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Freizeit

Einst gab es in Kelheim ein Altmühlbad

In der Kreisstadt gibt es die Idee für ein Strandbad im alten Hafenbecken – es wäre ein besonderes Erholungsangebot.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Das Altmühlbad in den 50er Jahren im Westen der Stadt Kelheim Foto: Stadtarchiv Kelheim
Das Altmühlbad in den 50er Jahren im Westen der Stadt Kelheim Foto: Stadtarchiv Kelheim

Kelheim.Ein Strandbad im Alten Kanalhafen in Kelheim ist in der Rahmenplanung „Wöhrdplatz“ enthalten, die im Januar im Stadtrat von Stadtplanerin und Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard vorgestellt wurde. Dieser Stadtbereich könnte zu einem besonderen Anziehungsort zwischen Altstadt und Michelsberg werden und der dortige Freizeit-Wert wesentlich erhöht werden. In der Vergangenheit fanden dort immer wieder Veranstaltungen wie beispielsweise Hafenfeste oder Wettbewerbe im Fischerstechen statt. Auch als Erholungsbereich wird er gerne genutzt oder als Fahrerlager des Kelheimer 24-Stunden-Rennens. Der Kanu Club hat dort als „Zwischenlösung“ seit einigen Jahren sein Vereinsdomizil, baut aber im Donaupark.

Der über 150 Jahre Alte Hafen gehörte zum früheren Ludwig-Donau-Main-Kanal. Hier legten früher auch Frachtkähne an. Der Alte Hafen ist seit vielen Jahren ein Baudenkmal. Neben dem Hafenbecken mit Kran sind das Schleusenhäuschen, die Schleuse Nummer 1 und die ehemalige Lagerhalle vorhanden. Im vergangenen Jahr ist der Alte Hafen saniert worden – also Abdecksteine der Kaimauer auf einer Länge von 175 Metern erneuert worden.

Entstehen Sitzstufen am Ufer?

Im Alten Kanalhafen in Kelheim wurde bereits öfter ein Wettbewerb im Fischerstechen veranstaltet. Archivfoto: xps
Im Alten Kanalhafen in Kelheim wurde bereits öfter ein Wettbewerb im Fischerstechen veranstaltet. Archivfoto: xps

In der Rahmenplanung „Wöhrdplatz“ ist neben einem Strandbad eine Seebühne enthalten. Es gibt erste Vorstellungen für die ins Gespräch gebrachten Nutzungen Strandbad und Seebühne, wie beispielsweise die Schaffung von Sitzstufen entlang des Ufers. Ein planerischer Vorentwurf existiert noch nicht. Das Areal mit dem Baudenkmal gehört dem Freistaat Bayern. Das Wasserwirtschaftsamt Landshut gab auf Anfrage unseres Medienhauses derzeit noch keine Stellungnahme zur Nutzungsidee Strandbad ab, da man laut stellvertretendem Behördenleiter Bernhard Eichner noch keine Planung kenne.

Alexander von Poschinger, Marketingleiter Bayerisches Golf- und Thermenland, vom Tourismusverband Ostbayern e. V. erwähnt das Kooperationsprojekt, das es seit dem Vorjahr in ganz Niederbayern gebe und über Leader gefördert werde. Bei dem Projekt gehe es um die Entwicklung des ländlichen Raumes. Bei der Begutachtung der Radwege sei festgestellt worden, dass die Beschilderung „nicht optimal ist“ im Bayerischen Golf- und Thermenland, wozu auch der Landkreis Kelheim gehöre. Ferner bräuchte man mehr Angebote zum Einkehren oder Freizeitmöglichkeiten wie ein Strandbad („das bietet sich an“). Radfahren und Badeflug seien im Sommer ganz beliebt. Ein Strandbad wäre für Radfahrer sicherlich ein beliebter Zielpunkt oder eine Zwischenstation, so Alexander von Poschinger.

Frühere Bademöglichkeiten

Eine Aufnahme vom Alten Kanalhafen, der westlich der Altstadt liegt. Von dort hat man auch einen Blick zur Befreiungshalle. Foto: Bachmeier-Fausten
Eine Aufnahme vom Alten Kanalhafen, der westlich der Altstadt liegt. Von dort hat man auch einen Blick zur Befreiungshalle. Foto: Bachmeier-Fausten

Außer im Keldorado schwimmen manche Zeitgenossen in der Donau. Die ältere Generation erinnert sich auch gerne an den Aufenthalt im einstigen Freibad an der Altmühl beim ehemaligen E-Werk, das Altmühlbad an der Alleestraße. Stadtarchivar Dr. Wolf-Heinrich Kulke weist auf Band II (1800 – 1933) von Rudibert Ettelt hin. Darin steht zur Geschichte des Altmühlbads an der Alleestraße und seiner Vorläufer: „Ursprünglich war seit etwa 1900 am Altmühlufer im Niederdörfl gebadet worden. Die Stadtverwaltung ließ das Gelände durch Zäune sichern und errichtete einige Umkleidekabinen. Die Frauen und Mädchen ließen nicht locker, bis sie eine eigene Badegelegenheit im Bräugraben an der Wasserseite des ehemaligen Baderanwesens A 15 erhielten. (...) Nach Fertigstellung des Städtischen Elektrizitätswerks an der Stelle der früheren Aumühl bot sich ein Simultanbad westlich des E-Werks Kelheim an. Es wurde 1928 eröffnet. Am Ende der Alleestraße betrat der Badegast das Badegelände. In einem langgestreckten Holzgebäude befanden sich die Umkleidekabinen. Von hier aus erreichte man über einen flach gewölbten Holzsteg die Liegeinsel, gerahmt von Buschgruppen und Bäumen. Am Nordufer der Altmühl waren zwei künstlich angelegte Becken für Kinder und Schwimmanfänger vorgesehen. Ansonsten boten sich die Altmühl und die Kanalabzweigung hin zum Kanalhafen als Bademöglichkeit an. (...) Das Altmühlbad erfreute sich alsbald regen Zuspruchs. 1987 kam im Zuge des Baues der Großwasserstraße das endgültige Aus für das schon 1968 mit der Eröffnung des neuen Freibads am Rennweg aufgelassene Volksbad.“

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