mittelalterzelt. Mit den weißen Leinenwänden und dem Fell auf dem Bett wirkte es recht gemütlich.

Hochwasser

Wegen Flut sofort vom Urlaub nach Hause

Das Ehepaar Neuhauser erreicht die Hiobsbotschaft in Österreich. Wie andere Staubinger verlangen sie einen Flutschutz.

Die Besucher kamen teilweise in üblicher Bekleidung, teilweise in mittelalterlichen Gewandungen. So auch die Freunde um Marcus Tschage alias „Marcus von der Offenstadt, erster Ritter und Kastellan zu Kloster Trauntal“, das unter dem Namen „Klösterl“ bekannt ist. Freundin Carmen Deischl verriet, dass Marcus Tschage das Jahr über Führungen hier in dieser Einsiedelei veranstaltet.

Für den Fall, dass ein Besucher auf Zeitreise für ein Vergehen zu verurteilen ist, brachte ein Besucher eine Schandgeige mit. Zur Demonstration legte er Hals und Hände einer edlen Dame in die hölzerne Fessel. Mit Hilfe des daran befestigten Seiles führte er sie so gefesselt hinter sich herziehend den Uferweg zurück nach Kelheim.

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