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Bedarf an Wohnungen ist nicht zu decken

Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim: „Wir haben eine Menge Leute, die sich bei uns bewerben.“
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Miethäuser der Bau- und Siedlungsgenossenschaft in Saal Foto: Bachmeier-Fausten
Miethäuser der Bau- und Siedlungsgenossenschaft in Saal Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim eG ist ein großer Vermieter im Raum Kelheim-Saal. Der Genossenschaft zufolge, wie diese kurz in der Bevölkerung bezeichnet wird, zählen derzeit 540 Wohnungen, sechs Gewerbeeinheiten, 147 Garagen/Tiefgaragenstellplätze und 248 Pkw-Stellplätze zu deren Bestand. 207 Wohnungen mit einer sogenannten Sozialbindung sind es nach Auskunft der Genossenschaft insgesamt. Die Größe: zwischen 50 und 100 Quadratmeter.

Aber mit den vorhandenen Wohnungen kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Bei der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim heißt es auf Nachfrage unseres Medienhauses: „Wir haben eine Menge Leute, die sich bei uns bewerben. Wir könnten wesentlich mehr Wohnungen vermieten als wir haben.“ Und es wird darauf hingewiesen, dass bei der Bau- und Siedlungsgenossenschaft die Miete für eine Wohnung, „die nicht mehr in der Sozialbindung ist“, auch nicht teurer sei als im anderen Fall. Es wird betont, dass Sozialwohnungen „ganz normale Wohnungen sind“. Ein Wohnberechtigungsschein, ausgestellt vom Landratsamt, sei die Voraussetzung, um eine Sozialwohnung beziehen zu können.

Als Durchschnittsmiete (kalt) wird ein Quadratmeterpreis von 5,40 Euro genannt. Die „obersten Kaltmieten“ lägen bei der Genossenschaft bei ungefähr 6,50 Euro pro Quadratmeter. Als die große Nachfrage von Menschen, die Wohnungen benötigen, erwähnt wird, wird auch auf den Kreis der Suchenden eingegangen. Es seien Einheimische genauso wie Migranten und Leute, „die sich beruflich verändern und nach Bayern ziehen“. Die gestiegenen Mieten in Regensburg schlügen sich in der Region Kelheim nieder bei der Wohnungsnachfrage.

Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim, die heuer 70 Jahre besteht, ist in der Nachkriegszeit gegründet worden. Im Gründungsjahr 1948 hatten viele Personen in der Kreisstadt Kelheim und im übrigen Landkreis eine neue Bleibe gesucht – die Lage auf dem Wohnungsmarkt war sehr angespannt. Auch Flüchtlinge zogen in dieser Zeit in Genossenschaftswohnungen.

Sieben Jahrzehnte nach der Gründung der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim fehlt hier wie auch andernorts bezahlbarer Wohnraum. In den vergangenen zehn Jahren habe das Interesse an Wohnungen zugenommen. Die Genossenschaft hat in der Vergangenheit Altbauten saniert und 2015 ihren Wohnungsbestand durch den Kauf einer Wohnanlage in Kelheim vom Evangelischen Siedlungswerk in Bayern vergrößert.

Und die Bau- und Siedlungsgenossenschaft plant, weiteren Mietwohnraum zu schaffen. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues sei in Saal an der Donau die Errichtung eines Wohngebäudes mit acht Wohnungen vorgesehen. Als voraussichtlicher Baubeginn wird das Jahr 2018 genannt. Auf die Frage, wie es mit einer staatlichen Unterstützung aussieht, lautet die Antwort: „In Form von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen.“

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