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Auch am Rand der Piste geht es rund

Ob auf Bühne, an Ständen oder als Helfer im Notfall: Ohne die Schar ehrenamtlicher Helfer und Mitwirkender gäbe es kein 24-Stunden-Rennen in Kelheim.
Von Martina Hutzler

  • Final-fetzige Bühnenshow, bevor die Nachtruhe am Ludwigsplatz einkehrt: die Zumba-Mädels vom Latein-Tanz-Team Foto: Hutzler
  • Berthold Kreuzer holt für Moderator Wolf alle Infos auf den Schirm. Foto: Hutzler
  • Für alle Notfälle gewappnet: Markus Gruner (re.) und Jonas Kopfmüller Foto: Hutzler
  • ‹Eingespieltes Verpflegungsteam seit 18 Jahren: Rosalinde und Elmar Ranzinger Foto: Hutzler
  • Die letzte Runde für den legendären Handball-Express ist vorüber. Die Truppe vom ATSV Kelheim tritt ab. Foto: Rutrecht

Kelheim.Unzählige Helfer sorgen vor, während und nach dem 24-Stunden-Rennen dafür, dass die Veranstaltung für Sportler so angenehm wie möglich wird und für die Zuschauer ein echtes Event. Wir stellen ein paar der unverzichtbaren „Randfiguren“ vor:

Rosalinde und Elmar Ranzinger und 1200 Kilo Bananen

Bananen. Äpfel. Wasser. Iso-Drinks. Alles da, wenn es die Radler brauchen. Seit 18 Jahren. Denn Rosalinde und Elmar Ranzinger sind die treuen Seelen des Verpflegungsstandes. „Seit Beginn an“ schiebt das Ehepaar bei jedem Rennen eine 24-Stunden-Schicht. Früher tatsächlich rund um die Uhr; mittlerweile haben sie ihr Auto hinter der Holzbude stehen, „da können wir uns abwechselnd mal ein, zwei Stunden ausruhen“. An Schlaf ist bei dem Lärmpegel sowieso nicht zu denken…

Und die beiden werden ja rund um die Uhr gebraucht: 1200 Kilo Bananen stehen in Kartons bereit – heuer sind es Fair-Trade-Biofrüchte – und dazu 232 Kilo Äpfel, in handliche Schnitzel geschnitten. „Die zwei machen das super!“, ruft ein Sportler im Vorbeihechten der Reporterin zu. Über solche Kommentare freut sich das Ehepaar. Und es motiviert sie, dass der Rennerlös großteils einem guten Zweck zukommt. Vor allem eines aber ist es, das Rosalinde Ranzinger sogar an ihrem 73. Geburtstag „Dienst“ schieben lässt, Seite an Seite mit ihrem Mann Elmar (75): „Die Freude am Radeln und am Vereinsleben“ beim RSC, bei dem sie Gründungsmitglieder sind.

Berthold Kreuzer hat alle Zeiten im Blick

„Holla, was is etz’ da los?“ Berthold Kreuzer schaut streng auf den Bildschirm. Die Ergebnisse laufen zwar automatisiert ein, aber ein bissl menschliche Kontrolle muss dann doch sein… Und auf die Weise ist er auch gleich treuer Helfer für Moderator Armin Wolf: Was der für seine nächste Moderation braucht, holt ihm Kreuzer auf den Bildschirm: „Wir sind ein eingespieltes Team“. Kein Wunder, der Kelheimer ist schon zum siebten Mal auf dem Posten. „Es macht einfach Spaß, weil der RSC „eine super Truppe ist“. Für Auf- und Abbau nimmt der Sanitätsfachmann eigens Urlaub. Auch wenn er selbst eher Radfahrer als Radsportler ist, „gefällt mir, dass wir Radsportlern die Möglichkeit geben, so ein Rennen zu fahren“.Markus Gruner und Jonas Kopfmüller sind Im Notfall da

„Wir sind die ,Fußtruppe’ für die Innenstadt“, erklärt Markus Gruner: Der 28-Jährige BRKler hat gerade seine Renn-Nachtschicht beim Bereitschaftsdienst begonnen. Gute Aussichten auch für seine Kollegen, dass es ruhig bleibt, denn „irgendwie hab’ ich immer die absoluten Langweiler-Schichten“, erklärt Gruner grinsend. Trotzdem ist für den Rettungsdiensthelfer das Rennen etwas Besonderes und auch schön: „Als Kelheimer kenn’ ich viele Leute, auch unter den Fahrern“ – da vergeht die Zeit schnell. Etwas Besonderes ist das Rennen auch für Jonas Kopfmüller aus Painten: Für den 15-jährigen Sanitätsdiensthelfer ist es der erste Bereitschaftsdienst. Beim Roten Kreuz ist er aber schon seit vielen Jahren: „Mir gefällts gut, viele Freunde von mir sind auch dabei.“ Insgesamt etwa 40 BRKler sorgen, verteilt auf vier Stationen für das Wohlergehen von Radlern und Zuschauern.

Julian Elsner und Niklas Hallermeier regeln die Sache

Streckenabschnitte gebildet hat auch die Feuerwehr: Die FFW Essing ist im Bereich Essing-Gut Schwaben verantwortlich, die Weltenburger sind für den Befreiungshalle-Berg zuständig; Affecking ist an der Schleuse Gronsdorf stationiert. „Und wir haben Stationen am Deutschen Hof, an der Finanzamts-Kreuzung und an der Eggenhofer-Tankstelle“, zählt Julian Elsner auf. Er ist Oberfeuerwehrmann bei der FFW Kelheim-Stadt und schon zum sechsten Mal im „Renn-Einsatz“. Für Niklas Hallermeier dagegen ist es die Premiere: Der 15-Jährige ist 2013 mit einem Freund via „Feuerwehr-Aktionstag“ zur Jugendgruppe gestoßen.

Vor allem bei Unfällen sind die Floriansjünger vonnöten: Unfallstelle absichern, BRK alarmieren, notfalls die Erstversorgung übernehmen, zählt Julian Elsner auf. Ansonsten müssen die Feuerwehrler vor allem drauf achten, dass die Autofahrer sich an die Absperrungen halten und die Radler nicht blockieren. Einige Unverbesserliche gibt es immer, „die wollen einfach nicht einsehen, wenn mal für einen Tag ein Straßenstück gesperrt ist“. Lang diskutieren? Ist nicht, erklärt der 22-Jährige: Dann werde eben die Polizei verständigt, „mit der können‘s dann diskutieren…“ Freilich sei auch mancher Radler der Ansicht, als Wettkämpfer müsse man auf niemanden Rücksicht nehmen, ergänzt er.

Sarah Berkmüller bringt Schwung ins Finale

Einen nächtlichen Einsatz haben Sarah Berkmüller und ihre Mädels vom Latein-Tanz-Team: Die „Remixxed Ladies“ – bunt gemischt von 20 bis 50 – und die Zumba-Gruppe sorgen mit Hip-Hop, Modern und Co. nochmal für finalen Schwung im Zelt, bevor dort um Mitternacht Ruhe einkehrt. Seit das Herz des Rennens am Stadtplatz schlägt, „ist bei unseren Auftritten eine super Stimmung“, freut sich Übungsleiterin Berkmüller. Die LTT-Gastspiele bei den Radlern haben eine lange Tradition. Diesmal stand RSC-Chef Roithmeier eines Tages mitten in der Zumba-Übungsstunde und fragte bloß: „Könnt’s Ihr wieder kommen?“ Klar, können sie – wie die ganze große Schar all der Helfer, die zum Gelingen des 24-Stunden-Rennens beitragen…

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