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Region Kelheim
Dienstag, 25. September 2018 15° 2

Großeinsatz

Zwölf Verletzte bei Hausbrand

Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Bad Abbach: Feuerwehren retten mehrere Bewohner aus dem verrauchten Gebäude.
Von Martina Hutzler

Bad Abbach.Zwölf Menschen sind in der Nacht zum Sonntag beim Brand im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses in Bad Abbach verletzt worden, sieben von ihnen schwer. Die Rettungskräfte der Feuerwehren retteten mehrere von ihnen über Leitern und Treppenhaus aus dem verrauchten Gebäude. Wie das Feuer in der Gerhart-Hauptmann-Straße entstand, ist bislang noch unklar.

Rund 45 Aktive der Feuerwehren Bad Abbach und Lengfeld waren in der Gerhard-Hauptmann-Straße im Einsatz: Unter Atemschutz retteten sie mehrere Bewohner aus dem verrauchten Mehrparteien-Haus. Foto: Alexander Auer
Rund 45 Aktive der Feuerwehren Bad Abbach und Lengfeld waren in der Gerhard-Hauptmann-Straße im Einsatz: Unter Atemschutz retteten sie mehrere Bewohner aus dem verrauchten Mehrparteien-Haus. Foto: Alexander Auer

Ein Notruf über die 110 setzte am Samstag kurz nach 23 Uhr den Großeinsatz in Gang: Ein Großaufgebot der Abbacher Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung von Kommandant Mathias Prasch eilte in das mehrgeschossige Haus, das, etwas zurückversetzt von der Straße, im Ortskern von Abbach liegt. Das Szenario war bedrohlich: 20 Personen sind in dem Mehrparteien-Haus gemeldet – wie viele sich in der Nacht tatsächlich im Haus befanden, war unklar. Deshalb entschied Prasch, die Lengfelder Feuerwehr zur Unterstützung der Abbacher Stützpunktwehr herbeizubeordern.

Qualm statt Flammen

Denn es brannte zwar nicht lichterloh, aber das ganze Gebäude war bereits stark verqualmt – Atemschutz-Träger waren deshalb gefordert. „Für uns stand zunächst ganz klar die Personenrettung im Vordergrund“, schilderte Prasch vor Ort. Mehrere Bewohner konnten sich noch selbst durch die Haustür ins Freie retten. Fünf mussten schließlich von der Feuerwehr gerettet werden: teils über Fenster und Leitern, teils übers Treppenhaus: Hier schützten so genannte „Fluchthauben“ die Betroffenen vorm Einatmen der giftigen Rauchgase. Insgesamt waren rund 30 Abbacher Feuerwehrler im Einsatz und ungefähr 15 von der Lengfelder Wehr.

Über Fenster und über das Treppenhaus wurden Hausbewohner gerettet, die sich nicht selbst ins Freie flüchten konnten. Anschließend durchsuchten die FFWler das Gebäude nochmals komplett. Foto: Alexander Auer
Über Fenster und über das Treppenhaus wurden Hausbewohner gerettet, die sich nicht selbst ins Freie flüchten konnten. Anschließend durchsuchten die FFWler das Gebäude nochmals komplett. Foto: Alexander Auer

Sie suchten auch nochmals das gesamte Gebäude, inklusive Keller und Speicher, gründlich ab, um sicherzustellen, dass sich tatsächlich niemand mehr darin befand, schilderte Kommandant Mathias Prasch. Die eigentlichen (Nach-) Löscharbeiten gestalteten sich weniger aufwendig.

Der Rettungsdienst war ebenfalls mit einem Großaufgebot vor Ort. Denn zwölf Menschen erlitten durch den starken Qualm Verletzungen, schilderte Julian Pongratz von der Kelheimer Polizeiinspektion, die die Erstbearbeitung des Einsatzes übernahm. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Straubing kamen sieben Bewohner mit Verdacht auf schwerere Rauchvergiftungen in drei Regensburger Kliniken; vor Ort wurden weitere fünf Betroffene behandelt. Ein Teil der Patienten konnte noch in der Nacht wieder aus den Kliniken entlassen werden.

Stark verkohlt war vor allem der Eingangsbereich. Das legte in der Nacht zumindest die Vermutung nahe, dass hier der Brand ausbrach. Genaueres muss allerdings erst die Kripo ermitteln. Foto: Hutzler
Stark verkohlt war vor allem der Eingangsbereich. Das legte in der Nacht zumindest die Vermutung nahe, dass hier der Brand ausbrach. Genaueres muss allerdings erst die Kripo ermitteln. Foto: Hutzler

An eine Rückkehr ins Haus war am Wochenende indes nicht zu denken: Noch in der Nacht starteten Beamte des Kriminaldauerdienstes der Landshuter Kripo mit den Ermittlungen. Sie sollen am Montag durch Brandfahnder Kripo fortgesetzt werden, hieß es am Sonntagnachmittag bei der Straubinger Polizei-Einsatzzentrale. Bislang könne man zur Brandursache noch nichts sagen. Vor Ort lag die Vermutung nahe, dass der Brand im Eingangsbereich des Hauses entstanden sein könnte. Die Haustür jedenfalls war stark deformiert und verkohlt.

Wohnungen stark verraucht

Für die vorübergehend obdachlos gewordenen Personen organisierte die Polizei in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Notunterkünfte, berichtete Julian Pongratz, der in der Nacht für die Polizeiinspektion Kelheim vor Ort war. Wann die Bewohner zurückkehren können, ist noch offen. Die Feuerwehren mussten mit Belüftern die Wohnungen von eingedrungenen Rauchgasen befreien. Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Gesamt-Sachschaden auf rund 200 000 Euro.

Das Mehrfamilienhaus bleibt mindestens bis zu den Ermittlungen der Kripo Landshut gesperrt. Feuerwehr- und Bauhof-Mitarbeiter verschlossen den Eingang nachts noch provisorisch. Foto: Hutzler
Das Mehrfamilienhaus bleibt mindestens bis zu den Ermittlungen der Kripo Landshut gesperrt. Feuerwehr- und Bauhof-Mitarbeiter verschlossen den Eingang nachts noch provisorisch. Foto: Hutzler

Nachdem die Einsatzkräfte ihre Arbeiten beendet hatten, rückten Mitarbeiter des Bauhofs der Marktgemeinde an: Sie verschalten die Eingangstür – damit nach dem Brand nicht womöglich noch ungebetene Gäste das Mehrparteienhaus heimsuchten. Gegen vier Uhr früh kehrte dann wieder Ruhe ein in der Straße, in der der Blaulicht-Einsatz zuvor viele aus dem nächtlichen Schlaf gerissen hatte.

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