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Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

Lesung

Zwei Morde in der Bücherei

Krimis aus Leidenschaft: Die Stadtbücherei Neustadt stellt Autor Walter Bachmeier aus Münchsmünster vor.
Von Heike S. Heindl

  • Autor Walter Bachmeier aus Münchsmünster las aus seinem neusten Kriminalroman „Berge, Brotzeit, Bauernherbst, welcher in Krimml spielt. Fotos: Heike S. Heindl
  • Die Leiterin der Bücherei Brigitte Lindenstruth-Folwill hatte für den Autor natürlich ein kleines Präsent zur Lesung mitgebracht und durfte sich über eine Signatur vom Autor Walter Bachmeier in ihrem Exemplar von „Berge, Brotzeit, Bauernherbst“ freuen.

Neustadt. Es ist Herbst im Salzburger Land und die Krimmler Bevölkerung feiert ihre bäuerlichen Traditionen mit einem großen Straßenfest. Doch die Idylle trügt. Während der Feierlichkeiten wird ein Attentat auf den Bürgermeister verübt. Chefinspektor Egger, der mit seiner Familie das Fest besucht, ist sofort zur Stelle und übernimmt den Mordfall. Der Bürgermeister hatte in seinem Ort nicht viele Freunde. Als jedoch ein weiterer Toter gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Gleich zwei Morde zwingen Egger zu Handeln.

Rund 30 Gäste, vor allem Frauen, kamen zur Lesung von Walter Bachmeiers neusten Kriminalroman in die Bücherei und horchten den spannenden Seiten des Buches über den neuesten Fall des Chefinspektors Egger zu. Nur das Ende, verriet der Autor nicht.

Autor Walter Bachmeier legt nach einer Stunde das Buch aus den Händen, setzt die Brille ab und blickt in die Zuschauermenge. Die Spannung ist in den Gesichtern zu sehen und die Frage, und wer ist jetzt der Mörder, war in allen Gesichtern zu lesen. Doch der Autor aus Münchsmünster lächelt nur und meint: „Wenn sie das wissen wollen, müssen sie das Buch schon kaufen!“

Bachmeier beginnt ein wenig aus seinem Leben zu erzählen und auf die Fragen der überwiegend weiblichen Zuhörerinnen zu antworten. Er berichtet, am vergangenen Wochenende extra nochmal in Krimml beim Bauernherbst gewesen zu sein. „Alles ist so, wie ich es beschrieben habe“, berichtet er. „Nur eines ist anders: Der Bürgermeister lebt noch!“ Es gibt eine Szene im Buch, da heißt es, man sollte Eintritt für das Fest verlangen, und tatsächlich, als hätten die Verantwortlichen das Buch gelesen - jetzt kostet es wirklich etwas.

Der Autor Walter Bachmeier wurde 1957 in Karlsruhe geboren, und im Jahre 1958 hat es ihn in die nördliche Hallertau „verschlagen“. In den 80er Jahren gab er seinen Beruf als Koch auf und begann zu schreiben. Zunächst unter seinem Realnamen und später unter Pseudonymen, wie auch zurzeit. Seine Bücher sind meist gespickt mit eigenen Erlebnissen und Begebenheiten, die ihm selbst widerfahren sind. Der Autor kann durch seine Lebenserfahrung, die er selbst als „Schule des Lebens“ bezeichnet, punkten. Auch durch seine Tätigkeit als Dozent im Rahmen der Erwachsenenbildung erlebte er einige „Überraschungen“ und kann so manche Anekdote in seinen Büchern verwenden.

Flüssige Erzählungen

Wagte er es früher nicht, seine Texte zu veröffentlichen, so hat er jetzt nach einer schweren Erkrankung den Mut und die Muße gefunden, alle Bücher zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Seine „Schreibe“ ist gekennzeichnet durch einfache Texte, die jeder verstehen kann, auch wenn so mancher Leser meint, die deutsche Sprache gäbe mehr her. So sind die meisten seiner Leser auch der Meinung, dass sein Schreibstil gut und flüssig ist.

Nach der Lesung hatten die Zuhörer die Gelegenheit, mit dem Autor Walter Bachmeier persönliche Worte zu wechseln und ein Buch samt Signatur mit nach Hause zu nehmen, denn jetzt wollte jeder das Ende wissen. Wer war denn nun der Mörder?

Natürlich gibt es auch andere Meinungen, aber der Autor hält sich an seinen Wahlspruch: „Kunst ist Kunst. Der eine mag klassische Musik, der andere nicht. Nicht jeder mag Rehbraten, der eine liebt ihn, der andere isst lieber Schweinebraten. Ebenso verhält es sich mit Gemälden und Kunstobjekten. Es jedem recht zu machen, ist eine schier unlösbare Aufgabe.“

Der Autor nimmt sich die konstruktiven Kritiken zu Herzen und versucht, darauf einzugehen. Allerdings weigert er sich strikt, sich zu verbiegen. Er nimmt auch die Worte Georg-Wilhelm Exlers für sich in Anspruch, der einmal sagte: „Ohne Fehler fehlt was.“ Oder auch den Satz von Wadim Korsch: „Arbeite nie für dein Gehalt. Arbeite für deine Vision.“ Das heißt für den Autor, dass er nicht des Geldes wegen schreibt, sondern nur deshalb, weil er etwas zu erzählen hat. „Er verbringt sehr viel Zeit mit der Schreiberei“, klagt seine Frau Ingrid ein wenig.

„Das Buch möchte ich“

Für Sonja Ipfelkofer war es nicht die erste Lesung. Sie besucht mit ihren Kindern sehr häufig die Bücherei und freut sich über die ansprechende Neugestaltung. Für Sabine Ferstl hingegen war es der erste Besuch einer Lesung. „Mir gefallen Liebesromane besser,“ meint sie, „Aber das Buch möchte ich trotzdem, denn ich will ja wissen, wie es nun weitergeht.“ Ihre Freundin, Sonja Hecker, welche sie zur Lesung begleitet hat, ist Fan von bayerischen Krimis und freut sich schon auf die nächste Lesung hier in der Bücherei.

Diese findet am 28. Oktober um 19 Uhr statt. Zu hören gibt es Geschichten aus dem bayerischen Krimistadl aus dem Buch „Mordsgaudi“ mit Werner Gerl. Die kabarettistische Krimi-Lesung findet im Bürgersaal, am Stadtplatz 3, statt.

Das beliebte Bilderbuchkino findet am Mittwoch, 11. Oktober, mit „Der kleine Drache Kokosnuss“ und am Mittwoch, 8. November, mit „Frau Stinktier braucht ein neues Parfüm“ und am Mittwoch, 13. Dezember, mit „Die verlorene Weihnachtspost“ jeweils um 15 Uhr in der Bücherei statt. Das Figurentheater Ingolstadt spielt „Pettersson und Findus“ am 25. Oktober um 15 Uhr im Bürgersaal. Der Eintritt ist frei.

Nach der Lesung stand Brigitte Lindenstruth-Folwill, Leihterin der Stadtbücherei, für ein Interview zur Verfügung.

Was ist der Unterschied zwischen
der Bücherei von früher zu
heute?

„Die Bücherei hat einen großen Wandel gemacht. Besonders im Bereich der Medien. Wir sind an eine Cloud von mehreren Büchereien angeschlossen. 10000 Medien stehen uns hier zur Verfügung. Dazu kamen jede Menge Musik - CDs und DVDs.“

Was war der Grund für die
Vergrößerung der Kinderecke?

„Wir haben sehr viele Kinder hier. Sie kommen mit ihren Eltern, um in der Ecke zu schmökern. Auch Schulklassen besuchen uns häufig, um die Bücher kennen zu lernen. Unsere Leseschlange kommt sehr gut an, ist super weich und man kann prima darauf liegen. Die Kinder sind in der Ecke beschäftigt und so können sich auch die Großen in Ruhe umsehen und den passenden Lesestoff finden.“

Was bedeutet für sie persönlich die Bücherei?

„Ich bin ja gelernte Bibliothekarin und mir persönlich bedeutet die Bücherei sehr viel und wir haben eine Menge Herzblut in die Modernisierung hineingesteckt. Dafür waren viele Arbeitsstunden notwendig und bald bekommen wir noch den Rest der neuen und ansprechenden Möbel. Sessel in knallrot und passende graue Tische. Alles ist sehr hochwertig, auch die Möbel der Kinderecke. Das Angebot habe ich stetig erweitert und es zugeschnitten auf die Interessen der Neustädter Bürger.“

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