MyMz
Anzeige

Energie

Herber Rückschlag für Windkraft-Planung

Paintens Rathauschef Michael Raßhofer ist sauer nach der Entscheidung in Deuerling. Dort wurde gemeinsames Vorhaben gestoppt.

Die geplanten Windräder auf dem Tangrintel werden nun auch zum Zankapfel zwischen den Gemeinden.
Die geplanten Windräder auf dem Tangrintel werden nun auch zum Zankapfel zwischen den Gemeinden. Foto: dpa

Painten.Enttäuschung, Fassungslosigkeit – so ungefähr lässt sich die Gemütslage von Paintens Bürgermeister Michael Raßhofer über eine Entscheidung in der Nachbargemeinde Deuerling (Landkreis Regensburg) am besten charakterisieren. Dort stand am Mittwochabend die Abstimmung über den gemeinsamen sachlichen Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windkraft für die Gemeindegebiete Painten, Essing, Ihrlerstein, Hemau, Nittendorf, Deuerling und Sinzing an. Das Ergebnis: mit 14:0 Stimmen wurde der Plan abgelehnt. Das Aus für das gemeinsame Planungsprojekt droht.

„Damit, dass der Deuerlinger Rat gegen den Plan stimmt, habe ich nicht gerechnet“, sagte Raßhofer gegenüber der MZ. Denn Deuerling sei von den Windkraftanlagen (WKA) eigentlich nicht betroffen, die Bürger würden sie nicht sehen. Denselben Plan hatte der Paintner Marktrat am Dienstagabend einstimmig verabschiedet; wie auch, bereits im Januar, der Essinger Marktrat.

Ein „Nein“ im Endspurt

Er würde Flächen für Windkraft in drei Bereichen vorgesehen: in Hemau mit 50 Hektar und vier bis fünf möglichen WKA, Sinzing mit 150 Hektar und zehn möglichen Anlagen, sowie Painten mit 90 Hektar und damit Platz für maximal dreizehn möglichen WKA. 2014 gab es vier Sitzungen der im Verbund zusammengeschlossenen sieben Gemeinden: der Teilflächennutzungsplan wurde laut Raßhofer gemeinsam entwickelt. Daher sei nicht nachvollziehbar, „dass Deuerling plötzlich nein sagt – jetzt, wo es in den Endspurt geht“.

Die Deuerlinger Räte sahen in ihrer Sitzung (siehe dazu eigenen Bericht auf Seite 25) die Konzentration von Windkraftanlagen im Paintner Forst als problematisch an und führten dabei die optische Beeinträchtigung der Nachbarorte Heimberg, Hillohe, Irgertshofen und Viergstetten (alle Gemeinde Nittendorf) als Argumente ins Feld. Ihre Forderung daher: die Konzentrationszone um ein bis zwei Kilometer nach Süden verlegen.

„Dem werde ich nicht zustimmen“, sagt Paintens Rathauschef Raßhofer. Deuerlings Bürgermeister Diethard Eichhammer habe im Planungsverbund alle Entscheidungen mit abgenickt. „Meiner Meinung nach ist ein gemeinsamer Konsens zwischen den sieben Gemeinden nicht mehr möglich“, folgert Raßhofer. Zumal es jetzt zeitlich wohl kaum mehr möglich sein wird, die Planungen noch zu einem guten Ende zu führen.

Zerfällt Planungsverbund?

Die vom Projektanten eingereichten Genehmigungsanträge für elf WKA im Paintner Forst würden derzeit unter die Altfallregelung fallen, sprich: nicht unter die „10-H-Regelung“ der Bayerischen Staatsregierung – jedoch gilt dies nur bis Ende 2015. Ein Entscheidungskriterium für die WKA-Genehmigungen ist wiederum der Ausgang der gemeinsamen Teilflächennutzungsplanung.

Die Entscheidung in Deuerling dürfte nun auch eine Steilvorlage für den Nittendorfer Gemeinderat sein. Auf dessen Gebiet ist die BI „Gegenwind“ aktiv. Ein „Nein“ scheint nun wahrscheinlich. Ebenfalls noch ausstehend ist die Abstimmung im Stadtrat Hemau. (wm)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht