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Wohnen jetzt und in Zukunft

Haustechnik hat mittlerweile das Potenzial alle Wohnbereiche zu erobern – es gibt sogar Roboter die auf Emotionen reagieren.
Von Emily Buchner

Das smart Home – das Haus, das die Lebensgewohnheiten seiner Bewohner kennt und diese im Alltag unterstützt – gilt als der Traum des künftigen Wohnens. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Das smart Home – das Haus, das die Lebensgewohnheiten seiner Bewohner kennt und diese im Alltag unterstützt – gilt als der Traum des künftigen Wohnens. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Kelheim.Die Haustechnik hat mittlerweile das Potenzial alle Wohnbereiche zu erobern und die Menschen immer mehr im Alltag unter die Arme zu greifen – und das auch schon in Form von Robotern mit Emotionen.

Roboter als Haushaltshelfer

Serviceroboter vollrichten Dienstleistungen für den Menschen. Staubsauger- und Rasenmähroboter haben sich bereits etabliert – an weiteren „Haushaltshelfern“ wird gearbeitet, unter anderem an dem sogenannten „Laundroid“.

Waschen, trocknen, legen - alles automatisch:

Er ist die nächste Stufe von stationären Haushaltsrobotern. Nach dem Waschen und Trocknen, wirft man die Wäsche in den Laundroid und kann sie anschließend zusammengelegt wieder herausnehmen. Inzwischen gibt es auch „Sozialroboter“, die sich mit Menschen unterhalten und ihnen Gesellschaft leisten können. Bekannt ist hier zum Beispiel „Sophia“, ein humanoider Roboter, der besonders menschliches Aussehen und Verhalten aufweist.

Sophia wurde der erste Roboter, der in Saudi-Arabien eingebürgert wurde. Foto: Gerardo Santos/Atlantico Press via ZUMA Wire/dpa
Sophia wurde der erste Roboter, der in Saudi-Arabien eingebürgert wurde. Foto: Gerardo Santos/Atlantico Press via ZUMA Wire/dpa

Sie besitzt künstliche Intelligenz, kann Gesichter erkennen und hat die Fähigkeit zur visuellen Datenverarbeitung. „Pepper“ erfüllt bezogen auf sein Aussehen noch eher das, was man sich unter einem Roboter vorstellt. Er kann ebenfalls menschliche Emotionen erfassen, angemessen darauf reagieren und ist zusätzlich eine Hilfe im Haushalt.

Sprechen mit Alexa & Co.

Alexa oder Google Home – das sind kleine Geräte, die als Sprachassistenten fungieren. Die „Assistenten“ reagieren per Sprachsteuerung und können verschiedene Befehle ausführen. Unter anderem kann man so Musik hören, Nachrichten abspielen, Informationen abfragen oder Wetter- und Verkehrslage abrufen. Mit Alexa kann per Sprachbefehl bei Amazon bestellt werden. Die „Assistenten“ verarbeiten gesprochene Worte zunächst geräteintern und warten auf ein Signalwort.

 Auch dieser Lautsprecher von Harman lässt sich per Sprache steuern und kann auch antworten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Auch dieser Lautsprecher von Harman lässt sich per Sprache steuern und kann auch antworten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Mittels gesprochener Schlüsselwörter wie „Alexa“ oder „Ok, Google“ wird die eigentliche Sprachsteuerung eingeleitet. Das Gerät überträgt dann per Internet die Informationen zum Hersteller. Die Rechenarbeit und Spracherkennung findet im Rechenzentrum des jeweiligen Anbieters statt, also bei Amazon oder Google. Im Übrigen: Alexa und Co. antworten auf die Befehle. Mit verschiedenen Extras kann man die Systeme zusätzlich noch „menschlicher“ werden lassen.

Ein Kühlschrank, der selbst einkauft

Smarte Systeme werden in immer mehr Bereichen zu finden sein. Schon jetzt existieren auch smarte Kühlschränke. Mit Kameras ausgestattet, ermöglichen sie dem Eigentümer, vom Supermarkt aus einen Blick in den Kühlschrank zu werfen. Außerdem ist das Gerät mit Sensoren ausgestattet und per App mit dem Smartphone verbunden. Das bedeutet: der Kühlschrank kann mit den Hausbewohnern kommunizieren.

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Wenn zum Beispiel die Tür des Eisschranks nicht komplett geschlossen ist, bekommt der Eigentümer eine Push-Nachricht auf’s Smartphone und kann rechtzeitig reagieren. Dass der Kühlschrank selbstständig fehlende Lebensmittel bestellt, ist bisher hingegen noch nicht möglich. Was das Einkaufen aber schon jetzt vereinfacht: digitale Einkaufslisten. Während eine Person beim Einkaufen ist, kann eine andere per Tablet oder Smartphone die Liste noch aktualisieren. Direkt und ohne zeitliche Verzögerung ist so jeder über Änderungen informiert.

Immer mit seinem Haus in Kontakt

Durch eine App auf dem Smartphone kann schon jetzt ein intelligentes Haus auch von außen gesteuert werden. Per „Knopfdruck“ kann die Heizung eingeschaltet werden, kurz bevor man nach Hause kommt. Fenster können ferngesteuert geschlossen werden. Von der Arbeit aus ist es möglich, die Waschmaschine zu aktivieren. Im Urlaub können sich Hauseigentümer mit einem Blick auf ihr Smartphone vergewissern, ob zu Hause alles in Ordnung ist.

Per Smartphone mit seinem haus in Kontakt Foto: Buchner
Per Smartphone mit seinem haus in Kontakt Foto: Buchner

Außerdem können sie über die App mit ihrem intelligenten Haus in „Kontakt“ treten: Geht beispielsweise - ausgelöst durch Bewegungsmelder - die Alarmanlage los, schickt das intelligente System eine Nachricht auf’s Smartphone. Entsprechend schnell kann reagiert werden. Das Ganze ist momentan aber noch mit Vorsicht zu genießen: Bei der Übertragung solch sensibler Daten über das Internet, besteht die Gefahr von Hackangriffen.

Barrierefreiheit immer wichtiger

Angesichts der demografischen Entwicklung nimmt die Bedeutung von Barrierefreiheit immer mehr zu – sei es, um die Wohnung möglichst lange selbst bewohnen zu können oder um sie für Mieter attraktiver zu machen. Neben der Vermeidung von Treppen, zählt beispielsweise auch die Breite der Türen.

Komplett barrierefrei ausgebaut – unter mit modernem Lift – das ist schon aktuell Thema. Foto: KfW/Claus Morgenstern
Komplett barrierefrei ausgebaut – unter mit modernem Lift – das ist schon aktuell Thema. Foto: KfW/Claus Morgenstern

Die Kosten der Barrierefreiheit sind Studien zufolge im Neubau gering - sie liegen bei etwa ein Prozent. Inzwischen etabliert sich barrierefreies Bauen immer mehr – dazu tragen auch technische Entwicklungen und mehr Möglichkeiten zur schwellenfreien Gestaltung bei.

Autarkes Wohnen ist das Fernziel

Über mobile Endgeräte wie beispielsweise Tablets kann der aktuelle Energieverbrauch eines Smart Homes abgelesen werden. Es werden Statistiken angefertigt, die den Tages-, Monats- und Jahresverbrauch anzeigen. Bei Nutzung von Photovoltaik, Wärmepumpen etc. kann deren Anteil an der Stromerzeugung abgelesen werden.

In Smart Homes gibt es für alles Statistiken. Foto: Buchner
In Smart Homes gibt es für alles Statistiken. Foto: Buchner

Angezeigt werden aber auch der Netz- und Batterieverbrauch. So haben Hausbesitzer ständig den Überblick über ihren persönlichen Energiekonsum und können ihn an ihre Wünsche anpassen. Interessant ist das vor allem für autarkes Leben – das zu erreichen, wird immer wichtiger werden.

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Smart Home in Kürze

  • Definition: Von „Smart“ spricht man laut Klaus Schiller von der Elektrofirma Kütro aus Abensberg, dann, wenn verschiedene Systeme miteinander verknüpft werden und die eigentliche Schaltung von der Information getrennt wird. Die drei Hauptaspekte, die mit dem Smart Home assoziiert werden, sind Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz.

  • Kosten: Die „Installation“ des Smart Homes, sprich reguläre Elektronik in intelligenter Version, kostet laut Schiller bei einem Neubau zwischen 30 000 und 80 000 Euro – nach oben gebe es keine Grenze. Allgemein gibt es verschiedene Vernetzungsmöglichkeiten: Die Informationen können per Funk, Kabel, Internet oder Stromnetz übertragen werden.

  • Ereignisse: Das System folgt der „If this, then that“ (dt: „Wenn dies, dann das“) Regelung. Das bedeutet, dass sich auf bestimmte Ereignisse automatisierte Reaktionen programmieren lassen. Wenn in einem Smart Home beispielsweise Feuchtigkeitssensoren Nässe im Haus registrieren, schicken sie eine Nachricht an das Smartphone des Hauseigentümers. (ebu)

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