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Eine Stunde in der Weihnachtshauptstadt

MZ-Redakteur Benjamin Neumaier dreht als Einheimischer die klassische Weihnachts-Touristen-Runde in Abensberg.
von Benjamin Neumaier

Die Turmweihnacht lockt mehr als 300 000 Besucher an. Foto: Pieknik-Archiv
Die Turmweihnacht lockt mehr als 300 000 Besucher an. Foto: Pieknik-Archiv

Abensberg.Vom Parkplatz Gillamooswiese zum Niklasmarkt, über den Hüttenzauber am Stadtplatz bis zur Turmweihnacht – MZ-Redakteur Benjamin Neumaier dreht als Einheimischer die klassische Weihnachts-Touristen-Runde in Abensberg.

17.07 Uhr: „Grüß Gott – drei Euro bitte!“

„Grüß Gott. Drei Euro bitte. Dort geht es am schnellsten in die Stadt. Einen schönen Abend.“ Edith DiCarlo und Christa Forster machen den Job an der Gillamooswiese gerne. Vier bis fünf Mal in den vier Wochen Weihnachtszauber stehen sie am Parkplatz und kassieren die Gäste der Märchen- und Weihnachtsstadt ab. Dabei ernten sie auch das „ein oder andere böse Wort“, sagt Forster. Wohl kein Wunder bei Tausenden Fahrzeugen, die pro verlängertem Wochenende in Abensberg eintrudeln. „Die meisten sind aber freundlich. Vor allem die Regensburger – die sind wohl andere Preise gewohnt, “ sagt DiCarlo.

Christa Forster und Edith DiCarlo begrüßen die Besucher an der Gillamooswiese udn kassieren Parkgebühr. Video: Neumaier

17.18 Uhr: Romantik in historischer Kulisse

Über die Abensberger „Rialto-Brücken“ geht es über die Liebesinsel Richtung Niklasmarkt – zumindest läuft die herkömmliche „Touri-Route“ so. Früher war der Budenzauber am Stadtplatz – romantischer ist es aber definitiv in historischer Kulisse. Dabei scheint der Niklasmarkt im Schlossgarten der eigentliche Abensberger Weihnachtsmarkt zu sein, also für die Einheimischen. Dort laufen dem „Omschberger“ nämlich bei Weitem mehr bekannte Gesichter über den Weg, als an anderer Stelle der Stadt. Er findet an den ersten beiden Adventswochenenden jeweils von Donnerstag bis Sonntag statt.

Der Niklasmarkt ist der romantische Abensberger Weihnachtsmarkt. Foto: Neumaier
Der Niklasmarkt ist der romantische Abensberger Weihnachtsmarkt. Foto: Neumaier

17.24: Der Landrat und seine Knackersemmeln

Seit 25 Jahren gibt es für Landrat Martin Neumeyer am Niklasmarkt hauptsächlich kurze Konversationen – die zudem immer gleich ablaufen: „Eine Knackersemmel.“ – „Mit Allem?“ – „Ja“ oder so ähnlich dürfte Neumeyer das schon Tausende Male gehört haben. Aber der Abensberger verkauft nicht nur Knacker und Glühwein, denn für den Politiker „ist der Niklasmarkt auch immer eine Art Bürgersprechstunde. Hier hat sich schon das ein oder andere Problem schnell lösen lassen.“ Und für den Fall, dass es Mal nicht gleich klappt, hat Neumeyer „immer ein paar Visitenkarten in der Tasche“.

Landrat Martin Neumeyer verkauft seit 25 Jahren Knackersemmeln am Niklasmarkt. Video: Neumaier

17.48 Uhr: Märchen in den Schaufenstern

Abensberg hat sich während der Adventszeit aber nicht nur den Ruf der „Weihnachtshauptstadt“, wie es ein lieber anonym bleibender Gast aus Riedenburg nannte, erarbeitet, sondern wandelt sich auch in die Märchenstadt. Schon viele Tage vor der offiziellen Eröffnung des allgemeinen Weihnachtszaubers waren die Inhaber von Geschäften und Betriebe in der Altstadt damit beschäftigt, ihre Geschäfte auf Märchen zu trimmen. Da gibt es dann für den aufmerksamen und findigen Besucher das tapfere Schneiderlein, Rapunzel, die Märchenerzählerin Scheherazade oder auch den Gestiefelten Kater zu entdecken.

Märchenstadt Abensberg

17.57 Uhr: mehr als nur eine Zwischenstation

Zwischen den beiden „Polen“ Niklasmarkt und Turmweihnacht hat sich in den vergangenen Jahren der Hüttenzauber am Stadtplatz als Alternative und mehr als einer Zwischenstation entwickelt. Was vor knapp fünf Jahren mit einem Glühweinstand begann, hat sich mittlerweile als fester und gern besuchter „Weihnachtsspot“ entwickelt. Spektakulär wird es hier am 15. Dezember (20 Uhr) wenn bei der „Krampusnacht“ die Labertaler Höllenteufel über den Stadtplatz wandeln. Wer das nicht verträgt, kann sich an den Nikolaus mit seinen Engeln halten. Die verteilen Süßigkeiten – nicht nur an Kinder.

Mehr als nur eine Zwischenstation ist der Hüttenzauber am Stadtplatz. Video: Neumaier

18.03 Uhr: Wenn der Heinz-Jürgen zu stur ist

Die Innenstadt ist – auch wenn sie es nicht ist – während der Adventszeit eine Fußgängerzone. Zumindest machen sie die Weihnachts-Touristen faktisch zu einer. Wer nicht per pedes durch die Straßen schlendern will, der kann es sich in der „Weihnachtsbahn“ bequem machen. Die verkehrt zwischen Gillamooswiese, Stadtplatz und Turmweihnacht und wird von Roswitha und Heinz-Jürgen aus Hoyerswerda gerne angenommen – zumindest von ihm: „Warum laufen, wenn ich es einfacher haben kann“, sagt er. Roswitha dagegen hätte „lieber noch ein paar Märchen in der Stadt gesucht. Aber Heinz ist so stur...“ (filmen lassen wollte sich das Pärchen leider nicht)

Die Weihnachtsbahn fährt durch Abensberg. Video: Neumaier

18.17 Uhr: 300 000 Besucher pro Jahr

Hans-Peter Rickinger ist sich sicher: „Die Turmweihnacht ist in Kombination mit den anderen Standorten in Abensberg die größte Veranstaltung im ganzen Landkreis Kelheim. Wir zählen mittlerweile mehr als 300 000 Besucher im Jahr. Da sind wir schon ein bisschen stolz drauf.“ Auf rund 7000 Quadratmetern erwartet die Gäste eine Mischung an Fieranten, Kunsthandwerkern und kulinarischen Köstlichkeiten. Der Abensberger traut sich hier zwar schon und auch gern her, macht das aber meist zur frühen oder späten Stunde – wenn der große Ansturm der Auswärtigen vorbei ist. Dann genießt auch der Omschberger den Glanz der knapp 400 000 LED-Lämpchen, die den Hundertwasserturm, das Brauereigelände und das Kunsthaus in ein erstrahlendes Weihnachtsmärchen verzaubern. Das tut er, zusammen mit den Touris, noch bis kurz vor dem Heiligen Abend. Und dann ist’s aber auch wirklich gut!

Hans-Peter Rickinger über die Turmweihnacht. Video: Neumaier

Weitere Serienteile von „Eine Stunde im Landkreis Kelheim“ finden Sie hier

Die Öffnungszeiten

  • Niklasmarkt:

    Noch bis zum Sonntag, 10. Dezember; Öffnungszeiten: Samstag 13 – 22 Uhr; Sonntag 13 – 21 Uhr

  • Hüttenzauber:

    Noch bis 17. Dezember; Öffnungszeiten: Do. 16 – 21 Uhr; Fr. 16 – 22 Uhr; Sa. 13 – 22 Uhr und So. 13 – 21 Uhr

  • Turmweihnacht:

    Noch bis 22. Dezember; Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag ab 14 Uhr; Samstag und Sonntag ab 12 Uhr. Ende ist um 21 bzw. 22 Uhr.

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