MyMz
Anzeige

Tourismus

Die Schulerloch-Tür öffnet sich wieder

Ab dem 29. März startet die Höhle bei Essing in die neue Saison. Chefin Veronika Gruber-Reinsch setzt jetzt auf Wellness.
Von Claudia Pollok, MZ

  • Veronika Gruber-Reinsch ist die neue Höhlen-Chefin. Foto: Pollok
  • Lonesome George Foto:Pollok
  • Das Tor zur Höhle Foto: Pollok
  • Wasserbecken Foto: Archiv

Essing.Noch ist es im Schulerloch still. Die Fledermäuse schlummern vor sich hin und von der Höhlendecke plätschern Tropfen in drei Wasserbecken. Veronika Gruber-Reinsch, die neue Chefin der Tropfsteinhöhle, steigt vorsichtig über das Kleinste von ihnen, das nur wenige Zentimeter groß ist. „Ein falscher Schritt und Hunderte von Jahren Geschichte sind weg“, sagt sie und lacht. Gruber-Reinsch geht mit ihrer Höhle behutsam um. Deshalb möchte sie die Zukunft des Schulerlochs „höhlenfreundlich“ gestalten. Das heißt: Weg von einer Event-Kultur hin zu einem gesunden Aufenthalt und Wellness.

Die Höhle mit allen Sinnen erleben

Ab dem 29. März startet Gruber-Reinsch aber zunächst einmal wie gehabt mit den Höhlenführungen im Halb-Stunden-Takt. Neue Elemente der Führung werden Vortragspausen sein, damit die Besucher die Höhle mit allen Sinnen erleben können. So sollen diese zum Beispiel bewusst Tropfen auf ihrer Haut spüren oder gar einen probieren. Diese schmecken nämlich nicht salzig – wie oft vermutet wird – sondern sind aus besonders reinem Wasser, wie die Höhlenexpertin weiß.

Neu ins Programm kommt zudem das Wahrnehmen der Dunkelheit. Für wenige Minuten wird das elektrische Licht vollständig gelöscht, so dass der Gast nicht einmal mehr seine eigene Hand vom dem Gesicht sehen kann. Wer nach der normalen Führung noch mehr über die Kelten erfahren möchte, wechselt ab dem 11. April zur neuen Mitarbeiterin Patricia Korn. Neben Korn wird das neue Team um Gruber-Reinsch aus Edelbert Saur und drei freien Mitarbeiter bestehen, sagt Gruber-Reinsch. Auch ihre Mutter Elisabeth Gruber kehrt als Helferin zurück in den Familienbetrieb. „Liebhaber ihrer Kuchen und Torten dürfen sich also freuen. Sie wird diese Saison wieder für unser Höhlen-Bistro backen“, sagt Gruber-Reinsch.

Gesunde Auszeit in der Höhle

Meditationen in der Höhle bietet die Höhlenchefin schon seit etwa drei Jahren an. Die Idee noch weiter in den Bereich Gesundheit einzutauchen, hatte Gruber-Reinsch nach ihrer Scheidung. „Aus eigener Erfahrung heraus möchte ich Menschen in schwierigen Situationen bei der Stressbewältigung helfen,“ sagt sie. Deshalb möchte sie ab dem 5. Oktober einen „gesunden Aufenthalt“ in der Höhle anbieten. Die Gäste dürfen dann für eineinhalb Stunden einfach Zeit in der Höhle verbringen und sich bei meditativer Musik entspannen. Ab Herbst wird das Höhlenprogramm zusätzlich um ein Angebot unterhalb der Höhle, im Haus der Familie Gruber (Oberau 2 bei Essing), erweitert.

Hier will Gruber-Reinsch Seminare zur Stressbewältigung, Atemschulungen oder Vorträge abhalten. Sie möchte die Veranstaltungen zeitlich so abstimmen, dass Besucher einzelne Terminen wahrnehmen können, aber auch ganze Tage oder Wochen ein abwechslungsreiches Programm vorfinden. So könne sie sich vorstellen, dass ein Besucher der Höhlen-Mediation im Anschluss auch die Theorie über die richtige Atmung interessieren könnte. Vereinzelt werden die Räume in ihrem Haus schon von Kursleitern der Volkshochschule genutzt, zum Beispiel von Martina Wimmer, die dort „Klangmassage“ anbietet.

Kochkurs für die Gesundheit

Gerne würde Gruber-Reinsch ihre Räume aber noch mehr Gesundheits-Seminaren zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wird gerade an einer Küche für den Seminarraum gebaut. Die Höhlenchefin plane nämlich einen Koch-Kurs, in dem Teilnehmer lernen, sich gesund zu ernähren. Dafür holt sie ab Herbst die Köchin Eva Pröbster mit ins Boot. Die hat jahrelang ein Restaurant in Neumarkt geführt. Ihr liege laut Gruber-Reinsch besonders am Herzen, ihr Wissen weiter zu geben. Pöbster ist besonders ein Könner der ayurvedischen Küche und kennt für viele Leiden wie Kopf- oder Gliederschmerzen Rezepte. Bei all den Plänen hat Gruber-Reinsch bis Ende März noch viel zu organisieren. Deshalb bleibt sie heute nur kurz in der Höhle. Beim verlassen schaut sie aber noch schnell bei „Lonesome George“ vorbei. Die Hufeisenfledermaus, die nach der berühmten Schildkröte benannt ist, verbringt seit 20 Jahren den Winter im Schulerloch. Bei all den Neuerungen freut sich Gruber-Reinsch natürlich auch über Altbewährtes.

Das Schulerloch ist ein Tourismus-Magnet

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht