mz_logo

Kelheim
Samstag, 24. Februar 2018 2

Abgemeldet

Die Straße als Schrottplatz

In der Karlstraße in Kelheim-Affecking erhitzt ein stillgelegtes und auf der Straße abgestelltes Fahrzeug die Gemüter.
Von Roland Kugler

  • Das stillgelegte und verbotswidrig abgestellte Fahrzeug verengt die ohnehin schmale Wendemöglichkeit am Ende der Karlstraße zusätzlich. Es steht seit letztem Mai dort. Foto: Kugler
  • Solch ein Aufkleber mahnt eigentlich zum unverzüglichen Entfernen des Fahrzeugs. Foto: Kugler

Kelheim.Ein etwas älterer BMW steht am Ende der Sackgasse Karlstraße in einem Wendehammer und verengt die ohnehin sehr schmale Wendemöglichkeit zusätzlich. „Seit etwa einem Jahr steht das Auto an derselben Stelle. Seit letzten Mai fehlen die Nummernschilder und es ist stillgelegt. Die Müllabfuhr, jeder Lkw muss mehrmals rangieren, um umkehren zu können. Wenn auch noch andere Fahrzeuge dort parken, ist manchmal fast kein Durchkommen mehr“, erzählt Familie Hohmann.

Sie ist Anwohner und hat sich mehrmals bei der Stadt beschwert. Das erste Mal vor einem halben Jahr, doch das Auto steht immer noch dort. Dabei ist die Gesetzeslage eindeutig: stillgelegte Fahrzeuge dürfen weder auf öffentlichen Straßen noch Parkplätzen abgestellt werden. Nur auf Privatgrund. Nachdem das Auto den ganzen Sommer dort stand, und während der Kanalarbeiten die zeitgleich mit der damals gesperrten Regensburger Straße stattfanden, „ein absolutes Chaos herrschte und die Baustellenfahrzeuge nur um Zentimeter durchkamen“, wie sich Sonja Hohmann erinnert, rief sie bei der Stadt Kelheim an.

Nichts geschah

„Der Zuständige im Ordnungsamt sagte, er werde sich darum kümmern. Aber nichts geschah.“ Zufällig hatte sich eine weitere Anwohnerin, Margit Glock, kurz darauf an das Landratsamt gewandt. „Wir hatten eine Baumaßnahme, aber kamen wegen diesem Auto in unserem Garten mit dem Anhänger kaum raus und rein“, berichtet sie.

Vom Landratsamt ist auch sehr bald jemand gekommen, hat sich die Sache angesehen und einen roten Aufkleber am Fahrzeug angebracht. Dieser informiert den Halter, dass sein Auto rechtswidrig abgestellt ist und schnellstmöglich entfernt werden muss. Und setzt gleichzeitig eine Frist dafür. Das Landratsamt hat die Angelegenheit aber nicht weiter verfolgt, da es sich nicht um eine Kreisstraße handelt, und deshalb in den Zuständigkeitsbereich der Stadt fällt.

Diese Kosten drohen bei Missachtung

  • Ein stillgelegtes Fahrzeug darf nicht auf öffentlichen Straßen oder Plätzen abgestellt werden, da kein Versicherungsschutz mehr besteht. Nur auf Privatgrund, und dort darf es kein Öl verlieren oder anderweitig die Umwelt beeinträchtigen.
    Wird ein Fahrzeug gefunden, wird der Halter ermittelt und angeschrieben. Und ein entsprechender Aufkleber angebracht, mit einer Frist bis wann das Fahrzeug entfernt sein muss. In Kelheim geschieht das laut zuständigem Ordnungsamt etwa drei- bis fünfmal im Jahr, in der Regel reagieren die Besitzer beim ersten Anschreiben. Wenn nicht, drohen die Abschlepp- plus Entsorgungskosten und ein Bußgeld. (xku)

Also hat sich Familie Hohmann erneut mit dem Ordnungsamt in Verbindung gesetzt und bekam zu hören, dass die Frist abzuwarten sei. Auf Nachfrage nach den bisherigen Bemühungen hieß es, dass der Halter umgezogen und nicht leicht zu ermitteln gewesen sei und die Post immer zurückkam. Bis er schließlich kontaktiert werden konnte, allerdings nur schriftlich, und es sei keine Reaktion erfolgt trotz Androhung von Zwangsgeldern.

Familie Hohmann wartete die Frist bis Mitte November ab, und fragte im Dezember und Januar abermals nach. Es wurde ihr mitgeteilt, dass es nicht so einfach sei fremdes Eigentum zu entfernen und weitere Fristen gesetzt worden seien.

Langsam reißt der Geduldsfaden

Daraufhin verlor Armin Hohmann die Geduld und teilte dem Amt mit, dass er sich an die Öffentlichkeit wenden werde, wenn das Fahrzeug Ende Januar immer noch dort sei. „Es kann doch nicht sein, dass ein vorschriftswidrig abgestelltes Auto nach einem halben Jahr immer noch nicht entfernt ist. Was ist denn, wenn es hier brennt? Soll die Feuerwehr dann auch erstmal umständlich rangieren, falls sie überhaupt durchkommt?“

Auf Nachfrage unseres Medienhauses teilte der Zuständige im Ordnungsamt mit, dass alles seinen vorschriftsmäßigen Gang genommen habe. Man habe sich bemüht und bemühe sich weiterhin, es dauere in diesem Fall so lange, weil keine Reaktion des Besitzers erfolgt sei. Die aktuelle und letzte Frist laufe nun bis zum 21. Februar. Sollte der Halter sein Fahrzeug dann noch immer nicht entfernt haben, werde es die Stadt tun.

Mehr Artikel aus der Kreisstadt lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht