MyMz
Anzeige

Giganten rollen für die Energiewende

Zwei 48 Meter lange Trucks transportierten über die A 93 Stahlröhren für den Bau der Pentinger Windkraftanlage.

  • Spektakulär war der Transport zweier Röhren, die für den Bau des Windrads in Penting bestimmt sind und am Mittwochabend über die A93 Richtung Neunburg vorm Wald transportiert wurden.Foto: smx
  • Die Polizei sperrte die Autobahnzufahrt. Foto: smx
  • Aufwendige Rangierarbeiten waren nötig, um die Trucks von der Autobahn auf die Landstraße zu bekommen. Sie dauerten fast eine Stunde. Foto: smx
  • Bevor rangiert werden konnte, wurden einige Verkehrsschilder abmontiert, die im Weg standen. Foto: smx
  • Die beiden Tieflader vermittelten ein eindrucksvolles Szenario und boten einen Vorgeschmack auf das Spektakel, das die Montage des Windrads bieten wird. Foto: smx
  • Nach einer Stunde „Aufenthalt“ an der Autobahnausfahrt bei Fronberg war das Schauspiel zu Ende. Foto: smx
  • Die Stahlröhren werden auf den 80 Meter hohen Betonsockel montiert. Foto: smx

Neunburg.„Der letzte Akt wird ein Spektakel“, titelte die MZ vor einigen Wochen, als wir über den Sachstand zum Bau des ersten Windrads im Gemeindegebiet der Stadt Neunburg berichteten. Es geht um das Windrad im Neunburger Ortsteil Penting, das zur gleichnamigen Bürgerwindkraftanlage gehört, der einzigen im Landkreis Schwandorf. Der erste Aufzug für diesen letzten Akt hat am Mittwochabend begonnen. Zwei weitere Teile für die Windkraftanlage, die bei Penting errichtet wird, wurden am Mittwochabend über die A93 Richtung Neunburg v. W. antransportiert. Beamte der Polizeiinspektionen Schwandorf und Neunburg v. W. eskortierten die beiden jeweils über 48 Meter langen Schwertransporte zum Zielort.

Aufwendige Rangierarbeiten

Nach der Abfahrt von der A 93 in Schwandorf-Nord (Fronberg) dauerte es fast eine Stunde, bis man den Weitertransport nach Penting antreten konnte. Schwierige Rangierarbeiten der superlangen Trucks um Verkehrsinseln konnten nur funktionieren, nachdem Mitarbeiter der Transportfirma etliche Verkehrsschilder umgelegt hatten. Bei Zeitlarn und Poggersdorf wurden Kurven durch entsprechende bauliche Erweiterungen bereits vor einigen Wochen befahrbar gemacht.

Damit ist aber die vielzitierte „Ruhe vor dem Sturm“, um das Windkraftwerk zu Ende. Die Phase der Endmontage ist eingeläutet. Der Betonturm wurde bereits stabil auf seinem Sockel errichtet.

Die beiden Tieflader lieferten am Mittwochabend die Röhren für den 60 Meter hohen Stahlrohraufbau. Was jetzt noch fehlt sind die Gerätegondel mit dem Generator und der Antriebstechnik zur Ausrichtung gegen die Windrichtung und natürlich der Rotorstern der Firma Nordex, der auf rund 141 Meter Höhe in einem Stück montiert werden wird. „Das wird ein richtig großes Stück Arbeit“, sagte Stefan Trummer vom Projektbüro Voltgrün aus Regensburg, der MZ bereits vor einigen Wochen dazu. Bereits Mitte August sollte ursprünglich die Anlage im Probebetrieb Strom liefern. Wegen schwieriger Windverhältnisse konnten jedoch die Arbeiten an einer weiteren Windkraftanlagen-Baustelle in Deindorf (Markt Wernberg-Köblitz) nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, so dass sich der Fahrplan für Penting um einige Tage verzögerte. In Deindorf errichtet der Regensburger Energieversorger REWAG einen Windpark mit zwei baugleichen Nordex-Anlagen wie in Penting. Dieser wird voraussichtlich zwei Wochen früher als Penting in Betrieb gehen.

Der Montagekran fehlt noch

Nun muss der mächtige Montagekran am Montag antransportiert und montiert werden. Allein für den überlangen Ausleger wurde eine über 100 Meter lange, pistenähnliche Fläche planiert. Unterirdisch verlegt wurden hingegen die notwendigen Kabelverbindungen zum Netz der Stadtwerke Neunburg, in welches die Einspeisung des hier erzeugten Öko-Stroms erfolgen wird. Am Donnerstag werden die Metallröhren und das Maschinenhaus hochgehievt. Donnerstag auf Freitag werden die Rotorblätter antransportiert und am Freitag ist das „Ziehen“ des Rotorsterns geplant, informierte Geschäftsführer Christian Anwander.

Die Zeitplanung hängt sehr von der Witterung ab, insbesondere von den Windverhältnissen. Das betrifft insbesondere das „Ziehen“ des Rotorsterns, der mit seinen rund 117 Metern Durchmesser jedem „Lüftchen“ eine gewaltige Angriffsfläche bietet. Zum millimetergenauen Anbau an die Nabe ist Bewegung aber nicht erwünscht.

Die Wetterprognosen verheißen für das Wochenende und den Beginn der nächsten Woche eine deutliche Abkühlung auf Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Allerdings ist in den Prognosen auch nur von einer „leichten Brise“ mit Windgeschwindigkeiten zwischen sieben und 10 Stundenkilometern die Rede

Nach kleineren Montagearbeiten wird in der letzten Augustwoche mit dem Probebetrieb der Windkraftanlage begonnen. Noch im September, und damit zwei Monate früher als ursprünglich geplant, soll die Windkraftanlage offiziell in Betrieb gehen und den ersten Strom ins Netz einspeisen. Das ist nicht zuletzt für die Anteilseigner der Bürgerwindkraftanlage erfreulich, weil sie so schon früher Geld erhalten. (smx/ggo/ro/ak)

Alle Berichte zur Energiewende im Landkreis Kelheim finden Sie hier.

Windkraft im Landkreis

  • 92 Gesellschafter

    investieren in das neue Windrad bei Neunburg v. Wald rund 1,4 Millionen Euro. Flächen: Im Regionalplan sind in der neuen Fassung 583 Hektar für Windenergie ausgewiesen, davon 250 Hektar als Vorranggebiete und 333 Hektar als Vorbehaltsflächen. Die genannte Fläche entspricht einem Anteil von 0,4 Prozent der gesamten Landkreisfläche von 147278 Hektar. Rein rechnerisch, wenn man von einem Flächenbedarf von etwa zehn Hektar für eine Windkraftanlage ausgeht, wären im Landkreis 60 Windräder möglich.

  • Die vier Vorranggebiete

    für eine Windkraftnutzung im Landkreis Schwandorf liegen überwiegend rund um Neunburg und zwar südlich von Penting und südwestlich und östlich von Neunburg. Ein weiteres Vorranggebiet liegt bei Wernberg-Köblitz (östlich von Deindorf). Von den fünf Vorbehaltsgebieten liegen zwei im Gebiet der Stadt Neunburg v.Wald (südlich von Penting und südwestlich von Neunburg), eines im Nordwesten Nittenaus, eines im Gebiet Guteneck und eines südwestlich von Gleiritsch, Pfreimd und die Gemeinden Gleiritsch und Guteneck tangiert.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht