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Corona-Sichtungszentrum eingerichtet

Ab sofort gibt es an der Goldbergklinik in Kelheim wie auch am Mainburger Krankenhaus eine vorgelagerte Sichtungseinheit.
von Beate Weigert

Mehr Schutz für die Patienten: Die Goldberg-Klinik hat ab sofort (2. April 2020) ein Corona-Sichtungszentrum, vorgelagert zur Notaufnahme an der Hemauer Straße. Rechts mit im Bild Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Rott, der mit seinem Team die Schranke und das Corona-Sichtungszentrum aufbaute und einrichtete. Foto: Weigert
Mehr Schutz für die Patienten: Die Goldberg-Klinik hat ab sofort (2. April 2020) ein Corona-Sichtungszentrum, vorgelagert zur Notaufnahme an der Hemauer Straße. Rechts mit im Bild Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Rott, der mit seinem Team die Schranke und das Corona-Sichtungszentrum aufbaute und einrichtete. Foto: Weigert

Kelheim.Ab sofort greift an den beiden Kreiskliniken eine Neuerung. Sie ist dem Pandemiefall geschuldet. Das Leitungsteam der Goldbergklinik und Landrat Martin Neumeyer stellten diese am Donnerstagnachmittag vor.

Kurz vor der Notaufnahme ist nun eine Schranke in Gestalt eines Bauzauns installiert. Die Durchfahrt wird rund um die Uhr von Securitys bewacht, erklärt Dr. Michael Reng, der Chefarzt der Medizinischen Klinik II und Leiter der Notaufnahme. Werden in der neuen Notaufnahme bereits acht Patienten behandelt, wird die neue, vorgelagerte Aufnahme-Einheit aktiviert. Alle Patienten, die dann zur Notaufnahme wie auch zur KVB-Bereitschaftspraxis wollen, werden dann angehalten.

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Um die Notaufnahme zu entlasten, überprüfen ab dem Zeitpunkt vor der Schranke Sichtungsärzten wie Dr. Reng, wie dringlich die Behandlung ist. Egal, ob der Patient in einem Rettungs- oder Krankenwagen angeliefert wird oder zu Fuß kommt. Für alle gilt dann: Nicht, wer zuerst kommt, wird in der Notaufnahme als Erster behandelt, sondern derjenige, der am dringendsten behandelt werden muss.

In unserem Video erklärt Dr. Michael Reng, warum nicht jedermann einen Corona-Test bekommt:

Warum nicht jeder auf Corona getestet wird

Zudem sollen sich die Patienten in der Notaufnahme nicht selbst im Weg stehen und womöglich auf dem Flur anhusten, so Reng. Der neue Vorab-Check in den Räumen im Landratsamtsgebäude Hemauer Straße 48 a soll sicherstellen, dass positiv auf das Corona-Virus getestete Patienten bzw. solche mit Covid-19-Symptomen getrennt von den restlichen, symptomfreien Patienten behandelt werden können.

Im Eingangsbereich des Gebäudes der Hemauer Straße 48 a brauche es für die neue Funktion keine großen Besonderheiten. „Nur viel Platz“, so Dr. Reng. Für spontane Notfälle steht dennoch eine Behandlungsliege bereit.

In unserer Bildergalerie sehen Sie mehr Fotos von der Vorstellung der neuen Sichtungseinheit:

Kelheim: Neues vom Abstrichzentrum

Es folgt eine Art Aufnahmeraum. Dort stehen PC und Telefon bereit. Um gegebenenfalls Röntgen- oder Laboruntersuchungen in der Klinik anzumelden. Im Untersuchungszimmer nebenan macht sich der Arzt ein genaueres Bild der Lage. Dann trifft er die Entscheidung, wie und wann der Patienten weiterversorgt wird.

Auch das Team der Medizin-Studenten, die sich um die Corona-Tests kümmern, sitzt hier. Von hier aus werden alle Corona-Tests an den beiden Abstrichzentren koordiniert. Bislang gab es in Kelheim 252, in Mainburg 152.

Bis vor Kurzem saßen auf der Etage noch die Kollegen des Straßenverkehrswesens. Doch Feuerwehrleute um Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Rott haben am vergangenen Samstag innerhalb von sechs Stunden alles leer und für die Mediziner wieder eingeräumt. Dr. Reng kümmerte sich um den medizinischen Part, Rott um die Logistik.

Selbst hergestelltes Desinfektionsmittel

  • Projekt:

    Als ein vom Landkreis Kelheim in Auftrag gegebenes Gemeinschaftsprojekt sind am Mittwoch, 1. April, die ersten in Eigeninitiative hergestellten Flaschen Händedesinfektion abgefüllt worden. Weitere Flaschen folgen in den nächsten Tagen und Wochen.

  • Organisation:

    Organisiert wurde dies vom THW Kelheim, abgemischt unter der Leitung der Krankenhaus-Apotheke der Goldberg-Klinik Kelheim GmbH und abgefüllt von der Firma Möller-Chemie Steinpflegemittel GmbH aus Ihrlerstein auf Grundlage der Rohstoffe der Firma Schweiger Edelbrennerei und Kaffeerösterei aus Kelheim.

  • Nachschub:

    Im ersten Schritt wurden auf Grundlage einer Rezeptur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 400 Flaschen abgefüllt. Die Händedesinfektionsmittel werden an Krankenhäuser, Altenheime und Arztpraxen im Landkreis Kelheim verteilt, teilt das Landratsamt mit.

In der Notaufnahme der Klinik können laut Dr. Reng zeitgleich bis zu zehn Patienten oder Corona-Infizierte behandelt werden. Wie das Landratsamt per Pressemitteilung vom Donnerstag mitteilte, gibt es aktuell sieben Landkreis-Bürger, die an Covid-19 gestorben sind. 197 Männer und Frauen sind aktuell infiziert, 57 wieder genesen.

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Laut Dr. Reng waren bzw. sind nicht nur ältere Patienten an Covid-19 erkrankt. Sondern auch Jüngere. „Ab 40 Jahren ist jede Altersklasse betroffen.“ Würden Jugendliche oder Kinder erkranken, würden sie nicht an der Goldbergklinik behandelt, erklärt Reng auf unsere Nachfrage weiter. Für etwaige Fälle stehe die Klinik in enger Absprache mit Spezialkliniken. Reng managt alle Abläufe in der Klinik. Ihm zur Seite steht seit Kurzem Versorgungsarzt Dr. Rupert Hanrieder. Er koordiniert die Zusammenarbeit mit den knapp 80 niedergelassenen Ärzten im Landkreis.

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