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Verkehr

Brückensanierung: Vollsperrung bleibt

Mit Hochdruck laufen die Arbeiten an den Übergängen in Kelheim. Die Vorgehensweise wurde mit der Stadt im Mai abgesprochen.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Mit einem Druck von 2500 Bar holt dieser Arbeiter auf der Brücke, die über die Kleine Donau führt, den Beton aus der Übergangskonstruktion heraus. Fotos: Bachmeier-Fausten
Mit einem Druck von 2500 Bar holt dieser Arbeiter auf der Brücke, die über die Kleine Donau führt, den Beton aus der Übergangskonstruktion heraus. Fotos: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Die Brückensperrungen im Osten Kelheims beschäftigen Einheimische, Bewohner der Region und Touristen. Als die Reporterin unseres Medienhauses am Dienstagnachmittag an der Brückenauffahrt bei der Biller-Kreuzung steht, halten Autos vor der Absperrung. Es sind Ortsfremde. Die Insassen eines Personenwagens wollen nach Weltenburg. Aber wenn man bei der Kreuzung Richtung Osten mit dem Auto fahren will, kommt man nicht weiter – Radfahrer und Fußgänger können die Übergänge – über den Main-Donau-Kanal und die Kleine Donau – nutzen. Tobias Lindner, der zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Landshut, danach gefragt, warum es keine andere Regelung als die Vollsperrung gibt, sagt, dass mit der Stadt gesprochen worden sei, die Maßnahmen „möglichst kompakt fertigzustellen“.

Im Mai Gespräch mit der Stadt

Nach Lindners Angaben war das Gespräch mit der Stadt im Mai. „Danach war die Ausschreibung.“ „Unser Ziel ist Ende Oktober die Fertigstellung.“ Hat die Stadt der Vollsperrung zugestimmt? „Ja, aber mit dem Hintergrund, eine kurze Bauzeit zu haben. Sonst hätte im Frühjahr nochmals angefangen werden müssen.“ Tobias Lindner weiter: „Wir wollen schon bei der Lösung bleiben, wie’s mit der Stadt abgesprochen ist.“ Bei einem Einsatz von mehr Arbeitskräften würde es nicht schneller gehen. Der Abteilungsleiter wies darauf hin, dass „jetzt auch am Samstag gearbeitet wird“. Das sei von Anfang an so vorgesehen gewesen.

Für Fußgänger und Radfahrer frei

  • Sanierungszeit

    In zehn Wochen sollen alle Arbeiten im Zusammenhang mit den Brückensanierungen im Osten der Kelheimer Altstadt erledigt sein.

  • Radfahrer und Fußgänger dürfen die Brücken nutzen.

  • Anlegestellen

    Die beiden Anlegestellen der Personenschiffe Donau und Altmühltal sind von der Bahnhofstraße aus zu erreichen.

  • Innenstadt

    Wie Abteilungsleiter Tobias Lindner vom Staatlichen Bauamt Landshut ankündigt, „wird die Beschilderung für die Innenstadt zeitnah noch optimiert. Die Schilder sind teilweise schon bestellt.“ Dass es Optimierungsbedarf bei solchen Maßnahmen „bei der Beschilderung gibt, ist klar“. Wenn etwas an die Behörde herangetragen werde, dann werde das in der Regel sofort erledigt. Lindner sagt aber auch, dass „alle leider nicht glücklich gemacht werden können“.

  • Samstagsarbeit

    Ab diesem Samstag wird auch samstags auf der Brückenbaustelle gearbeitet.

  • Ausweitung

    Während der Asphaltierungsphase, wofür die 41. Kalenderwoche vorgesehen ist, wird die Vollsperrung noch ausgeweitet und gilt dann nach den Kreisverkehr beim Donaupark bis zur Einfahrt Schäfflerstraße.

Warum wird der Verkehr nicht mittels Ampel über die Brücken geleitet? Lindner nennt noch weitere Gründe für die Vollsperrung: „Kurze Bauzeit und Fertigstellung noch in diesem Jahr. Die Qualität ist auch eine bessere, wenn unter Vollsperrung gebaut werden kann.“ Er spricht die Sicherheit für die Arbeiter an. Es werde auch mit Hochdruckwasserstrahl gearbeitet. „Es könnte durchaus passieren, dass mal ein Betonbrocken rausfliegt.“ Voraussichtlich in der 41. Kalenderwoche (9. bis 15. Oktober) wird die Vollsperrung ausgeweitet. In dieser Zeit gilt diese nach dem Kreisverkehr beim Donaupark bis zur Einfahrt Schäfflerstraße. Die 1,3 Kilometer lange Strecke über Donau, Kleine Donau und Main-Donau-Kanal wird dann asphaltiert. Wie Gerhard Weinzierl vom Staatlichen Bauamt, dem die örtliche Bauaufsicht obliegt, sagt, ist es insgesamt eine Fläche von „fast 20 000 Quadratmetern“. Der Kreisverkehr und die Einfahrt zur Schäfflerstraße „bleiben immer frei“. Im Gespräch mit dem beiden Behördenmitarbeiter ist auch zu vernehmen, dass im Auftrag der Stadt bei der Kreuzung der Anschlussbereich der Kelheimwinzerstraße, ebenso der Fahrbahnast zum Niederdörfl und auch derjenige beim ehemaligen Landratsamt (ist aber Staatsstraße) mit asphaltiert werden.

Brückensanierungen in Kelheim

Die zweite Woche nun laufen die Arbeiten auf den Brücken, diejenige über den Main-Donau-Kanal wurde 1982 gebaut und die über die Kleine Donau 1984. Tobias Lindner erwähnt die regelmäßigen Bauwerksprüfungen. Der Zustand der Übergänge habe sich „über die Jahre immer weiter verschlechtert“. Die Übergänge befinden sich zwischen der Brücke und der Fahrbahn. Weinzierl: „Die Stahlkonstruktion hält den Vollgummi nicht mehr im Profil. Wenn man mit dem Hammer draufklopfte, sind Rostpartikel weggefallen.“ Das Arbeitsprogramm in der ersten Woche: „schneiden, fräsen, den Asphalt von den Übergängen entfernen“. Es sind vier Übergangskonstruktionen zu sanieren. Da sich verschiedene Versorgungsleitungen (für Erdgas, Strom, Telefon, Fernwärme) unter den Brücken befinden, müsse auch mit den Händen gearbeitet werden. Einen Roboter auf die Tiefe einzustellen, sei schwierig. Bei schlechtem Beton „geht er mit gleichem Druck wesentlich tiefer rein““ Der Roboter, der von einer Arbeitskraft per Fernbedienung gesteuert wird, hat zum Abtragen von Beton eine Leistung von 1200 Bar und „braucht mehr Wasser, aber weniger Druck“.

Per Hand Stemmarbeiten

Wenn ein Abtrag mit einer entsprechenden Ausrüstung per Hand erfolgt, ist „mehr Druck und weniger Wasser“ vonnöten – in diesem Fall sind es 2500 Bar. Per Wasserstrahl wird der Beton hausgeholt. Es ist geplant, in dieser Woche den Beton-Abtrag zu erledigen. Dann steht die „Feinarbeit“ an. Dafür ist aber Muskelkraft nötig: Per Hand muss freigestemmt werden, damit der Fahrbahnübergang komplett ausgebaut werden kann. Der Bauzeitenplan sieht dafür den Zeitraum bis Mitte September vor. Nach Angaben von Abteilungsleiter Lindner sind dann bis Ende September Betonarbeiten. Es folgt die bereits erwähnte Asphaltierung. Als letzte Maßnahme ab Mitte bis Ende Oktober wird der Einbau der neuen Fahrbahnübergänge genannt – nicht mehr aus Stahl mit Dichtungsgummi, sondern ein bituminöser Fahrbahnübergang ist geplant. Beschwerden über die Sperrung sind der Behörde in Landshut bekannt. Leute wenden sich auch direkt dorthin. „Dass es einen Optimierungsbedarf bei einer solchen Maßnahme bei der Beschilderung gibt, ist klar.“ In der Regel werde immer sofort gehandelt, wenn etwas an uns herangetragen wird.“ Nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit dem Landkreis stehe man wegen der Maßnahme und der Beschilderung in Kontakt, sagt Tobias Lindner. „Seit wir bauen hat es bei der Stadt eine Besprechung wegen der Beschilderung und zur allgemeinen Erläuterung des Baustellenablaufs gegeben.“

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