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Bezahlbare Mieten sind das Ziel

Das Ehepaar Rockermeier will beim Bahnhof in Abensberg günstige Wohnungen für sozial Bedürftige und Auszubildende schaffen.
Von Wolfgang Abeltshauser

So könnte die Wohnanlage südlich des Bahngleises einmal aussehen. Bild: Basqué & Partner
So könnte die Wohnanlage südlich des Bahngleises einmal aussehen. Bild: Basqué & Partner

Abensberg.Alles begann damit, dass sich Lydia und Richard Rockermeier das Grundstück entlang der Bahntrasse westlich des Bahnhofs kauften. Zehn Jahre ist das jetzt schon her. Ohne damals schon einen Plan dafür zu haben. Die Lage sei einfach interessant. Bahnhof und Bushaltestellen sind direkt in der Nachbarschaft. Der Weg in die Altstadt ist nicht weit. Jetzt wollen die beiden Abensberger dort Sozialwohnungen und günstige Unterkünfte für Auszubildende schaffen. 24 Sozialwohnungen sollen es werden – mit 55 und 75 Quadratmeter Größe.

Ursprünglich geisterten viele Ideen durch ihre Köpfe. Lydia Rockermeier erinnert sich: An Studentenwohnungen dachten sie. Weil eben der Bahnhof nahe liegt und so Regensburg gut erreichbar ist. Auch Touristen gerieten in den Blick. Radlurlauber, die vielleicht auch hin und wieder eine Zwischenstrecke mit dem Zug zurücklegen. Die beiden sehen kein Problem darin, neben den Gleisen Wohnungen zu bauen. „Wir leben selbst ganz in der Nähe des Bahnhofs“, sagt Lydia Rockermeier.

Das Handwerk unterstützen

Letztendlich näherten sie sich auf verschiedenen Wegen dem Projekt, das sie jetzt fest im Blick haben. Grundsätzlich rannten sie damit laut eigener Aussage bei Stadt und Bezirksregierung offene Türen ein. Doch eines nach dem anderen. Seit langen spielen beide mit dem Gedanken, das mittelständische Handwerk zu unterstützen. Richard Rockermeier hat da beispielsweise im Kopf, Aus- und Weiterbildung zu fördern. Konkret stellt er sich vor, für Auszubildende günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Längst sei es ja nicht mehr so einfach, Nachwuchskräfte direkt vor der Haustüre zu finden. Um sie von weiter her in die Babonenstadt zu locken, helfe das sicherlich weiter. Denn die Frage einer bezahlbaren Wohnung sei da eine der wichtigsten. Konkret haben sie dafür eine Stiftung für soziale Zwecke im Sinn. Sie ist derzeit in Gründung.

Der Abensberger Bahnhof. Das die Wohnungen seiner unmittelbaren Nähe entstehen, halten Experten der Bezirksregierung für ideal.Foto: Abeltshauser
Der Abensberger Bahnhof. Das die Wohnungen seiner unmittelbaren Nähe entstehen, halten Experten der Bezirksregierung für ideal.Foto: Abeltshauser

Hier müssen wir tiefer blicken. Das Ehepaar hat keine eigenen Kinder. Will sein erarbeitetes Kapital deshalb aber nicht im Alter verprassen. „Vermögen heißt Verantwortung“, betonte Richard Rockermeier. Er will, dass Positives geschieht. Möglich sei das alles nur, weil auch sein Vater so gedacht habe und ihm seinen Sanitärbetrieb sinnvoll übergeben habe.

Das Thema „Sozialer Wohnungsbau“ nun sei in diesen Tagen in aller Munde. Ist an den beiden Abensbergern nicht unbemerkt vorübergegangen. Aber nicht nur, weil es in den Medien präsent ist. Und immer wieder in politischen Gremien debattiert wird. „Es gibt total viele Menschen, die sich keine vernünftige Wohnung leisten können“, befindet Lydia Rockermeier. Auch Nöte ihrer Kunden weiß sie zu berichten. Da gebe es alte Menschen, die zu große Räume – auch ein zu großes Bad – haben, die sie gar nicht mehr nutzen können. Sich aber nichts Neueres, Kleineres leisten können.

Und so hat sich im Laufe des vergangenen Jahres das jetzt vorliegende Projekt entwickelt. Derzeit läuft das Verfahren für die notwendige Aufstellung des Bebauungsplans. Sowohl städtischer Bauausschuss als auch Stadtrat haben darüber schon debattiert. Und schieben das Projekt voran. Richard Rockermeiers Ziel ist es, im Herbst soweit zu sein, den Plan konkret umzusetzen. Dann werde sich auch endgültig entscheiden, ob er in dieser Form verwirklicht wird. Erst wenn alle Auflagen des Bebauungsplans feststehen, könne er sagen, ob es finanziell zu stemmen ist.

Sinnvolle Tipps erhalten

Lob erhalten von den Bauherren in spe die Fachleute von der Bezirksregierung. Von da sind sinnvolle Tipps gekommen. Zum Beispiel, dass vor allem Wohnungen mit dem Zuschnitt 55 Quadratmeter und 75 Quadratmeter gebraucht werden. Einmal für ältere Ehepaare und einmal für kleinere Familien. Die Regierung habe zugesagt, das gesamte Projekt beratend zu begleiten. Die Tatsache, dass Bahnhof, Bushaltestellen und die Altstadt nicht weit entfernt sind, sei geradezu ideal für so ein Vorhaben. So sagen es die Experten aus Landshut.

Dem Ehepaar Rockermeier ist dazu wichtig, sowohl die Gebäude zu begrünen und auch rund um die Bauten nicht mit Pflanzen zu sparen. Der Projektname „Gleisgrün“ soll hier Programm sein.

Auf der nördlichen Seite des Bahngleises hat der Freistaat schon Sozialwohnungen geschaffen. Foto: wo
Auf der nördlichen Seite des Bahngleises hat der Freistaat schon Sozialwohnungen geschaffen. Foto: wo

Geplant sind insgesamt 28 Wohnungen in mehreren Gebäuden. Dabei wollen die Investoren die oberen Stockwerke ein wenig zurücksetzen, damit die Bauten nicht so wuchtig wirken. 24 der Wohnungen sollen dem Sozialen Wohnungsbau dienen. Dort können dann Mieter einziehen, die einen so genannten Berechtigungsschein haben.

Für diese Einheiten gibt es auch finanzielle Unterstützung seitens der Bezirksregierung. Für die vier restlichen Wohnungen gilt das nicht. Denn dort wollen die Rockermeiers Auszubildende wohnen lassen. Das muss die Stiftung ganz alleine stemmen. 25 Jahre müssen die Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Betreiben wollen die Rockermeiers die Wohnanlage selber.

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Weitere Projekte in Abensberg

  • Bahnhof:

    Es gibt in Abensberg weitere Projekte für den Sozialen Wohnungsbau. Das Größte davon befindet sich ebenso beim Bahnhof. Nördlich des Gleises hat der Freistaat insgesamt 13 Wohnungen hingestellt. Sowohl Freistaat als auch die Stadt werden über die Belegung entscheiden.

  • Ulrichstraße:

    In der Innenstadt befindet sich ein kleineres Vorhaben. Ein derzeit nicht genutztes Gebäude, das früher teils für Gewerbe genutzt wurde, soll umgestaltet werden Ziel sind vier Wohneinheiten. Auch hier ist ein privater Investor am Zuge.

  • Am Straßfeld:

    Mit einem Projekt im Stadtnorden bei der Regensburger Straße hatte sich der städtische Bauausschuss vor einigen Monaten zu befassen. Dort sind in einem Mehrparteiengebäude sieben Wohnungen vorgesehen.

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