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Natur

Der Flächenkauf hat Vorrang in Staubing

Das Donautalprojekt soll den Artenreichtum zwischen Neustadt und Kelheim wahren. Beispiel ist das Naturdenkmal Plattenberg.
Von Roland Kugler

Georg Eichhammer (l.) und Max Forster bei Entbuschungsarbeiten auf dem Plattenberg bei Staubing  Foto: Roland Kugler
Georg Eichhammer (l.) und Max Forster bei Entbuschungsarbeiten auf dem Plattenberg bei Staubing Foto: Roland Kugler

Staubing.Am „Plattenberg“ zwischen Staubing und Eining wurde mit dem Donautalprojekt begonnen – einem neuen Naturschutzprojekt. Es soll die Vielfalt an Tieren und Pflanzen entlang der Donau bewahren – in den Feuchtgebieten wie in den Trockenbiotopen. Neben der Pflege der Natur ist das Wichtigste der Erwerb von Grundstücken.

„Es ist paradiesisch hier, ein Traum“, sagte Landrat Martin Neumeyer am Montag auf dem Plattenberg. Tatsächlich ist der Ausblick unvergleichlich: Wiesen, Donau-Auen, Hügel mit Trockengrashängen, Wälder, die in der Sonne glitzernde Donau. Es ist eine uralte Natur- und Kulturlandschaft: schon vor tausenden Jahren lebten Menschen hier, auf der gegenüber liegenden Seite bei der Hadrianssäule vor Hienheim beginnt der von den Römern errichtete Limes. „Hier ist das letzte ursprüngliche Stück, in dem die Donau noch frei fließen darf, neben dem Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen“ sagt Klaus Amann, Geschäftsführer des Kelheimer Landschaftspflegeverbands VöF.

Regulierung schon beschlossen

Dort ist die Regulierung der Donau allerdings auch schon beschlossen, der Ausbau soll demnächst starten. Dann sind die Donau-Auen zwischen Neustadt und Kelheim das letzte größere noch verbleibende Stück in Bayern.

Andreas Frahsek vom VöF. Foto: Kugler
Andreas Frahsek vom VöF. Foto: Kugler

Wie wertvoll diese für die Natur sind, zeigt die Tatsache, dass über 70 Arten die auf der Roten Liste stehen hier noch heimisch sind. Um die Biodiversität an sich, und besonders die vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen zu erhalten, haben der Landkreis Kelheim, die Städte Neustadt und Kelheim, die Wildland-Stiftung Bayern und der VöF eine Trägergemeinschaft gegründet. Sie wollen gemeinsam mit dem Donautalprojekt die Landschaft und Natur schützen und pflegen. Das geht natürlich am besten, wenn sie ihnen auch gehört. Deshalb ist die Hauptaufgabe, Flächen entlang der Donau zu kaufen oder langfristig zu pachten.

Umwelt

Schutz für 76 bedrohte Arten

Kein Nationalpark, aber trotzdem mehr Naturschutz sieht das Donautalprojekt im Landkreis vor. Dafür gibt’s eine Million Euro.

Viele die dabei in Frage kommen werden landwirtschaftlich genutzt, als Wiesen oder Felder. Den Landwirten wird deshalb auch noch die Option angeboten die Flächen zu tauschen. Etwa 2000 Grundstücke von rund 800 Eigentümern kommen im Projektgebiet in Frage. „Die Bereitschaft zu verkaufen, verpachten oder tauschen ist größer, als wir gedacht haben“, sagt Klaus Amann. Flächen die erworben werden können sollen stillgelegt oder ökologisch genutzt werden. Sie können auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, jedoch ohne Einsatz von Dünge- oder Spritzmitteln. Einige der für die Natur so wichtigen Flächen gehören den Kommunen bereits. Das sind nicht nur Wiesen und Feuchtgebiete, sondern auch Trockengebiete wie auf dem Plattenberg.

Naturschutz

Donautalprojekt ist auf Kurs

Ein Flurneuordnungsverfahren ist angedacht. Kelheim und Neustadt investieren dafür in die Flächensicherung.

Feucht- und Trockenbiotope

Der Plattenberg ist ein Naturdenkmal und liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. „Die steilen, sonnenexponierten Magerrasenhänge bieten Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen“, erklärt Andreas Frahsek vom VöF. Der Libellen-Schmetterlingshaft, Küchenschelle und Orchideenarten sind hier noch heimisch. Der Hang verbuscht jedoch und wächst zu. Deshalb werden hier Entbuschungsarbeiten vorgenommen, um die Magerrasenflächen frei zu halten. Später soll das dann ökologisch und klimafreundlich durch die Beweidung mit Schafen geschehen.

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Donautalprojekt

  • Beteiligte:

    Neben der Trägergemeinschaft sollen auch die Naturschutzbehörden, das Wasserwirtschaftsamt und viele weitere Fachstellen sowie Bauern, Fischer und Jäger mit einbezogen werden.

  • Kosten:

    Für den Kauf und die Pflege von Flächen steht eine Million Euro zur Verfügung. 80 Prozent finanziert das staatliche BayernNetzNatur-Projekt, den Rest müssen die Träger aufbringen. (xku)

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