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Sicherheit

Der Brauereibrand als Ernstfall

Das alte Brauereigelände von Schneider bot sich für eine Großübung an. Fünf Feuerwehren zeigten dabei ihre Schlagkraft.
Von Renate Beck

Rauch dringt aus dem Brauereigebäude, sechs Personen sind zu retten. Hand in Hand übten fünf Feuerwehren diesen Ernstfall. Foto: Renate Beck
Rauch dringt aus dem Brauereigebäude, sechs Personen sind zu retten. Hand in Hand übten fünf Feuerwehren diesen Ernstfall. Foto: Renate Beck

Essing.Samstagabend in der Altmühlstraße. Aus dem alten Brauereigebäude des Brauereigasthofes Schneider dringt schwarzer, dichter Rauch. Die Martinshörner aus der Ferne werden immer lauter. Ein Feuerwehrfahrzeug zwängt sich durch die engen Gassen des Marktes. Vorbei an parkenden Autos erreicht es schließlich das brennende Gebäude. Weitere Einsatzfahrzeuge folgen.

Essings Kommandant Peter Donauer sichtet anschließend die Szenerie um das Brauereigebäude. „Offener Dachstuhlbrand. Sechs Personen vermisst. Atemschutz ist erforderlich“, verkündet er in knappen Worten den Einsatzkräften.

Glücklicherweise handelte es sich hier nicht um einen Erstfall, sondern um eine der jährlichen Übungen im Rahmen der Brandschutzwoche. Seit geschätzt 25 Jahren führen die benachbarten Feuerwehren Essing, Ihrlerstein und Painten die Großübung abwechselnd in den Heimatgemeinden gemeinsam durch. Die Feuerwehren Maierhofen und Sausthal stießen später dazu.

Giftiger Brandrauch

Unter den wachsamen Augen des Essinger Feuerwehr-Nachwuchses und des Bürgermeisters Jörg Nowy dringen die Atemschutzträger in das alte, mittlerweile komplett ausgeräumte Brauerei-Gebäude vor. Schläuche werden ausgerollt, das nötige Löschwasser kommt aus Unterflur-Hydranten und der naheliegenden Altmühl. Peter Donauer koordiniert als örtlicher Einsatzleiter die Kräfte an der Einsatzstelle. Einige Helfer schickt er zur Abschirmung seitlich neben das Gebäude. Flutlicht erhellt den Einsatzort.

Damit der Rauch schneller aus dem Inneren des Gebäudes abziehen kann, wird ein Hochdruckbelüfter vor die Eingangstüre gestellt. Im verrauchten Gebäude tasten sich die Atemschutzträger suchend die rußgeschwärzten Wände entlang. Lediglich ein kleines Beleuchtungsgerät an ihrer Jacke dient der Orientierung.

Nach und nach retten sie die im Gebäude befindlichen Personen auf einer Trage ins Freie. Bewundert von den kleinsten Zuschauern löscht ein starker Wasserstrahl im hohen Bogen das Feuer auf dem Dach.

Sechs komplette B-Schlauchleitungen mit etwa 80 Metern Länge wurden an diesem Übungsabend verlegt, wie Donauer anschließend resümiert. 60 Feuerwehrfrauen und -männer, sechs Löschfahrzeuge und zwei Mannschaftsbusse waren im Einsatz. Alle im Gebäude befindlichen Personen wurden gerettet – alles in nur 45 Minuten.

Vor der anschließenden Manöverkritik dankte Peter Donauer der Familie Schneider für das „gute Übungsobjekt“ mit weitläufigem Gelände und den Feuerwehren für die gute Zusammenarbeit. Als besondere Herausforderung erwiesen sich die eng nebeneinanderstehenden Häuser und die sehr engen Marktstraßen. Um hier gefahrlos durchzukommen, müssen die Einsatzfahrzeuge im Ernstfall einzeln in den Markt hinein gelotst werden.

Gute Zusammenarbeit

Als Bereitstellungsraum für die Fahrzeuge und ihre Besatzung wählten die Verantwortlichen den Essinger Kirchplatz. Von diesem Parkplatz aus soll einzeln zum Einsatzort gefahren werden. Für die Essinger Feuerwehr ist es laut Donauer wichtig zu wissen, wo Einsatzfahrzeuge im Notfall Platz finden. Einen Brand einzudämmen, sei hier nicht ganz einfach. Zum Glück gebe es die Altmühl als „unerschöpfliche Wasserquelle“ in der unmittelbaren Nähe. „Und im Erstfall käme die Feuerwehr Kelheim dazu.“

Bürgermeister Jörg Nowy verfolgte die Übung bis zum Schluss. Er lobte, dass die einzelnen Feuerwehren im Ernstfall gut zusammenarbeiten würden. „Sie verstehen ihr Handwerk.“

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