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Religion

Der Glaube gibt innere Sicherheit

Sabrina und Miriam ministrieren beim Gottesdienst in der Abensberger Pfarrkirche St. Barbara. Dabei vergessen sie den Alltag und kommen zur Ruhe.
Von Stephanie Thaler, MZ

Sabrina Froschermeier (li.) und Miriam Radlhammer sind schon als Kinder regelmäßig in die Kirche gegangen. Foto: Thaler

Abensberg.In der Sakristei von St. Barbara hängen in Reih und Glied rote und weiße Gewänder. Die Chorröcke sind nach Größen sortiert – es gibt sie von winzig bis hin zu einer Länge, die auch für einen hochgeschossenen Jugendlichen ausreicht. In der Sakristei ist es kühl und es duftet nach Weihrauch. Hier finden Sabrina und Miriam Ruhe und ihr Glaube nimmt lebendige Formen an.

Die 17-jährige Miriam Radlhammer ist schon als Kind oft in die Kirche gegangen und hat die Ministranten gesehen. Wie sie den Weihrauch geschwenkt und die Leuchter getragen haben, hat ihr gefallen. Sie hat sich vorgestellt, dass sie das später auch einmal machen würde. Nach der Erstkommunion, als sie in der 3. Klasse war, hat sie gleich damit angefangen.

Sabrina Froschermeier hat es ihrer Freundin ein Jahr später gleichgetan. Die 16-Jährige ging zu einem Spielenachmittag, den die Ministranten einmal im Jahr für die Kommunionskinder veranstalten, um neue Ministranten für den Dienst in St. Barbara zu begeistern. Sabrina hat sich in der Gemeinschaft wohlgefühlt und war ab da bei den Ministranten dabei.

Weihrauch verströmt seinen Duft

Rund 60 Kinder und Jugendliche gestalten zur Zeit den Gottesdienst in der Abensberger Pfarrkirche mit. Messe ist am Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und am Sonntag dreimal. Miriam und Sabrina sind in etwa alle zwei Wochen mit dem Ministrieren an der Reihe. Bei der Gabenbereitung bringen sie dem Pfarrer Wein, Hostien und Messbuch. Während des Evangeliums tragen sie die Leuchter. Und sie versprengen Weihrauch – allerdings nur am Wochenende.

Zu Beginn des Gottesdiensts wird der Duft des Harzes vor dem Volksaltar versprengt, während des Evangeliums beim Rednerpult und vor dem Hochaltar. Wenn bei der Wandlung Hostien und Wein für die Gläubigen zum Leib Christi werden, versprengen die Ministrantinnen den Weihrauch wieder vor dem Volksaltar.

Die Abläufe sind streng ritualisiert. Sabrina und Miriam wissen genau, wann was zu tun ist. Sabrina sagt, dass sie beim Ministrieren Ruhe findet. Hier nimmt sie eine Auszeit vom hektischen Alltag und kommt zu sich. Sie sitzt ruhig da, hört zu und denkt nach.

Miriam fühlt sich beim Ministrieren als „etwas Besonderes“. Sie freut sich, dass sie diesen Dienst verrichten darf. Durch ihren Glauben an Gott fühlt sich die 17-Jährige gut aufgehoben. Er macht sie auch im Alltag sicher und gelassen. „Ich fühle mich von Gott angenommen und weiß: Ich bin okay!“ sagt sie.

Gemeinsame Reise zum Papst

Den Elftklässlerinnen ist beim Ministrieren auch die Gemeinschaft wichtig. 2010 sind sie in einer großen Gruppe für fünf Tage nach Rom gefahren und haben eine Audienz von Papst Benedikt besucht. Sie haben das Forum Romanum erkundet und sind ans Meer gefahren. 2014 reisen die Ministranten von St. Barbara wieder in die Ewige Stadt – und auch Miriam und Sabrina sind mit dabei.

Jeden Sommer machen die Kinder und Jugendlichen, die den Gottesdienst gestalten, einen Ausflug. Mal geht es in die Bavaria Filmstudios, mal zu den Sanddünen des Monte Kaolino – und danach springen sie zum Abkühlen und Erfrischen in das Schwimmbecken eines Erlebnisbads.

An Dreikönig ist zwei Tage von morgens bis abends Sternsingen angesagt. Dann verkleiden sich die Ministranten als die Weisen aus dem Morgenland und singen vor den Türen der Abensberger. Miriam hat sich schon einmal als dunkelhäutiger König verkleidet, Sabrina hat sich bislang erfolgreich vor der dicken Schminke gedrückt. Nach dem Singen schreiben die Ministranten mit Kreide den Haussegen über die Tür und versprengen Weihrauch.

Irgendwann werden Miriam und Sabrina nicht mehr ministrieren. In der Jugendband von St. Barbara wollen sie aber weiterhin singen – und auch als Knecht Ruprecht bei der Nikolausaktion sind sie gerne weiter dabei.

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