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Schifffahrt

Eine Kur vor dem Start in die Saison

Der zehn Tonnen schwere Ponton der Anlegestelle Kelheim-Niederdörfl wird generalsaniert. Im April geht es wieder ins Wasser.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Der Ponton kam am Dienstagmittag von seinem Platz an der Anlegestelle Kelheim-Niederdörfl, um generalsaniert zu werden.
Der Ponton kam am Dienstagmittag von seinem Platz an der Anlegestelle Kelheim-Niederdörfl, um generalsaniert zu werden. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim. Ein blauer Kranarm ragt in den Himmel an der Anlegestelle unweit des Zeltdaches am Main-Donau-Kanal in Kelheim – ein Schwergewicht ist an Land zu holen: ein Ponton mit einem Gewicht von zehn Tonnen. Der 3,5 Meter breite und 7,5 Meter lange Schwimmkörper aus Stahl wird überholt. Wegen der routinemäßigen Instandhaltungsmaßnahmen ist die Schiffsanlegestelle Kelheim-Niederdörfl, auch Kelheim Altmühltal bezeichnet, für etwa zwei Wochen gesperrt.

Von der RMD AG einst gebaut

Die Zeit des MD-Kanalbaus in Kelheim
Die Zeit des MD-Kanalbaus in Kelheim Foto: Lindner

Nach Auskunft von Klaus Amann, Geschäftsführer des Vereins MDK-Schiffahrt-Altmühltal hat die Anlegestelle die RMD AG im Auftrag des Landkreises Kelheim gebaut. Fertiggestellt worden sei die Anlage 1992 mit dem Main-Donau-Kanal. Der Trägerverein Altmühltal, der 2007 aufgelöst wurde, sei „für die bauliche Realisierung“ der Schiffsanlegestellen zuständig gewesen. Insgesamt sind von Kelheim-Niederdörfl bis Berching 13 Anlegestellen. Am Main-Donau-Kanal in der Kreisstadt Kelheim ist neben der Schiffsanlegestelle im Niederdörfl noch eine weitere im Mitterfeld, an der große Kabinenschiffe anlegen. Außerdem können Schiffe noch in Essing, Prunn, Riedenburg, Eggersberg, Meihern, Deising, jeweils an zwei Stellen in Dietfurt und Berching sowie in Beilngries Passagiere an Bord nehmen oder aussteigen lassen. Nach der Auflösung des Trägervereins „ist das Eigentum an die jeweilige Kommune übertragen worden“.

Aufgabe des Vereins MDK-Schiffahrt-Altmühltal, dessen Vorsitzender Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann ist, „ist, die einzelnen Schiffsanlegestellen zu betreiben“, so Amann. Die Mitglieder von MDK-Schiffahrt-Altmühltal sind die Kommunen und der Landkreis Kelheim. Nach Angaben des Geschäftsführers saniert der Verein „in der Regel“ pro Jahr eine Schiffsanlegestelle. Die Kosten beliefen sich zwischen 15 000 und 20 000 Euro – „je nach Reparaturaufwand“. „Die Anlegestellen in einem qualitativ guten Zustand zu halten, um der Schifffahrt im Altmühltal gute Rahmenbedingungen zu bieten“, ist laut Amann der Zweck des Vereins. Kabinenschiffe zahlen pro Anladung. Diese Einnahmen investiere der Verein in Generalsanierungen wie die derzeitige in Kelheim.

Klaus Amann, Geschäftsführer des Vereins MDK-Schiffahrt-Altmühltal
Klaus Amann, Geschäftsführer des Vereins MDK-Schiffahrt-Altmühltal Foto: Bachmeier-Fausten

Neben Ausflugsschiffen steuern auch Kabinenschiffe Anlegemöglichkeiten hier an. „Mittlerweile ein Wachstumsmarkt“ seien Urlaubstouren mit Kabinenschiffen. 15 internationale Redereien legten hier an. „Wir haben vier Anlegestellen für Kabinenschiffe“ – in Kelheim-Gronsdorf, Riedenburg, Dietfurt und Berching. In den 2010er Jahren „waren es jährlich insgesamt 280 Anlandungen“, mittlerweile sei man bei 500. Die Saison beginne Anfang Mai und dauere bis Ende Dezember.

Kabinenschiff: In Kelheim am Limit

Verkraften die vier Anlegestellen ein weiteres Kabinenschiffaufkommen? „Eigentlich nicht mehr. In Kelheim ist man am Limit“, antwortet Klaus Amann. Wahrscheinlich sei es „der logistische Vorteil“, warum Kelheim zum Anlegen so gefragt sei. Sie suchten sich von hier die Highlights wie das Kloster Weltenburg und die Befreiungshalle aus. Die Anlandung ist Amann zufolge meist nur wenige Stunden und er erwähnt, dass Kabinenschiffe über Nacht in Gronsdorf nicht bleiben dürften. Aber wieder zurück zur Personenschifffahrt.

Ein Bild vom Bau der Anlegestelle
Ein Bild vom Bau der Anlegestelle Foto: Lindner

An der Anlegestelle Niederdörfl ist es nun die zweite Generalsanierung. Nicht nur Geschäftsführer Klaus Amann ist vor Ort, als der Ponton aus dem Wasser gehoben wird, sondern auch Kelheims Stadtbaumeister Andreas Schmid und Hergen Richter, technischer Mitarbeiter des Außenbezirks IV in Riedenburg des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nürnberg, und Unternehmer Konrad Niklas. Nahe der Anlegestelle Niederdörfl sind neben einem großen Parkplatz für Autos auch Busparkplätze, ein Kinderspielplatz, ein großes Zeltdach, unter dem sich Gebäude für öffentliche Toiletten und dem Ticketverkauf der Schifffahrt befinden. Das Gesamtareal umfasst laut Stadtbaumeister circa 16 000 Quadratmeter. In den vergangenen beiden Jahren seien drei große LED-Strahler und von der Stadtpfarrkirche bis zur Einfahrt zur Anlegestelle vier LED-Laternen, die Fußweg und Straße beleuchteten, aufgestellt worden. Auch die WC-Anlagen seien erneuert, das Zeltdach überprüft und für eine neue Verankerung gesorgt worden. 2016 sind Schmid zufolge ferner entlang des Main-Donau-Kanals die Fahrradwege neu geschottert worden bis zur Schleuse und unter anderem der Weg von der Kneippanlage bis zur Brücke (beim Weißen Bräuhaus) hergerichtet worden. Amann weist auf ein laufendes Leader-Förderprogramm hin. Der Maßnahmen-Titel: „Radstation in Kelheim“. Es seien neue Radboxen mit Elektroanschluss vorgesehen. Geplant sei das für Herbst, so Amann.

Aber nun wird erst die Anlegestelle generalsaniert. Aus dem Main-Donau-Kanal ist der Ponton, nachdem von diesem zahlreiche Muscheln entfernt worden waren, vom Kran auf einen Tieflader gehoben worden. In einer Firma in Saal wird der Schwimmkörper, u. a. sandgestrahlt und neu gestrichen. Wenn alles fertig ist, steht der Rücktransport nach Kelheim an.

Interview mit Unternehmerin Renate Schweiger

Renate Schweiger
Renate Schweiger Foto: Archiv

Frau Schweiger, ist Ihrer Ansicht nach die Sanierung der Anlegestelle Kelheim Altmühltal wichtig?

Das ist meiner Meinung nach absolut wichtig. Die Anlegestellen müssen immer einen technisch einwandfreien Zustand haben.

Ist es ein Verlust für die Schifffahrt, die Anlegestelle zu Saisonbeginn nicht nutzen zu können.

Es ist kein Problem für uns, weil wir von der MDK-Schiffahrt bereits im vergangenen Jahr informiert worden sind und der Termin der Instandsetzung mit uns abgeklärt wurde. Am Sonntag konnten wir noch die Saisoneröffnung an der Altmühlanlegestelle durchführen. Jetzt ist ohnehin Schleusensperre und der Fahrplan für das Altmühltal beginnt im Mai. So gesehen ist alles gut.

Wie wichtig ist die Anlegestelle Altmühltal für die hiesige Personenschifffahrt?

Die Anlegestelle ist absolut wichtig, weil diese Ausgangspunkt ist für die Fahrten nach Riedenburg.

Wie viele Passagiere steigen aus- und ein?

40 000 Passagiere, darunter ganz viele Passagiere auch mit Fahrrädern.

Gegenüber dem Interesse an Fahrten nach Weltenburg ist das wenig?

Im Verhältnis zu Weltenburg erscheint es wenig, aber es ist so, dass Kurzstrecken bei den Gästen im Trend liegen und der Donaudurchbruch mit dem Ziel Kloster Weltenburg ein absolutes Highlight ist. Als Langstrecke schlägt sich die Linie Altmühltal sehr gut.

Sind die Anlegemöglichkeiten im Altmühltal an der Grenze?

Hier muss man unterscheiden: Für die Tagesausflugschiffe reichen die Anlegestellen allemal, bei den Kabinenschiffen ist es so, dass es sicherlich zu wenig sind, weil die Kabinenschiffe immer mehr werden. Die Kabinenschiffe sind für Kelheim sehr wichtig, weil die Gäste das Angebot in und um Kelheim sehr nutzen.

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